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Monatsarchiv: Oktober 2008

Musik bei Planetopia

26. Oktober 2008

Wer auch immer bei Sat.1 für die Musik zuständig ist, scheint wohl Fan der Nine Inch Nails zu sein, denn dort laufen, so scheint mir, vermehrt Tracks aus deren Album Ghosts (zumindest häufig genug, dass es mir aufgefallen ist - und ich schaue das eigentlich so gut wie nie).

Allerdings fällt mir sowas in letzter Zeit öfter auf… in einem Werbe-Trailer zu Independence Day auf ProSieben lief sogar - sofern ich mich nicht irre - einmal «Destati» aus Kingdom Hearts (!). Kann das vielleicht jemand bestätigen? Bin mir dabei nämlich nicht mehr ganz so sicher (ist auch schon etwas her).

Nicht, dass es sonderlich wichtig wäre… finde es nur hin und wieder überraschend, auf was man so alles im vermeintlich ‹massentauglichen› Fernsehen stößt (ich zumindest würde nicht unbedingt vermuten, dass ein Großteil der Planetopia-Zuschauer NIN hört).

Zeitumstellung

26. Oktober 2008

Heute hätte ich fast das Ende der Sommerzeit verpasst… habe sogar meine PC-Uhr, die sich natürlich automatisch richtig eingestellt hat, spontan zurückgestellt. Zum Glück kucke ich ca. einmal im Jahr morgens Fernsehen, wo das ganze prompt in den Nachrichten kam.

Noch mal Glück gehabt… sonst hätte ich womöglich noch NCIS verpasst :þ

Zocken auf Anordnung

25. Oktober 2008

Heute habe ich zur Hausaufgabe bekommen, ein - mehr oder weniger selbst ausgewähltes - Spiel durchzuspielen. Solche Aufgaben dürfte es meinetwegen durchaus öfter geben.

Meine Wahl fiel dabei auf Half-Life. Da ich das ohnehin schon seit einiger Zeit endlich mal spielen wollte, das bisher aber nie so recht mit meinem Gewissen vereinbaren konnte (keine Zeit oder ähnliche Ausreden), kann es sich dabei nur um eine göttliche Fügung einen glücklichen Zufall handeln. Fehlt nur noch der Blut-Patch.

In diesem Sinne: Ich bin dann mal zocken…

Damals war’s… analoges P2P

22. Oktober 2008

Grad in einer E-Mail gefunden und spontan für gut befunden (danke Ankündigungen @ Piratenpartei): Was Opi noch wusste: Ein Leben als Raubmordenteigner - ganz ohne P2P.

(Originalbeitrag aus dem Heise-Forum)

Noch mal Wahlzulassung der Piratenpartei

19. Oktober 2008

Mittlerweile kann man die Piraten mit seiner Unterschrift auch für die Zulassung zur Europawahl unterstützen (zudem ist auch endlich ein Formular für Nordrhein-Westfalen online).

Koranverse in LittleBigPlanet

18. Oktober 2008

Das Release von LittleBigPlanet verschiebt sich also, weil Sony noch schnell ein paar Koranverse aus der Hintergrundmusik eines Levels entfernen muss, die vorher niemandem aufgefallen sind. Soll ich mich darüber jetzt aufregen? Ist das nicht sowieso vollkommen müßig?

Ja und ja. Natürlich ist es müßig, sich mal wieder über das gleiche Thema auszulassen… aber deswegen lassen kann ich’s eben auch nicht.

Während einige Leute sich schon darüber aufregen, dass sich überhaupt jemand aufregt, rege ich mich noch über die eigentliche Tatsache auf, nämlich, dass Sony aus mir völlig unverständlichen Gründen eine ganze Produktion einstampft und noch mal neu macht. Wegen eines Liedtextes.

Man kann sich nun natürlich zunächstmal fragen, warum Sony das überhaupt macht (obwohl das im Hinblick auf die sonstige Geschäftspolitik von Sony selstsam und vielleicht sogar abwegig erscheinen mag, da man dort ja ohnehin nicht sehr oft den Eindruck erweckt, sich sonderlich große Gedanken zu machen… zumindest nicht bei mir). Aus wirtschaftlichen Gründen? Hm. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber irgendwie glaube ich nicht, dass der Markt LittleBigPlanets aus vielen muslimische Länder besteht. Aber - wie gesagt - ich könnte mich irren.

Ein anderer grund wäre eine Art vorauseilender Gehorsam - jemand könnte sich durch die Verwendung der Koran-Ausschnitte auf die Füße getreten fühlen, einen medialen Aufstand erzeugen und SOny damit in ein schlechtes Licht rücken. Im schlimmsten Fall könnte es eventuell sogar ähnliche Reaktionen hervorrufen wie anno dazumal gewisse Karikaturen eines «Propheten» (Achtung, hypothetische Situation). Bei den Medien heutzutage könnte ich mir sowas shcon vorstellen, auch wenn ich das jetzt mal nicht pauschal unterstellen will.

Ein dritter Grund könnte ganz einfach das unwillkürlich generierte Medienecho sein. Zutrauen würde ich Sony sowas zwar, andererseits lohnt es ob der Lieferverzögerung und weiterer anfallender Kosten vermutlich eher nicht.

Was nun letztendlich der tatsächliche Grund sein mag - ob einer oder mehrere der gemutmaßten oder aber auch (ein) völlig andere(r) - kann und muss sich jeder selbst denken. Ist aber auch erstmal nicht so wichtig.

Viel wichtiger ist: Es ist passiert. Man mag meine Einstellung diesbezüglich für übertrieben halten - und viele tun das sicher - aber für mich steht das in etwa auf dem gleichen Level wie das Entfernen ‹bedenklicher› Szenen aus Spielen mit (z.B.) gewalttätigen oder sexuellen Inhalten, weil das ganze sonst eine zu hohe Alterseinstufung bekommen könnte oder würde. Freiwillige Zensur zugunsten des Profits also (auch wenn ich irgendwie bezweifle, dass durch irgendwelche Verse aus Koransuren ein großer kommerzieller Verlust entstanden wäre; vermutlich hätte es erstmal kaum einer gemerkt und hier im Westen hätte es, falls doch, wahrscheinlich sowieso nur recht wenige gestört).

Irgendwie ist das für mich deshalb bedenklich, weil die dahinterstehende Einstellung mir einfach nicht in den Kopf will. Zählt das Weltbild einer Gruppe mehr als die Entscheidungsfreiheit aller? Muss dem Individuum wirklich der Zugang zu etwas verwehrt werden, bloß, weil es einer bestimmten Gruppe Menschen nicht in den Kram passt? Reicht es nicht, dass diejenigen, die etwas für anstößig halten, es einfach meiden, anstatt ihre Weltsicht auf alle anderen Menschen auszuweiten?

Solange etwas niemandem physischen Schaden zufügt oder sich anderweitig negativ auf Einzelpersonen auswirkt (Beleidigung, Diffamierung etc.) - welcher Grund besteht dann, es zu zensieren, bloß, weil es irgendjemandem nicht gefällt oder nicht gefallen könnte? Weil es in irgendeiner Kultur ungern gesehen ist, nicht toleriert wird, als unschicklich gilt?

Sicherlich teilt diese Weltsicht auch nicht jeder, aber für mich ist Freiheit letztendlich das höchste Gut. Alles, was mich und nur mich betrifft (von dem also nur ich selbst auch die Konsequenzen tragen muss), darf ich selbst bestimmen. Jeder darf tun, was er will, solange es nicht die Freiheit eines anderen einschränkt. Sofern ich also die Möglichkeit habe, mich einer mir nicht gefallenden Sache zu entziehen, so sollte ich das tun - dies rechtfertigt jedoch nicht, diese Sache allen anderen Menschen auf der Welt vorzuenthalten oder unzugänglich zu machen. Schließlich gilt meine Ansicht, mein Geschmack und meine Moral nicht für sie.

Es ist doch so: Objektivität existiert nicht. Niemand kann wissen, was ‹richtig› oder ‹falsch› ist; diese Werte existieren nur imaginär. Habe ich also das Recht, zu bestimmen, was ein anderer für richtig und falsch zu halten hat? Eigentlich nicht. Darf ich ihm daraus abgeleitete Verhaltensregeln aufzwingen? Auch nicht.

Die einzige Einschränkung dazu wäre aus Vernunftgründen meines Erachtens die, bei denen andere zu Schaden kommen, das heißt ihre Freiheit wiederum durch die Freiheitsausübung eines anderen eingeschränkt wird. Sobald also noch jemand anderes die Konsequenzen meines Handelns (mit)tragen müsste, darf nicht mehr ich allein darüber bestimmen, sondern alle, die betroffen sind. Bin ich selbst keiner von ihnen, darf ich sogar gar nicht mehr bestimmen. Ist das etwa unlogisch?

Ich merke grad, ich bin ein wenig vom Thema abgekommen. Also noch einmal ganz kurz: Warum muss ständig auf jeden und alles Rücksicht genommen werden? Wenn die Menschen nur verschieden genug sind, schränkt dieses verhalten auf lange sicht dann nicht das Kollektiv immer mehr ein, weil jeder etwas anderes für anstößig hält? Wäre nicht mehr Toleranz unter Umständen sinnvoller?

Und mti Toleranz meine ich, das verhalten anderer zu tolerieren, auch wenn es einem nicht schmeckt. Nicht, das eigene verhalten zu verändern, weil es irgendwem nicht passt. Das hat für mich mit Toleranz nichts zu tun; eher mit Unterwürfigkeit.

(Nachtrag: Nicht, dass mich jetzt doch jemand falsch versteht… ch kann natürlich zwischen extremer zensur und Freiheitseinschränkung und dem handeln Sonys durchaus noch unterscheiden. Zudem ist mir selbstverständlich klar, dass ein Unternehmen zunächstmal sowieso nur aufgrund von Profit und Gewinnmaximierung handelt und Ideale dabei keine oder zumindest kaum eine Rolle spielen. Trotzdem gefällt mir das Verhalten - und die Auswirkungen auf mich als Konsumenten - dadurch nicht besser.)

Buchmesse Frankfurt: Storytelling in Games

18. Oktober 2008

Ich war am Mittwoch kurz auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, um mir die Podiumsdiskussion (zählt es als Podiumsdiskussion, wenn es gar kein podium gab?) zum Thema «Storytelling in Computergames - Möglichkeiten und Grenzen» anzuhören. Da die Veranstaltung recht klein war und in irgendeinem Kellerzimmer stattfand, dachte ich mir, kann ja nicht schaden, hier noch mal kurz das Gesagte zusammenzufassen. Viele sonderlich neue Erkenntnisse gab’s zwar nicht unbedingt…

(Anmerkung: Dieser Text wird mithilfe meines Gedächtnisses sowie eigener Aufzeichnungen der Debatte niedergeschrieben. Selbstverständlich übernehme ich keinerlei Garantie dafür, dass alles exat so gesagt und gemeint worden ist und hoffe, es möge mir verziehen werden, sollte ich etwas falsch oder missverständlich wiedergegeben haben - ist garantiert nicht mit Absicht geschehen; allerdings kann ich nicht ausschließen, dass bei mir nicht alles zu 100% korrekt angekommen ist.)

Teilnehmer der Diskussion waren Jan Wagner (Geschäftsführer von Cliffhanger Productions), Will Weber (Dozent für Game Design an der Hochschule Darmstadt), Professor Tilmann Kohlhaase (tut mir Leid, wenn der Vorname jetzt falsch geschrieben ist, der stand echt in jeder Quelle anders…) und Joscha Sauer (NICHTLUSTIG). Moderiert wurde das ganze von Max Bimboese (wenn man nicht ein bisschen aufpasst, verfolgt einen dieser Name ganz schnell!).

Eröffnet wurde die Runde mit der Frage, was denn dieses ominöse «Storytelling» überhaupt sei. Und hier gingen die Meinungen auch schon auseinander. Während Prof. Kohlhaase sogar Tetris eine Story und somit vorhandenes Storytelling zuschreiben würde (und damit war nicht dieses vom Praktikanten verfasste Textwirrwarr im Handbuch gemeint), wurde sich dann letztendlich doch darauf geeinigt, dass für die Diskussion ein etwas enger gefasster Story-Begriff sinnvoller wäre. Nämlich der, bei dem die Geschichte nicht ausschließlich im Kopf des Spielers entsteht, sondern auch vom Game Designer angedacht, geplant und ‹vorbereitet› wurde. Also alles, dem im weiteren Sinne ein Drehbuch zugrunde liegt oder das einem anderweitig eine Geschichte mehr oder weniger aktiv zu erzählen versucht.

Bedingungen für diesen speziellen Fall - also «Interactive Storytelling» - wären dann natürlich auch noch die Mischung aus (ein wenig) Interaktivität (sonst wäre es ja doch wieder ein Film anstatt einem Spiel) sowie aber eben auch Storytelling; d.h. Dinge, auf die der Spieler eben keinen Einfluss nehmen kann.

Relativ schnell kam man dadurch natürlich auch auf das alte Problem Handlungsfreiheit vs. Geschichte zu sprechen - denn bekanntermaßen schränkt eine möglichst gut erzählte, spannende Story die Handlungsfreiheit des Spielers notwendigerweise ein und umgekehrt. Der Spieler wird gezwungen, dem Plot zu folgen (ansonsten geht das Spiel nicht weiter). Als Lösungsmöglichkeiten sahen die Partizipierenden hier auch wieder nur den Verzicht auf eine feste Storyline oder mehrere (vorgegebene) Wahlmöglichkeiten für den Spieler, wobei letzteres natürlich die Produktionskosten - je nach Menge der verfügbaren Möglichkeiten - unproportional anhebt, da der Konsument dadurch ja nicht direkt mehr vom Spiel bekommt (er hat nur eine Wahl, was er überhaupt bekommt). Teilweise sei es auch Verschwendung, wenn der Spieler z.B. einzelne Handlungsabschnitte überspringen könnte (bspw. weil diese ihn nicht interessieren), da hier ein Teil quasi sinnlos produziert würde - man spult im Film ja für gewöhnlich auch nicht die Stellen vor, die einem nicht gefallen.

Es kommt die Frage auf, ob «Interactive Storytelling» dann nicht ein Oxymoron sei.

Dies wird jedoch größtenteils verneint mit Hinweis auf einen möglichen Mittelweg, der eben gefunden werden müsse, sowie die utnerschiedlichen Arten, auf die man in Spielen mit dem ‹Problem› umgehen könne - so gäbe es einerseits die Möglichkeit auf eine sehr offene Spielwelt mit einem gleichzeitigen Verzicht auf ([zu] viel) Story (GTA, Crackdown) oder eben das Inkaufnehmen einer gewissen Linearität im Austausch für die Möglichkeit, eine fesselnde Geschichte zu erzählen (Final Fantasy). Der ‹richtige› mit der Problematik sei also sowieso von Spiel zu Spiel unterschiedlich und eben inhaltsabhängig.

Weiterhin wurde noch genannt, dass Spiele ja auch grade durch eine gut erzählte Story sehr viel Atmosphäre und Emotionen und damit auch Immersion generieren können. D.h. eine Spielerführung kann eben unter Umständen auch dazu beitragen, den Spieler ‹reinzuziehen› und nicht nur die für Spiele typische Interaktivität und Handlungsfreiheit.

Als meiner Meinung nach auch noch sehr interessanter Punkt wurde auch der Vorschlag gemacht, dass man das Storytelling von Anfang einfach besser in das Spielprinzip und den Spielverlauf integrieren könnte und sollte, anstatt es am Ende dem bereits fertigen Gameplay ‹aufzupropfen›. Dadurch würden Story und Spielmechanik enger verknüpft und könnten einander sinnvoll ergänzen, anstatt dass die Geschichte dem Spielprinzip nur einen (oberflächlichen) Überbau liefert.

Joscha Sauer - übrigens eigentlich ein erklärter Nichtspieler - äußerte in diesem Zusammenhang auch den Standpunkt, dass Alibi-Storys im Grunde sinnlos seien und somit auch genauso gut weggelassen werden könnten (und sollten). Dem kann ich nur zustimmen.

Danach kam dann zur Diskussion, warum Spiele heutzutage häufiger eine Sory ‹vortäuschen›, die für das Funktionieren des Spielprinzips eigentlich unnütz ist und somit gar nicht nötig wäre (Beispiel First Person Shooter: DOOM etc. funktionierte weitgehend ohne Plot, heutige Shooter haben aber meistens immerhin noch eine Handlung auf Action-Film-Ebene - d.h. zwar relativ niveaulos, aber dennoch irgendwo vorhanden). Dazu wurde die Frage in den Raum geworfen, ob nicht eine realistischere Darstellung (Grafik usw.) den Spieler nicht mehr vermissen lässt und die an sich stupide Tätigkeit offensichtlicher erscheinen lässt; man also eher eine Rechtfertigung für sein (an sich sinnloses) Tun bräuchte.

Diesbezüglich wurde auch noch kurz auf Spiele wie Call of Duty 4 eingegangen, die zwar keine überragend gute oder gar komplexe Geschichte erzählen, aber dafür durch die Inszenierung einer möglichst lebendigen und realistischen Spielwelt Immersion erzeugen und den Spieler fesseln & motivieren (wollen). Allerdings funktioniere diese Illusion natürlich auch nur solange, wie der Spieler sich ihr ergibt, denn da die Spielwelt mehr oder weniger notwendigerweise auf den Spieler warten muss, bevor das Spielgeschehen weitergeht, um ihm das Gefühl der eigenen Relevanz nicht zu nehmen, ist es dem Spieler natürlich auch möglich, sich dem Spiel ganz einfach zu verweigern, indem er die Handlung nicht weiterführt (z.B. durch Unterlassen für den Fortgang wichtiger Handlungen).

Dieses Problem betrifft aber natürlich potentiell auch Bücher und Filme, da sich der Konsument hier ebenso gut verweigern und nicht auf die Geschichte einlassen kann. Und hier muss ihm dann auch nicht Ersatz geboten werden - andererseits bieten weder Film noch Buch (oder andere Medien wie Theater) Interaktivität wie es Spiele tun.

Anschließend kam dann die Frage auf, warum es generell so wenig Vielfalt in Games gäbe. Als Argumente dafür wurden die - ich behaupte jetzt einfach mal üblichen Verdächtigen - Möglichkeiten genannt, dass die Spielebranche im Vergleich zu Film und Buch natürlich noch eher jung ist und es eine mangelhafte Förderung gäbe. Und wenn, dann sei diese nur durch die Wirtschaft möglich, d.h. dass die dadurch finanzierten Projekte auch wieder darauf ausgelegt wären, möglichst kommerziell erfolgreich zu sein.

Dazu kamen natürlich auch Argumente wie beispielsweise das zu kleine Publikum, ausgelöst durch mangelndes öffentliches Interesse bzw. öffentliche Wahrnehmung von Spielen als Büchern doer Filmen gleichgestelltes Medium (trotz Anerkennung als Kultur vom Deutschen Kulturrat). Daher sei die gesellschaftliche Reichweite zu gering; Spiele müssten also zunächstmal mehr ins Bewusstsein vordringen, auch wenn das Medium an sich vielleicht schon bereit wäre, den ‹Kinderschuhen› zu entsteigen.

Hinzu käme, dass die Behandlung von politischen Themen in Games mehr oder weniger unmöglich sei, da man sich dadurch sehr wahrscheinlich wieder in die «Killerspiel»-Debatte (oder ähnliches) verstricken würde und/oder aber ein kommerzieller Misserfolg drohte - insbesondere bei deutschlandspezifischen Themen, da diese auf dem amerikanischen Markt kein Publikum finden könnten. Daher seien, wenn überhaupt, ‹amerikanische› Themen vorherrschend.

Am Schluss wurde noch kurz auf den Vorwurf eingegangen, mangelnde Vielfalt läge an den Publishern, da diese bei Investitionen lieber auf Nummer sicher gingen, anstatt mal was neues auszuprobieren und innovative Videospiele so nur selten eine Chance bekämen. Hierzu wurde gesagt, dass das so pauschal (natürlich?) nicht stimme und es sowohl unfähige Publisher als auch Entwickler gäbe (welch Wunder).

Am interessantesten fand ich insgesamt eigentlich den Einwurf, die Spielentwicklung mal bei der zugrundeliegenden Geschichte anzufangen, um so Spielprinzip und Plot möglichst glaubhaft und passend miteinander ‹verweben› zu können… denn das ist es, was Spielen auch meiner Ansicht nach noch ein bisschen fehlt. Etwas, das sie nicht nur von nichtinteraktiven medien unterscheidet, sondern von genau diesem Unterschied auch auf produktive Weise Gebrauch macht beim Erzählen der Geschichte und nicht einfach bloß einen Plot als Ausrede benutzt, den Spieler zu gewissen Taten zu ‹zwingen›. Andererseits hatte ich bisher auch noch nicht die zündende Idee, wie man das im einzelnen umsetzen könnte…

Falls also jemand Vorschläge hat: immer her damit!

Gebrauchsanweisung (m)eines Smoothies

15. Oktober 2008

«Vor dem Öffnen schütteln, nicht danach!»

Erster SPAM auf Core Dump

14. Oktober 2008

So, gestern ist nun also schon der erste SPAM-Kommentar hier eingetrudelt (ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, jemals vorher schon mal so etwas bekommen zu haben - und das trotz zahlreicher anderer Blogs).

Heißt das nun, ich bin wichtig? Vermutlich nicht. Aber hey, immerhin von irgendwo im Web scheint man auf meinen Blog kommen zu können…

E-Mails verschlüsseln mit Thunderbird & OpenPGP

11. Oktober 2008

Da ich schon öfter Beschwerden à la «das ist mir zu kompliziert» oder «ich weiß doch gar nicht, wie das überhaupt geht» bekommen hab, sollen diese hier nun Lügen gestraft werden. Denn: Verschlüsselt mailen ist gar nicht so schwer! Man muss sich nur ein paar Minuten auf den Hintern setzen und ein paar Programme installieren (allerdings scheint allein das einigen Leuten schon zu viel des Aufwands zu sein - diese bitte den Artikel überlesen, woanders hinklicken und weiterhin schön Daten an Schäuble senden).
 

Übersicht:

 
Erklärt werden soll das ganze hier für den Mail-Klienten Mozilla Thunderbird und dessen Plugin Enigmail, sowie OpenPGP als Verschlüsselungsmethode. Man braucht dafür:

Empfehlenswert, aber nicht unbedingt nötig:

Die Links sind auch später noch mal in den einzelnen Abschnitten angegeben.
 

1. Thunderbird installieren

Als ersten Schritt würde ich empfehlen (auch wenn die Reihenfolge nicht ausschlaggebend ist; außer vielleicht, man probiert, das Addon vor dem eigentlichen Programm zu installieren), Mozilla Thunderbird herunterzuladen und zu installieren. Der Installationsprozess dürfte sich dabei mehr oder weniger von selbst erklären. Nachdem Thunderbird installiert ist, kann man sich dort ein Konto einrichten (sollte man vorher Outlook oder Outlook Express als Mail-Client benutzt haben, besteht die Möglichkeit, Konten automatisch zu importieren).
 

Um ein neues Konto anzulegen, klickt man (in der deutschen Version von Thunderbird) unter «Extras» auf «Konten…» und wählt dann unten links in der Ecke die Option «Konten hinzufügen…» aus.
 

Daraufhin kommt man zum Konto-Assistenten:

Hier natürlich «E-Mail Konto» auswählen.
 

Der Name ist dann frei wählbar, bei der E-Mail Adresse kommt die, für die das Konto erstellt werden soll, hinein.
 

Ob IMAP oder POP3 hängt vom Mail-Anbieter ab, genauso wie die einzugebende Server-Adresse (bei kostenlosen Anbietern müssten diese Informationen in der Regel auf deren Websites zu finden sein; bei privatem Webhosting hängt das ganze vom Angebot usw. ab, steht in der Regel aber auch auf den Seiten des Anbieters). Bei POP ist ein globaler Posteingang dann sinnvoll, wenn man ohnehin nur ein Mail-Konto hat. Bei mehreren Konten (oder Einrichtung eines Zweitkontos) sollte diese Option deaktiviert werden, damit die Mails getrennt zugestellt werden.

Der Benutzername wird wiederum vom Anbieter gestellt, die Konten-Bezeichnung hingegen ist frei wählbar (z.B. «Luke Skywalker» oder einfach «Mein Konto»). Nachdem alle Eingaben gemacht wurden auf «Fertig stellen« klicken.

Jetzt muss in der Regel noch ein Postausgangs-Server eingerichtet werden. Dafür unter «Extras» -> «Konten…» in der linken Spalte nach unten scrollen (falls möglich) und «Postausgang-Server (SMTP)» auswählen.
 

Hier nun, wie üblich, rechts auf «Hinzufügen…» klicken. Die Details sind auch wieder vom Anbieter der Wahl vorgegeben (im Zweifelsfall einfach nachfragen).
 

2. Enigmail installieren

Nun wird das Thunderbird-Addon Enigmail heruntergeladen und installiert. Dafür erst die Datei herunterladen und an einem beliebigen Ort abspeichern, anschließend Thunderbird starten, unter «Extras» auf «Add-ons…» klicken und im sich öffnenden Fenster den Reiter «Erweiterungen» auswählen (sollte standardmäßig aktiviert sein). Hier nun auf «Installieren…» klicken und anschließend die eben runtergeladene Datei auswählen, auf «Öffnen» klicken und im Installationsfenster dann mit «Jetzt installieren» dien Installationsprozess starten.

Danach muss Thunderbird dann gegebenenfalls neugestartet werden. Bevor noch weitere Einstellungen in Thunderbird vorgenommen werden, sollte allerdings erstmal folgendes gemacht werden:
 

3. GnuPG installieren

Damit Enigmail funktioniert, reicht es eigentlich aus, GnuPG zu installieren. Da es sich dabei jedoch um ein reines Kommandozeilenprogramm ohne User Interface handelt und nicht jeder gleich gut mit sowas zurechtkommt, empfehle ich persönlich im Zweifelsfall, ein zusätzliches GUI-Frontend zu verwenden. Ich selbst benutze dafür WinPT (Achtung: GnuPG ist dabei in der WinPT-Installation bereits enthalten, muss also nicht noch einmal extra installiert werden).

Nachdem nun eines der beiden oben genannten Programme installiert ist (ich führe die Anleitung zur Schlüsselerstellung hier mit WinPT fort - wer GnuPG nutzen will, kann hier eine nützliche Anleitung für das Erstellen eines Schlüsselpaars finden), wird es gestartet. WinPT startet dabei im Systemtray (die Leiste unten rechts neben der Uhr :p) und muss erst durch Doppelklick geöffnet werden.
 

Hier wird nun mittels «Key» -> «Erstelle…» ein neues Schlüsselpaar (privater und öffentlicher Schlüssel) erstellt.
 

Mehr Informationen zur Schlüssellänge kann man ebenfalls hier bekommen. Man beachte jedoch, dass 1024 Bit in der Regel zu klein und somit unsicher ist (ich selbst habe die größtmögliche Schlüssellänge gewählt, was allerdings jeder für sich entscheiden sollte).

Bei «E-Mail Adresse» ist die Adresse einzugeben, für die der Schlüssel sein soll. Im Kommentar könnte man eventuell darauf hinweisen, dass es sich um einen Schlüssel zur Verschlüsselung von E-Mails (und nicht z.B. Instant-Messenger-Nachrichten) handelt. Ich habe bei mir also einfach «E-Mail» dort eingetragen. Unter «Key Expiration» kann optional ein Verfallsdatum des Schlüssels festgelegt werden; ansonsten ist er ohne Beschränkung gültig.

Letztendlich ist unter «Mantra» noch das Passwort für den Schlüssel einzutragen. Ich denke, Richtlinien zu möglichst sicheren Passwörtern dürften allgemein bekannt sein - zur Sicherheit aber trotzdem noch mal:

  • möglichst lang
  • Kombination aus Groß- & Kleinschreibung, Ziffern & Sonderzeichen
  • keine mit der Person verknüpften Daten (z.B. Geburtsdaten, Namen von Freunden etc.)

Natürlich sollte man sich die Passphrase trotzdem noch merken können, denn sobald man sie sich zur Entlastung des Gedächtnisses irgendwo aufschreiben muss, ist die Sicherheit passé.

Das Erstellen der Schlüssel dauert mitunter einige Minuten.
 

4. Enigmail konfigurieren

Nun wird wieder zurück zu Thunderbird gewechselt. Hier sollte nun in der Menüleiste der Punkt «OpenPGP» auftauchen. Vorsichtshalber sollte man hier unter «Einstellungen…» überprüfen, ob auch der korrekte Pfad zu GnuPG angegeben ist (falls nicht, kann man diesen auch manuell angeben - für gewöhnlich befindet sich die gpg.exe im GnuPG-Verzeichnis von WinPT, also z.B. C:/Programme/WinPT/GnuPG/gpg.exe).

Wenn die erweiterten Einstellungen («Experten-Einstellungen zeigen») aktiviert werden, können hier zusätzliche Einstellungen vorgenommen werden (dazu muss das Menü einmal neu geöffnet werden). Zum Beispiel können hier zusätzliche Schlüssel-Server angegeben oder Empfängerregeln festgelegt werden.

Nachdem dies erledigt ist, öffnet man erneut die Konten-Übersicht und wählt das zuvor erstellte Konto aus. Hier nun in der linken Spalte «OpenPGP-Sicherheit» auswählen.
 

Hier sollten nun die gezeigten Optionen angehakt werden:

  • OpenPGP-Verschlüsselung für diese Identität aktivieren
  • Spezielle OpenPGP-Schlüssel-ID verwenden (hier den zuvor erstellten Schlüssel auswählen)

Zusätzlich kann man entscheiden, ob Nachrichten standardmäßig verschlüsselt und/oder unterschrieben werden sollen (einzelnen E-Mail-Adressen kann man über die Empfängerregeln öffentliche Schlüssel zuweisen). Sofern man den eigenen Schlüssel irgendwo hochgeladen hat, kann man ganz unten im Feld «Sende URL, um Schlüssel zu empfangen» die Adresse des Schlüssels eingeben. Ansonsten ist es auch möglich, lediglich die ID des Schlüssels mitzusenden, so dass sich der Empfänger den Schlüssel dann selbststaendig von einem Keyserver holen kann.
 

5. E-Mails signieren & verschlüsseln

Will man nun endlich signierte und verschlüsselte E-Mails verschicken, geht man wie folgt vor: Erst wie ganz gewöhnlich über «Verfassen» eine neue Nachricht erstellen. Bevor man diese absendet dann oben im Menü unter «OpenPGP» (Schlosssymbol links neben dem Symbol für S/MIME) die gewünschten Optionen anhaken und auf «Senden» klicken, danach den gewünschten Schlüssel auswählen oder gegebenenfalls importieren/herunterladen (dies kann auch über das Hauptmenü unter «OpenPGP» -> «Schlüssel verwalten» -> «Datei» -> «Importieren…» vorgenommen werden).

Sowohl zum Öffnen als auch zum Versenden von verschlüsselten Nachrichten muss für gewöhnlich die Passphrase des Schlüssels eingegeben werden.
 

So, ich hoffe, ich konnte damit zumindest irgendwem behilflich sein. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.