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Monatsarchiv: Oktober 2008

Jabber-Klienten im Vergleich

08. Oktober 2008

Da ich nach bzw. während des Umstiegs auf XMPP als freies Protokoll zwangsläufig das ein oder andere Programm zur Nutzung von Jabber ausprobiert habe und ich im Vorfeld doch leicht überfordert ob der großen, etwas unübersichtlichen Auswahl gewesen bin, dachte ich mir, es wäre vielleicht mal nützlich, enige der von mir ausprobierten Klienten näher vorzustellen.

Zur Auswahl stehen dabei ausschließlich Programme, die auch unter Windows laufen, da dies mein momentanes Betriebssystem ist. Ich beziehe sowohl Multi-Protokoll- als auch ausschließliche Jabber-Messenger mit ein.

Anmerkung: Ich erhebe hierbei selbstverständlich weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Umfang der ‹Tests›. Ich habe jedes Programm nur in soweit ausprobiert, wie es mir passte und wie ich Lust hatte. Dass ich dabei mitunter etwas übersehen habe, ist nicht auszuschließen und sogar wahrscheinlich. Wer auf Nummer sicher(er) gehen willte, sollte sich noch mindestens eine Zweitmeinung einholen. Oder muss auch selbst testen.
 

Übersicht:

 
Miranda IM

Dies war einer der ersten Instant Messenger, den ich für meine Testzwecke ausgewählt hatte. Hauptsächlich aufgrund seiner Verbreitung und der Tatsache, dass ich schon etwas darüber gehört hatte.

Ich muss allerdings gestehen, dass diese Liaison nicht sehr lange anhielt. Denn sehr weit über das Starten des Programms bin ich gar nicht hinausgekommen. Zwar habe ich es durch eine automatische Anmeldeaufforderung geschafft, meinen ICQ-Account über Miranda zu nutzen, zur Anlegung eines Jabber-Kontos kam es jedoch nicht.

Vielleicht fehlte mir einfach die nötige Geduld, aber nachdem ich mich durch das komplette Menü mit sämtlichen Optionen, Reitern und Untermenüs für – zumindest gefühlt – jeden Schatten und jede Rahmenbreite geklickt hatte, war meine Motivation, noch irgendwas auszuprobieren, doch deutlich geschrumpft. Die Frage, wo und wie man nun XMPP als Protokolloption hinzufügt, erschloss sich mir allein durch das Programm nicht.

Es stellte sich dann heraus, dass man da wohl noch etwas zusätzlich installieren oder zumindest in den Miranda-Ordner kopieren muss (kann mich leider nicht mehr ganz genau erinnern; da aber auch das Hauptprogramm keiner Installation bedarf, denke ich nicht, dass das irgendwo anders nötig war). Das habe ich dann auch getan, Erfolg stellte sich allerdings keiner ein. Auch danach fand sich nirgendswo eine Option zur Aktivierung von Jabber.

Dazu muss ich sagen – auch wenn das natürlich subjektiv ist (wie ohnehin alles, also wen interessiert’s) – dass mich auch das optische Design von Miranda (z.B. das der Chat-Fenster) nicht grade anspricht, so dass die Entscheidung, um dieses Programm lieber einen Bogen zu machen, relativ schnell gefällt war.

Möglicherweise hätte es einfach nur einer etwas längeren Anlaufzeit bedurft, um mit Miranda warm zu werden. Wer weiß? Ich muss allerdings sagen, dass ich diese Geduld nicht hatte. Hier zeigt sich meines Erachtens eindeutig, dass mehr Optionen nicht immer automatisch auch besser sind, sondern im Gegenteil auch sehr vorzüglich zur Verwirrung des Nutzers beitragen können, wenn dieser nur DAU genug ist (= ich).

Nachrichten können von Haus aus mit einem eigenen Algorithmus verschlüsselt werden, allerdings ist dieser damit leider auch nur zu Miranda kompatibel. Weiterhin existiert auch noch ein Plugin für Off-the-Record Messaging und eins für GnuPG.

Aber immerhin ist es Open Source.
 

Pidgin

Noch ein Multi-Protokoll-Messenger (der gleich mit einem ganzen Rattenschwanz an unterstützten Protokollen daherkommt, darunter unter anderem übrigens auch SILC), und genauso wie Miranda auch quelloffen.

Glücklicherweise hatte ich mit Pidgin auch nicht so viel Startschwierigkeiten wie mit Miranda, so dass ich mir nicht mehr ganz so beschränkt vorkam. Immerhin habe ich es problemlos geschafft, Verbindungen über ICQ und XMPP herzustellen (weitere Protokolle sollten zunächst einmal nicht Teil des Tests sein).

Das Aussehen etc. dürfte wie üblich Geschmackssache sein; negativ auf fällt dagegen eher die Neigung von Pidgin, hin & wieder mal ohne Vorwarnung abzustürzen (andererseits… Abstürze mit Vorwarnung wären wiederum auch irgendwie seltsam, oder?). Dies passierte in den – allerdings auch relativ kurzen – Probeläufen zwar eher selten, aber immerhin passierte es.

Weitere Pluspunkte für Pidgin wären dagegen die Unterstützung von sowohl OTR als auch OpenPGP zur Verschlüsselung (beides per Plug-in möglich); jedoch habe ich gelesen, dass die PGP-Verschlüsselung nicht standardkonform und somit nur zu Pidgin selbst kompatibel ist. Bin mir allerdings nicht hundertprozentig sicher, da ich es nicht ausprobieren konnte (bisher hat sich leider noch niemand bereit erklärt, mit mir verschlüsselte Nachrichten zu schicken).

Als Derivat von Pidgin hat sich übrigens Carrier entwickelt, das ich aber noch nicht ausführlicher getestet hab.
 

Psi

Hierbei handelt es sich nun um den ersten Jabber-only-Klienten. Genau wie die vorigen ist Psi ebenfalls frei und unterstützt zudem Verschlüsselung per (messenger-übergreifend kompatiblem) OpenPGP, SSL/TLS sowie Zugriff über Proxy (z.B. TOR). Für Linux gibt es auch ein OTR-Plugin.

Die Aufmachung von Psi kommt insgesamt sehr schlicht daher, optisch nutzt es das momentane Windows-Theme anstatt eigener Grafiken. Das Optionsmenü ist ebenfalls übersichtlich gehalten, wichtige Einstellungen sind jedoch vorhanden und in der Regel einfach zu finden.

Bei meiner Installation gab es jedoch auch noch ein paar kleinere Bugs zu bemängeln. So springt das Programm trotz nicht aktivierter Option im menü bei mehreren offenen Chatfenstern zwischen diesen hin und her, sobald man im jeweiligen eine neue Nachricht erhält (was beim Eintippen einer Antwort schon mal gehörig auf den Keks gehen kann).

Einen richtigen Absturz hatte ich trotz längerer Nutzung (Psi ist momentan mein Standard-Klient) noch nicht, allerdings passiert es mir manchmal, dass das Kontaktlistenfenster nur noch im Umriss geladen wird, ohne, dass der Inhalt geladen wird (d.h. ich kann meine Kontakte nicht mehr sehen), so dass ich dann in der Regel einen Neustart hinlege.
 

Coccinella

Coccinella habe ich mir hauptsächlich aufgrund seiner Jingle-Unterstützung angesehen. Diese wird bisher nämlich leider weder von Psi noch von Pidgin angeboten. Zusätzlich zu Voice over IP bietet Cocchinella übrigens die Möglichkeit, sich auf einem Whiteboard kleine Bildchen zu kritzeln, was zumindest irgendwie lustig ist (dieses bieten allerdings, meine ich zumindest, auch Pidgin und Carrier).

Zur Verbindung mit dem Server werden TLS und SASL geboten.
 

Spark

Noch so ein Kandidat, dessen Nutzung bzw. ausgiebige Erprobung vermutlich mehr Zeit in Anspruch genommen sowie ein wenig Hineinfuchsen vorausgesetzt hätte. Da ich mich zu dem Zeitpunkt, als ich mir Spark testweise installierte, jedoch mit Psi bereits einen (für mich) praktischen, einfach verständlichen und nicht überladenen Klienten gefunden hatte, war die Motivation nicht eben groß.

Ausprobieren wollte ich das ganze, wie bei Coccinella, aufgrund seiner Jingle-Implementierung. Zu einem Testlauf ist es aber leider nie gekommen, da ich schon am Login-Screen scheiterte (so langsam zweifle ich wirklich an meiner Intelligenz auf dem Gebiet).

Sobald man das Programm startet, öffnet sich zunächst mal ein AIM-ähnlicher Bildschirm, auf dem lediglich nach Name, Passwort etc. gefragt wird; keiner Kontaktliste oder sonstige Benutzeroberfläche mit Optionen oder dergleichen. Was genau ich falsch gemacht hab, kann ich nicht sagen – rein kam ich jedenfalls nicht. Angeblich falsches Passwort. Da auf der Seite auch keine Anleitung vorhanden war, habe ich das ganze Unterfangen recht schnell aufgegeben.

Hinzu kam noch, dass Spark sich ungefragt in den Autostart schrieb (msconfig) und so mit jedem Systemstart geladen wurde, obwohl ich das gar nicht wollte (dies wurde bei der Installation auch nicht abgefragt). Aus dem Menü ließ sich aber immerhin schließen, dass auch eine Proxy-Verbindung unterstützt wird.
 

Mir fällt grade auf, dass es sich bei allen erwähnten Programmen um Open-Source-Anwendungen handelt… hätte ich also gar nicht immer extra erwähnen müssen.

Sobald ich Zeit (und natürlich Lust) hab, werd ich zu den nur kurz angerissenen Programmen eventuell etwas ausführlicher schreiben (oder das gleiche Spiel noch mal mit SILC-Klienten spielen, mwaha).

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08. Oktober 2008

Laut heise haben sich CDU und SPD darauf geeinigt, sowohl eine Datei mit Leuten, die für Visa bürgen, als auch eine mit einmal durch Schleusen aufgefallene zu führen.

Freiheit statt Angst

06. Oktober 2008

Nur, um es noch mal erwähnt zu haben: Diesen Samstag, den 11. Oktober, findet in Berlin um 14.00 Uhr eine Demo gegen die momentan um sich greifende Überwachung der Bürger durch den Staat unter dem Motto «Freiheit statt Angst» statt.

Wer also Zeit hat, sollte sich zur genannten Tageszeit am Alexanderplatz einfinden, um seine Rechte zu verteidigen und seine Stimme gegen den Überwachungswahn zu erheben.

Firefly

06. Oktober 2008

Worum es sich bei Firefly handelt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Kurzfassung: Eine Sci-Fi-Serie mit Western-Elementen von Joss Whedon (Buffy, Angel).

Ich habe mir die recht kurze Serie (nur 14 Episoden, davon die erste in Spielfilmlänge, plus den Kinofilm Serenity) neulich angesehen. Da sie mir im Originalton vorlag, konnte ich einige Verständnisschwierigkeiten nicht vermeiden (mein Hörverstehen ist leider schlechter, als ich es gerne hätte).

Obwohl der Anfang keinen allzu fesselnden Eindruck machte, habe ich mich erstmal nicht abschrecken lassen – wenn man schon mal alles da hat… wie dem auch sei, wider Erwarten wurde das ganze mit zunehmender Episodenzahl jedoch interessanter. Während der Pilotfilm durchaus seine Längen hat, wurden mir in den späteren Folgen einige der Charaktere durchaus sympathisch (oder sagen wir besser: ihre Interaktionen wurden unterhaltsamer). Zwar handelt es sich nicht unbedingt gleich um eine Charakterstudie, interessant sind die handelnden Personen aber allemal. Und im Falle von Kaylee sogar auch noch niedlich.

Auch fand ich die Vermischung von Science-Fiction- mit Western-Elementen überraschend unaufdringlich (ich hatte da schon schlimme Befürchtungen, obwohl ich eigentlich weder mit dem einen noch mit dem anderen Genre ein generelles Problem habe). Zwar kann das ganze nicht gerade durch Plausibilität überzeugen (wir haben Laser-Waffen, benutzen aber Colts?), störend ins Gewicht fallen tat es für mich aber nicht. Auffallend war eher, dass die Serie dadurch nicht wie aus dem Standard-Sci-Fi-Baukasten wirkt, sondern mal eine etwas andere Atmosphäre bietet als die übliche Genre-Kost. Und das trotz Raumschiffen und anderen Planeten.

Zunächst überraschend ungewohnt war für mich auch der Verzicht auf Toneffekte im Weltraum, obwohl mir eben jenes bei fast allen anderen Produktionen immer sofort sauer aufstößt (ja, Star Wars, ich schaue in deine Richtung). Aber wenn man es dann tatsächlich mal erlebt, ist es plötzlich doch überraschend… lautlos. Auch dies trägt natürlich zum speziellen Ambiente von «Firefly» bei, auf dessen Weltraumreisen man sich ungleich einsamer vorkommt als bei anderen Vertretern des Genres.

Auch ist der Verzicht auf Aliens jeglicher Art (und insbesondere irgendwelcher kleinen grünen grauen Männchen) mehr als erfrischend. Nichts gegen Außerirdische an sich, aber deswegen muss es ja nicht gleich jeder machen.

Bereits aus Blade Runner bekannt kam mir hingegen die Vermischung asiatischer und westlicher (in diesem Falle chinesischer und US-amerikanischer) Kultur vor.

Wer sich die Serie in der Originalfassung ansehen möchte (aus welchen Gründen auch immer), sei vorgewarnt, dass das gesprochene Englisch nicht nur – im Gegensatz zu anderen mir bekannten englischen und US-amerikanischen Serien – recht unverständlich ist, sondern auch noch mit unterschiedlichen Dialekten, Spezialausdrücken und sogar Chinesisch (letzteres kommt vor allem bei Flüchen aller Art zum Einsatz, taucht aber auch manchmal aus heiterem Himmel in anscheinend ‹harmlosen› Gesprächen auf) gemischt wird.

Nachdem ich die Originalstimmen der Schauspieler kenne, kam mir die deutsche Synchronisation des dazugehörigen Films allerdings so seltsam vor, dass ich diese auch nicht wirklich empfehlen kann (obgleich sie ohne Kenntnis der englischen Fassung vermutlich so schlecht nicht ist).

Wahlzulassung der Piratenpartei

05. Oktober 2008

Wer die Zulassung der Piratenpartei zur nächsten Bundestagswahl unterstüetzen möchte – sei es nun, weil er sie selbst gerne wählen würde oder einfach nur zur Parteienvielfalt auf dem Wahlzettel beitragen will – kann und möge dies doch bitte hier tun.

Die Themen der Piratenpartei umfassen hauptsächlich, aber nicht nur Urheberrecht, Datenschutz, Überwachungsstaat/Staatsüberwachung sowie Durchsetzung und Verbreitung von Errungenschaften als Allgemeingut (z.B. im Sinne von Open Source, Public Domain usw.) – nachzulesen hier.