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Monatsarchiv: November 2008

Kinderpornografie

30. November 2008

Ich bitte schon mal im Voraus um Verzeihung für diesen doch etwas reißerischen Titel. Aber ich muss da jetzt einfach mal drüber schreiben.

Wir hatten da mal so eine Diskussion in unserer Rechtsdozentur (bei einem -anwalt) zum Thema Jugendschutz (was auch sonst?), wo als Totschlagargument für die BPjM und Medienverboten (Beschlagnahmung) mal wieder alte Hut der Kinderpronografie rausgekramt wurde. Lautete dann in etwa so: «Und Spiele mit Kinderpornografie wollen wir ja schließlich alle nicht.»

Mein Einwurf, dass ich damit keine Probleme hätte, hat mir natürlich nicht grade Sympathien eingebracht. Aber sei’s drum. Ich finde nun mal, dass eine mediale Darstellung von etwas keiner reellen Handlung gleichkommt. Egal ob nun bei Mord oder Missbrauch. Pornografie ist ja auch nicht gleich Vergewaltigung, bloß weil in Pornos (oder anderesn Filmen) auch vergewaltigt wird (ich weiß, Gewaltpornografie ist in Deutschland ebenfalls verboten - und ich kenne bisher auch keinen, der öffentlich zugegeben hat, sowas gerne zu sehen - dennoch habe ich bisher nicht den Eindruck, dass viele Leute prinzipiell etwas gegen die Existenz solcher Medien haben). Dementsprechend: Kinderpornografie ≠ Sexueller Missbrauch (von Kindern).

Wohlgemerkt bezieht sich das nur auf kinderpornografische Darstellungen in Medien wie Videospielen, Comics oder Trickfilmen. Ich fände es schon etwas bedenklich, Realfilme mit derlei Inhalten zu drehen. Schließlich kämen da ja auch wieder echte Kinder drin vor.

Aber warum genau ist denn die Darstellung von etwas, das dabei nicht tatsächlich passiert, so schlimm? Eklig vielleicht, das will ich ja gar nicht bestreiten. Aber sowas ist immerhin Geschmackssache. Solange kein Kind zu Schaden kommt, verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Für Hostel ist ja auch keiner gestorben. Oder gefoltert worden.

Ist es nicht also naheliegend, dass - ähnlich wie nicht jeder Spieler von Manhunt 2 auch in der Realität ein folternder Serienmörder ist - auch nicht jeder, der ein Spiel mit kinderpornografischem Inhalt spielen würde, in Wirklichkeit Kinder vergewaltigen will?

Auch denke ich nicht, dass derlei Medien die letztendliche Gewaltverbrechensrate an Kindern erhöhen wurde. Warum? Leute, die sowas tun, tun es sowieso und bekommen sowieso Kinderpornos, falls sie die ‹nebenbei› auch noch konsumieren. Im Zweifelsfall auch welche mit echten Kindern (wobei ich das nicht als Argument nutzen würde, um irgendwas an sich zu legalisieren - denn auf «das passiert sowieso» kann man sich letztendlich auch bei Mord berufen). Zumal Pädophilie an sich, solange man deshalb nicht gleich Kinder sexuell belästigt, auch nicht per se schadet (ich will damit aber natürlich keine Aussage über die tatsächlichen Quoten machen). Wenn ich mir Folterpornos anschau, hab ich damit ja auch nicht gleich drei Frauen auf dem Gewissen. Würd ich auch nicht machen. Ich denke eher, dass wenn man sowas legalisiert, man es als ‹Kanal› für Triebe benutzen könnte… ähnlich wie Sport und dergleichen auch als Katalysator für echte Aggressionen und andere ‹niedere Triebe› dienen kann.

Ich sehe das hauptsächlich deshalb so, weil ich die Schlussfolgerung für logisch halte, dass man sich seine sexuellen Vorlieben nicht aussuchen kann. Sie sind einfach da. Man muss dann zwangsläufig irgendwie versuchen, damit umzugehen. Und je leichter es einem dabei gemacht wird, dies zu tun, ohne jemand anderem zu schaden - umso besser. Ganz einfach weil man sowas eben nicht ‹einfach› wegtherapieren kann.

Mir fällt also wirklich kein gutes Argument ein, warum die Darstellung von etwas verbotenem dadurch ebenfalls (automatisch) verboten sein sollte.

Neuigkeiten des Grauens

30. November 2008

Der Nacktscanner kommt nun wohl doch (zumindest soll er ab Dezember getestet werden - und wer testet etwas, wenn er nicht auch vorhat, es zu benutzen?).

Infostand

29. November 2008

Heute, 12.00-18.00 Uhr, zwischen Zeil und Main am Brunnen auf der Zeil.

Kurze Frage

27. November 2008

Ist das eigentlich «rechtens»? Wenn ja finde ich, dass das Wort «Rechtsstaat» doch irgendwie irreführend ist.

Vorratsdatenspeicherung gilt nicht für nichtkommerzielle Zwecke

25. November 2008

Zumindest laut Patrick Breyer. Dort steht nämlich nicht nur, dass Leute, die privat Dienste - zu denen unter anderem ein offenes W-LAN oder aber auch ein TOR-Server zählen dürften - betreiben, nicht zur Datenspeicherung verpflichtet sind, sondern auch, dass diese nicht mal freiwillig auf Vorrat speichern dürf(t)en, wenn sie wollten (was hoffentlich niemand tut!).

Kommerzielle Dienste sind übrigens ebenfalls ausgenommen, wenn sie nicht «öffentlich» sind, also nur einer begrenzten Anzahl an Personen zur Verfügung stehen. Das Netz eines - öffentlich zugänglichen - Vereins beispielsweise zählt aber wiederum nicht dazu.

Runes of… was?

25. November 2008

Nun war ich ja auf der diesjährigen Games Convention und habe wohl auch das ein oder andere Zettelchen mit meiner E-Mail Adresse verunstaltet - vorzugsweise natürlich, um an ein paar hübsche T-Shirts zu kommen.

Heute fand ich dann in meinem Spam-Postfach eine E-Mail mit dem Betreff «GC2008: Dein Closed Beta Key für Runes of Magic!» und folgendem Inhalt:

Hallo GamesConvention 2008 Teilnehmer,

vielen Dank für Deinen Besuch an unserem Stand für Runes of Magic auf der GamesConvention 2008, bei dem Du Dich für den Betatest von Runes of Magic registriert hast.

Und herzlichen Glückwunsch! Denn Du bist ausgewählt worden, am Closed Beta Test des Spiels teilzunehmen.

Mein erster Gedanke dazu war: Was zum Teufel ist «Runes of Magic» (ganz recht, es gibt dazu tatsächlich weder eine deutsche noch eine englische Wikipedia-Seite)? Immerhin bin ich schon mal soweit, dass es sich dabei wohl um ein MMORPG handeln muss. Nun habe ich keine Ahnung, warum ich zum Beta-Test angemeldet bin, aber anscheinend habe ich mich wohl etwas vorschnell - nämlich mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich dort sowieso niemals angenommen werde - dort registriert.

Ich gebe zu, das war schon selten dämlich. Aber was mache ich jetzt? Ich habe nicht nur eine inbrünstige Abneigung gegen Online-Multiplayer-Spiele, ich habe nicht mal einen PC, auf dem das ganze überhaupt laufen würde.

Ähm, ups?!

Ubuntu Privacy Remix

23. November 2008

Für Leute, die schon immer mal Linux austesten wollten oder eine einfache Lösung für die Erhöhung der Sicherheit & Privatsphäre am PC benötigen, für den könnte Ubuntu Privacy Remix interessant sein (natürlich auch für alle anderen).

Dabei handelt es sich um ein Projekt, dessen Ziel es ist, eine auf Ubuntu Linux basierende Live-CD zu erstellen, die eine abgeschottete Arbeitsumgebung darstellt. Erreicht werden soll dies einerseits durch die enthaltenen Programme (Verschlüsselungs-Software etc.) als auch durch ihre CD-Natur, die verhindern soll, dass unbemerkt schädliche Dateien oder Programme gespeichert werden. Zudem kann sie auch nicht mit dem Internet agieren, was den Zugriff von außen (z.B. durch Schad-Software) generell einschränken soll.

Ich persönlich finde die Idee ziemlich cool und praktisch (besonders für die etwas fauleren unter uns) und auch eine gute Gelegenheit, um mal ein wenig in Linux hineinzuschnuppern, ohne gleich irgendwelche Verpflichtungen einzugehen. Werde das ganze demnächst auf jeden Fall mal testen.

Übrigens gibt es auch einen neuen Pirate Stick, der in eine ähnliche Richtung geht (umfassendes «Sicherheitspaket» auf einem Trägermedium, das zur sofortigen und mobilen Nutzung verwendbar ist - allerdings handelt es sich dabei natürlich nicht um ein gleichermaßen abgeschottetes System, da der USB-Stick unter dem normalen Betriebssystem verwendet werden kann).

Keine Zeit

23. November 2008

Vor lauter Schule, Rollenspiel und Projekt kam ich in letzter Zeit (offensichtlich) nicht allzu viel zum Bloggen. Und das, obwohl es so viel zu schreiben gibt!

Anderes Thema: Anscheinend sieht es für die Piratenpartei Hessen unterschriftstechnisch momentan nicht so gut aus. Mist. Und jetzt? Ich kenn nicht viele Hessen und die wenigsten wollen auch noch für die Piraten unterschreiben. Aber grade wegen sowas ist es doch wichtig, dass die Piratenpartei auf dem Wahlzettel steht!

Motion Capturing

15. November 2008

Wir hatten letzte Woche Character-Design-Dozentur bei Harald Siepermann und ENDLICH ist auch mal jemand anderes der Ansicht, Motion Capturing sei nicht der Weisheit letzter Schluss in Sachen Animationen von Computer-Grafiken! Allein dafür könnte ich ihn ja knuddeln, wenn das nicht so vollkommen abwegig wär.

Laut seiner Aussage können Motion-Capturing-Aufnahmen zwar menschliche (oder auch andere) Bewegungen an sich ‹realistischer› darstellen, allerdings wirkt es dadurch eben letztendlich doch nicht echter… sondern, im Gegenteil - leblos. Und da stimme ich vollkommen zu. Ich meine, wenn man nur mal die Animationen von Heavenly Sword und Shadow of the Colossus vergleicht, haben letztere viel mehr Leben, Charakter und Tiefe (manche mögen es vielleicht auch «Seele» nennen). Was nützen mir diese ganzen talentierten Schauspieler in ihren schwarzen Noppenanzügen, wenn von ihrem Geist in der späteren Umsetzung letztendlich nichts mehr übrig bleibt?

Ich habe mal die Aufnahmen zu erwähntem Spiel gesehen - die waren wirklich nicht schlecht, diese Schauspieler. Trotz Fehlen jeglicher Kostüme oder Hintergrunddekoration kamen die Szenen gut rüber, weil sie voller Leben waren. Wenn man sich dagegen die fertigen CG-Sequenzen anschaut, wirken sie steif und leblos; egal, wie hübsch die Grafiken sind.

Warum ist es eigentlich erstrebenswert, dass Spiele (oder auch sonstige computer-generierte Grafiken) aussehen wie die Realität? Abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass das jemals zu 100% funktionieren wird. Im Stillstand vielleicht, aber nicht in der Bewegung. Wie dem auch sei, so toll ist die Realität doch gar nicht. Perfekt schon gar nicht. Ich persönlich finde es viel schöner und entspannter, wenn man sich ein wenig (oder auch ein wenig mehr) Freiheit nehmen und die Sachen so darstellen kann, wie sie der eigenen Meinung nach grad am besten passen oder das, was man ausdrücken möchte, am besten transportieren.

Der gleiche Grund greift für mich übrigens auch beim Vergleich von Zeichentrick- und CG-Animationsfilmen. Zumindest konnte mich bisher noch keine Produktion davon überzeugen, dass gezeichnetes nicht immer hübscher ist als computer-animiertes. Oder handgezeichnete Frames besser aussehen als am Computer erstellte (zumal Computer-Grafik und Handzeichnungen meines Erachtens allein von der Optik und vom Stil überhaupt nicht zusammen passen).

Und deshalb finde ich es auch überhaupt nicht abwegig, auch in aktuellen Spielen Cutscenes durch z.B. Anime-Sequenzen darzustellen. Denn im direkten Vergleich sind CG-Animationen (immer noch) einfach nur steif und unrealistisch; auch oder gerade wenn sie durch Motion Capturing erstellt wurden. Harald formulierte das so, dass Polygon-Charaktere alle das gleiche Gewicht hätten. Was auch irgendwie stimmt, wenn man mal drauf achtet, find ich.

Nennt mich von mir aus konservativ, aber das ist einfach meine Ansicht dazu. Ich finde, selbst wenn man die einfachen, fast schon kritzeligen Zeichnungen eines Edna bricht aus mit den sterilen Polygon-Figuren aus Crysis vergleicht, versprüht letzteres lange nicht so viel Charme. Egal, wie toll und realitätsnah die Grafik auch sein mag. Und «Edna» ist noch nicht mal besonders toll oder aufwendig animiert.

Ich zumindest würde handgemachte Key Frames jederzeit teuer produzierten Motion Captures vorziehen. Genauso wie ich gezeichnete Szenen immer lieber ansehen werde als am Computer erstellte.

Neuwahlen in Hessen

14. November 2008

Wie ja mittlerweile bekannt sein dürfte, wird es voraussichtlich am 18. Januar Neuwahlen in Hessen geben. Leider müssen zu einer Neuwahl auch noch mal alle Wahlzulassungen neu eingeholt werden, für die ja bekanntlich eine gewisse Anzahl an Unterschriften nötig ist (in diesem Fall 1000).

Aus diesem Anlass noch mal der Aufruf bzw. die Bitte an alle Einwohner Hessens, die Piratenpartei Hessen mit einer Unterschrift dabei zu unterstützen, zur Wahl zugelassen zu werden.

Dies kommt natürlich nicht einer Stimmabgabe gleich; die Piraten müssen also im Zweifelsfall nicht mal gewählt werden. Sie bekommen allerhöchstens eine Chance, überhaupt auf dem Wahlzettel zu stehen.

Die Ziele der Piratenpartei umfassen einen transparenteren Staat statt gläsernem Bürger, Stärkung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung, weniger Überwachung, Förderung und staatlicher Einsatz freier Software, Open Access, Förderung von freiem Wissen anstatt dessen Behinderung durch DRM und (andere) Kopierschutzmaßnahmen, weniger Patente, Erlaubnis der Privatkopie, kein Verbot von «Killerspielen».

Außerdem sind sie gegen die Vorratsspeicherung und Änderung des BKA-Gesetzes.