Anscheinend sieht ein Großteil der Internetanbieter die Sache mit der Netzzensur doch nicht ganz so, wie Ursula von der Leyen es wie üblich eifrig mit dabei, aber wundert das eigentlich noch jemanden?
Monatsarchiv: Januar 2009
Doch (noch) nicht
16. Januar 2009Schweiz, anyone?
15. Januar 2009War ja klar, dass die da gleich begeistert mitmachen.
Hoffentlich springt da wenigstens ein halbwegs vernünftiger Anbieter nicht mit auf. Bei dem tummeln sich am Ende dann die ganzen Verbrecher Generalverdächtigen…
Einen schönen Text dazu auch noch mal hier (ihr wisst schon, mit den ganzen Argumenten und so, für die ich grade zu faul bin, weil die ja eigentlich sowieso auf der Hand liegen… sollten).
Sind Stimmen für kleine Parteien verschenkte Stimmen?
14. Januar 2009Ralph meint: nein. Und ich auch. Denn auch, wenn eine Partei die 5%-Hürde letztendlich nicht überschreitet, so gibt es trotzdem ab 1% (bzw. 0,5%) Wahlkampfkostenerstattung für diese Partei, so dass es aus Sicht der Partei schon mal definitiv einen Unterschied machen kann. Außerdem unterstützt man, indem man nicht oder ungültig wählt, schon mal automatisch die etablierten Parteien; in der Regel die mit den meisten Prozentpunkten. Auch bekommen sie dadurch letztendlich mehr Geld durch Kostenerstattung.
Man sollte auch bedenken, dass eine kleine Partei überhaupt nur wachsen kann, wenn sie erstmal Leute wählen, auch wenn sie noch keine Aussicht auf 5% der Stimmen haben. Denn kaum eine Partei fängt wohl mit so großen Anteilen an.
Und zu guter Letzt… wer gar nicht wählt, hat am Ende zumindest weniger Legitimation, sich über die herrschenden Verhältnisse zu beschweren, da er sich ja aus der Willensbildung heraushält und damit effektiv zu verstehen gibt, dass er mit der Meinung der Mehrheit einverstanden ist. Wenn man zur Politik an sich keine Meinung hat, kann man das vielleicht tun, ansonsten sollte man es – meines Erachtens – nicht.
Ausführliches dazu und einen Parteienvergleich gibt es auch noch.
Ja scheiß die Wand an…
13. Januar 2009War ja klar. Das ist jawohl mal wieder sowas von dreist… aber wir brauchen die Internetzensur ja wegen der Kinderpornografie. Nur. Dass die sich nicht schämen… (gefunden bei Fefe)
Gesetze
13. Januar 2009Warum bekommen kleinere Parteien, obwohl eine Gleichbehandlung gesetzlich vorgeschrieben (Absatz 6&7) ist, in den öffentlich-rechtlichen Programmen Hessens eigentlich viel weniger Sendezeit als die großen, bereits bekannten Parteien?
Besonders interessant finde ich dazu diesen Abschnitt:
6. Während des Wahlkampfes ist lediglich den politischen Parteien, die in allen Wahlkreisen Wahlvorschläge eingereicht haben, Sendezeit zu gewähren. Die Sendezeit muß gleichlang und gleichwertig sein.
Heißt das, wenn es nicht überall Wahlkreiskandidaten gibt (und solche aufzustellen, ist nicht soo einfach, wie man vielleicht denkt, da eine kleinere Partei ja zusätzlich zu den ohnehin schon geforderten 1000 Unterschriften dann noch mal welche für die ganzen Wahlkreise von dort lebenden Personen braucht)? Auch, wenn das in bezug auf kleine Ein-Mann-Parteien vielleicht irgendwo verständlich ist, finde ich das nicht ganz koscher. Insbesondere, weil die Chancen für eine kleine Partei – oder überhaupt die meisten neben SPD und CDU – eine Kandidatenstimme zu bekommen, ja noch mal geringer sein dürften als für eine Zweitstimme, da bei den Direktmandaten letztendlich nur derjenige mit den meisten Stimmen weiterkommt.
Und warum bekommen Parteien, die einen höheren Mitgliedsbeitrag verlangen und mehr Spenden bekommen, auch eine höhere Wahlkostenerstattung (Absatz 1&5)? Müssten die nicht sowieso schon mehr Geld wegen des höheren Beitrags haben? Warum geht das überhaupt über den Beitrag und nicht, sagen wir mal, die Mitgliederanzahl an sich? Sollte es nicht eher möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, sich auf diese Weise politisch zu engagieren? Und wenn nicht – sollten dann nicht wenigstens alle Parteien immerhin gleich behandelt werden, also gleich viel Erstattung bekommen?
Und wenn wir schon dabei sind, wieso beträgt die Obergrenze für staatliche Zuwendungen die der sonstigen Einnahmen der Partei (Absatz 4)? Ist es nicht vollkommen widersinnig, dass die, die ohnehin wenig einnehmen, auch nur wenig refinanziert bekommen können, während die, die bereits hohe Einnahmen haben, auch mehr zurückfinanziert kriegen? Ich meine, wo ist denn da bitte die Logik? «Ihr bekommt schon so viel, da darf’s ruhig noch ein bisschen mehr sein!»?
Also gerecht finde ich das nicht.
Warum ich die Piratenpartei wähl(t)e
11. Januar 2009Bald sind ja nicht nur Landtagswahlen in Hessen, sondern auch Bundestags- und Europawahl. Da ich meine Stimme bei der letzten Landtagswahl der Piratenpartei gegeben hab und dies bisher auch für die nächsten Wahlen vorhab, wollte ich hier einfach mal die – für mich ausschlaggebenden – Argumente anführen.
Bevor man das erste Mal wählen darf (und natürlich nicht nur dann), fragt man sich natürlich, für wen man denn nun stimmen soll. Zunächstmal sind da natürlich die großen, die sogenannten «etablierten» Parteien. Als ich mir zum allerersten Mal Gedanken über das Thema machte, das ist schon recht lange her, waren mir spontan die Grünen am sympathischsten… wie gesagt, es ist lange her. Die CDU war nie mein Fall. Wer vertraut schon allen Ernstes einer Partei, deren Name das Wort «christlich» enthält? Auch die SPD ist durch ihre Politik mit den Jahren immer mehr in meinem Ansehen gesunken; die jüngsten Überwachungsgesetze sind da nur der Gipfel. Auch beim Thema Jugendschutz verhielten sich diese Hampelmänner immer furchtbar übertrieben und engstirnig. Nein, eindeutig nicht meins.
Nun, die FDP. Teilweise stimme ich dem Grundgedanken der Freiheit ja durchaus zu… dennoch kann ich mich nicht wirklich für Neoliberalismus erwärmen. Alles privatisieren? Ich denke nicht, dass das letztendlich im Sinne aller ist. Zudem war und ist mir die FDP als Partei suspekt. Noch mehr als den anderen scheint es hier hauptsächlich ums Regieren zu gehen – egal mit wem, egal, zu welchen Konditionen, egal, ob es überhaupt Schnittmengen gibt. «Machthure» fällt mir spontan dazu ein.
Zu ‹guter› Letzt, die Grünen (damals gab es die Linkspartei in der Form noch nicht, daher dazu später mehr). Kennen gelernt habe ich die noch, als sie tatsächlich für ihre Ziele standen. Aber irgendwie haben die sich mittlerweile so viel geleistet und damit ihre Inhalte verwässert, dass ich wirklich kaum noch Übereinstimmungen mit der ursprünglichen Zielsetzung erkennen kann. Überhaupt kann ich ja nicht anders, als einer Partei, die mit der CDU koaliert, skeptisch gegenüber zu stehen.
Dann kam plötzlich die Linkspartei dazu und pries sich selbst mehr oder weniger als ‹neue SPD› an (nun, so wortwörtlich hätte das vermutlich nie jemand zugegeben). Teilweise kann ich ihren Ideen sogar zustimmen, wenn auch – theoretisch – noch mehr Überschneidungspunkte mit den Grünen gewesen wären. Die Linkspartei ist zur Abwechslung sogar gegen Überwachung.
Letztendlich läuft es aber darauf hinaus – jede dieser Möglichkeiten entspräche für mich nur dem geringstmöglichen Übel. Denn generell haben alle großen politische Parteien bei mir ein immenses Vertrauensproblem. Sie könnten da sagen und versprechen, was sie wollten, ich würde es ihnen doch nicht glauben (können). Und, wie gesagt, es ginge immer bloß darum, denjenigen herauszufinden, den ich als am wenigsten scheiße einschätzen würde.
Und dann gab es da plötzlich diese Piratenpartei, deren Hauptanliegen es war, gegen die zunehmenden Überwachungsmaßnahmen vorzugehen. Außerdem sind sie für die Privatkopie und halten das momentane Jugenschutzgesetz für absolut ausreichend (immerhin – ich halte es für zu restriktiv). Alles Punkte, die ich unterstütze. Ja, es ist eine Themenpartei. Ja, sie ist klein. Ja, sie ist nicht «professionell». Aber grade deshalb ist sie für mich glaubwürdiger.
Diese Leute tun das nicht für Geld – denn sie bekommen gar keins – und es lohnt sich als Kleinpartei mit unter einem Prozent der Stimmen vermutlich kaum, sich für den Mainstream der Wähler zu prostituieren. Wenn man das will, könnte man ja sowieso einfach einer der größeren Parteien beitreten. Nein, hier sagt man ganz entschieden, man will nur dort etwas fordern, wo man sich auch auskennt (nichts von wegen «Ich weiß zwar nicht, wie man einen Computer bedient, aber dieses Internet muss unbedingt verboten werden!» – sorry, extrem überspitzte Darstellung). Zudem hat sie für mich diesen Charme, das etwas zwar nahezu ohne jegliche Mittel, aber mit sehr viel Herzblut und Überzeugung gemacht wird. Weil sie dahinterstehen. Nicht, weil das Stimmen bringt oder irgendwo gut ankommt.
Aber auch davon abgesehen war es das erste Mal, dass die Aussagen einer Partei auf mich nicht nur einen (relativ) vernünftigen Eindruck machten anstatt den eines mehr oder weniger Marketing-Textes aus dem Baukasten, mit dem man bei möglichst wenig Leuten aneckt, sondern auch das erste Mal, dass mich eine Alternative wirklich überzeugt hat und nicht nur die am wenigsten beschissenste aller möglichen Optionen darstellte.
Und ihre Aktionen sind lustig. Natürlich sagt das nichts über ihre Politik aus, aber immerhin sind sie nicht um jeden Preis ‹seriös› wie die anderen. Gefällt mir.
Als kleine und vor allem junge Nischenpartei wird sie so schnell vermutlich nicht allzu viel Einfluss gewinnen. Aber das macht mir nichts. Solange ich etwas aus tatsächlicher, echter Überzeugung wählen kann, kann ich damit leben, dass die Einflussmöglichkeiten nicht so groß sind wie bei einer sehr großen Kompromisslösung, von der mir 50% ohnehin nicht zusagen. Meine Stimme zählt sowieso immer gleich viel, ganz egal, wem ich sie gebe.
Bevor das jetzt jemand falsch versteht: Ich will die Piratenpartei hier keinesfalls als den Messias oder ähnliches darstellen. Sicherlich sind das auch nur Menschen, die niemals alles perfekt machen werden. Das kann man wohl leider nicht erwarten. Aber zumindest der Ansatz ist gut und vielversprechend, und vielleicht kann darauf aufbauend wirklich etwas nützliches geschaffen werden. Zumindest ist der generelle Ansatz schon mal anders, was ich persönlich sehr begrüße. Denn wenn man nicht mal was anderes ausprobiert, kann sich ja nichts ändern.
Die coolste ‹Band› der Welt
10. Januar 2009…ist momentan wohl immer noch Nine Inch Nails. Hier haben sie mal wieder ein bisschen was umsonst veröffentlicht, diesmal hochauflösendes Rohvideomaterial zu drei Live-Shows über BitTorrent.
Hmm?
05. Januar 2009(Ja, ich gestehe, ich schaue Criminal Minds.)
Ist es nicht ein klitzekleines bisschen unlogisch oder zumindest unglaubwürdig, dass sich ausgerechnet Reid mit dem «fotografischen Gedächtnis» nicht mehr richtig an den Nachnamen von Penelope Garcia erinnert? Nur so ein Gedanke…
Oder vielleicht hat er ihn ja einfach bloß nie gelesen *hust*
Geht wählen!
04. Januar 2009Am 18. Januar ist Landtagswahl in Hessen und ich kann nur allen Wahlberechtigten, die eine Meinung zur aktuellen politischen Lage haben, ans Herz legen, wählen zu gehen. Wer nicht oder ungültig wählt, unterstützt damit den Status quo! Gibt man seine Stimme jedoch einer kleinen Partei – deren Inhalte und Programm man natürlich unterstützenswert finden sollte – kostet dies die großen Parteien selbst unter der 5%-Hürde womöglich Wahlfinanzierung und bringt genannten Kleinparteien etwas mehr Geld ein, mit dem diese mehr Leute erreichen und somit wachsen können.
Weitere Argumente und Gedanken zur Wahl gibt es übrigens hier (danke Walter).
Jeder fängt einmal klein an, auch die Grünen, und anders als mit wirklich anderen Parteien kann man meines Erachtens letztendlich auch nicht viel verändern (so man es denn will). Was nicht heißen soll, dass man nur Kleinparteien wählen soll; wenn man die großen für eine wirklich sinnvolle Alternative hält… bitte. Jede Gegenstimme zur CDU kann nicht vollkommen verkehrt sein, auch wenn ich von der SPD nahezu eben so wenig halte. Aber das ist ja Geschmackssache. Hauptsache, es macht sich überhaupt mal jemand die Mühe, politisch ein wenig aktiv zu werden.
Galerians: Rion
03. Januar 2009Nachdem ich ja grade erst Galerians für PlayStation durchgespielt habe, musste ich mir im Anschluss natürlich auch noch den darauf basierenden CG-Film Galerians: Rion zu Gemüte führen.
Der Film hält sich dabei recht genau an die Vorlage, mit einigen Freiheiten im Detail. Diese bestehen zum großen Teil aus Aussparungen und leichten visuellen Veränderungen, neue oder veränderte Szenen gibt es nur ein oder zwei, auch die Dialoge sind meistens nah am Original (zumindest, soweit ich das beurteilen kann – habe von «Galerians» nur die deutsche Version gespielt).
Bei einigen Mono- und Dialogen ist mir jedoch aufgefallen, dass selbst winzigkleine Änderungen an der mir bekannten Formulierung die Aussage bereits völlig verändern, oder zumindest stark abwandeln können. Jetzt bin ich mir natürlich nicht sicher, ob das explizit so beabsichtigt war oder es sich lediglich um Unschärfen der Übersetzung (wie gesagt, ich spielte die deutsche version des Spiels und sah eine englisch untertitelte Fassung des Films) handelt… weiteres Eingehen auf diese Unterschiede würde im Übrigen in weitreichenden Spoilern enden, so dass ich an dieser Stelle darauf verzichte.
Qualitativ ist die Grafik hochwertiger als die des Spiels, dessen Render-Sequenzen doch recht steif und teilweise lieblos wirkten. An FMVs aktueller Spiele (oder gar Filme) kommen die Animationen zwar trotzdem nicht ran, aber sei’s drum. Was mir viel eher aufstößt, ist das Erzähltempo. Mag daran liegen, dass ich den Plot aus der Videospielvorlage bereits kenne, aber mir erschien die Erzählweise sehr straff und ohne viel Entwicklungsspielraum für die Charaktere. Selbst das Original hatte mehr davon, und da wurde immerhin ein großer Teil mit reiner Spielzeit ‹vergeudet›. Andererseits dauern dessen Filmsequenzen insgesamt vermutlich auch länger als eineinhalb Stunden…
Trotzdem hatte ich irgendwie den Eindruck, dass von den vorhandenen Szenen hauptsächlich die action-lastigen umgesetzt wurden anstatt mehr auf die Charakterentwicklung zu achten. Das finde ich in Anbetracht der Figuren – insbesondere natürlich Rion – etwas schade, da grade bei solchen Sachen doch eigentlich die Stärken einer filmischen Umsetzung hätten liegen können.
In der englischen Version wurden übrigens einige – oder auch alle – Musikstücke durch Lieder bekannter Bands ausgetauscht, was meistens allerdings nur leidlich passt. Vor allem hat das aber auch zur Folge, dass häufig Sound-Effekte einfach fehlen (vergessen?), was das ganze Geschehen noch künstlicher erscheinen lässt. Synchrontechnisch ist die Qualität gemischt; Rion’s Stimme klang mir persönlich etwas zu alt, während z.B. Rita meines Erachtens passend besetzt war.
Anders als in der PlayStation-Fassung heißt der Chefarzt hier allerdings «Dr. Rem» und nicht «Dr. Lem» (in Japan gibt es keinen Unterschied zwischen «L» und «R»), wodurch die Anspielung auf den gleichnamigen Autor verloren geht (ich nehme mal an, dass es sich um eine handelt).
Letztendlich kann ich nicht wirklich einschätzen, wie der Film auf mich gewirkt hätte, hätte ich die Geschichte nicht bereits aus dem Videospiel gekannt. Im direkten Vergleich würde ich vom jetzigen Standpunkt aus das Spiel jederzeit vorziehen – mag daran liegen, dass ein eher simpler Plot als Spiel nahezu immer besser ‹wirkt›. Es ist einfach schöner, wenn sich die Handlung langsamer entfaltet, man selbst etwas zur Aufdeckung der Rätsel und Mysterien beiträgt… und letztendlich fühlte ich mich auch dem Hauptcharakter verbundener und näher, als ich ihn noch selbst ‹kontrollierte› und nicht lediglich beim Handeln zusah.
Und das, obwohl der Löwenanteil der Story auch in der Vorlage durch Cutscenes und Render-Videos vermittelt wurde.





