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Monatsarchiv: Juni 2009

Code Geass

07. Juni 2009

Vor ein paar Tagen habe ich die zweite Staffel des Anime Code Geass beendet. Ich hatte keine großen Erwartungen an die Serie, bin auch eher zufällig daran geraten.

Auf den Inhalt will ich an dieser Stelle auch nur ganz kurz eingehen: Die Serie spielt in einer nahen Alternativzukunft, in der sich die Welt größtenteils auf das Heilige Britische Reich, die Chinesische Föderation sowie das Euro Universe aufteilt. Japan ist dabei als sogenannte «Area 11» eine Kolonie von Britannien und die Einwohner werden nur als «Eleven» oder «Numbers» bezeichnet. Die Story verfolgt dabei den ehemaligen britischen Prinzen Lelouch Lamperouge, der mit seiner Schwester Nunnally inkognito in Japan lebt. Nachdem er von der mysterösen C.C. ein sogenanntes «Geass» erhält, das ihm die Macht verleiht, anderen durch Blickkontakt Befehle zu erteilen, wird er unter dem Pseudonym «Zero» (inklusive peinlichem Kostüm und Maske) Anführer des terroristischen Ordens der Schwarzen Ritter.

Das Szenario ist natürlich relativ weit hergeholt, soll mich an dieser Stelle aber nicht weiter stören. Viel auffälliger war für mich, dass es im Verlauf der Serie irgendwie kein Charakter so richtig schaffte, meine Sympathien auf sich zu ziehen. Der Hauptcharakter fällt durch seine generelle Unehrlichkeit und Neigung, alle Menschen außer seiner Schwester lediglich als Schachfiguren anzusehen sowie seiner Handlungsmaxime, der Zweck heilige die Mittel, schon mal prinzipiell raus. Auch Suzaku Kururugi, sein ehemaliger Kindheitsfreund, konnte bei mir zwar im späteren Verlauf durchaus Interesse wecken, mögen tu ich ihn jedoch ebenfalls nicht.

Natürlich sind Charaktersympathien nicht das wichtigste. Und so hatte ich trotz dessen durchaus Spaß mit «Code Geass» – vor allem, da grade diese Abneigung gegen nahezu alle Figuren ihrerseits wiederum einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt hat. Denn so egoistisch und verdreht Lelouch und die anderen auch scheinen mögen, so ist es doch eine reizvolle Herausforderung, zu versuchen, sich ein wenig in sie hineinzuversetzen und ihre Beweggründe zu verstehen. Grade weil das alles so abwegig und ‹falsch› scheint – man braucht ja schließlich auch mal neue Perspektiven.

Was ich hingegen schade fand, war, dass zwar durchaus einige sehr vielversprechende Themengebiete angesprochen und gestreift wurden, hier allerdings nicht das volle Potential ausgeschöpft wurde und meines Erachtens vieles auf der Strecke blieb (allein die Szene, in der Euphemia von Zero versehentlich befohlen wird, alle Japaner auszulöschen, hätte so viel mehr bieten können, wäre man in irgendeiner Weise darauf eingegangen, dass ihr Ritter Suzaku ursprünglich ebenfalls Japaner ist). Sei es nun dadurch, dass viele Protagonisten, bevor sich die Erzählung ‹ihrer› Konflikte annahm, das Zeitliche segneten oder die Angelegenheiten durch anderweitige Gründe versandeten. Teilweise wurden diese sogar mehr oder weniger einfach unverfolgt stehengelassen! Meiner Ansicht nach hätte man sich hier ruhig mehr Zeit für die einzelnden Charaktere nehmen können; der generellen Dramatik hätte es sicher gutgetan.

In späteren Episoden von «R2» leidet dann teilweise auch noch der Plot und ich bekam leicht das Gefühl, die Autoren wussten selbst nicht so genau, was sie dem Zuschauer eigentlich vermitteln wollten. So ist der eigentliche Höhepunkt der zweiten Staffel schon irgendwo zwischen Episode 16 und 20 (nachträgliche Schätzung) erreicht; danach gibt es nur noch ein wenig Geplänkel sowie relativ vorhersehbare Handlungen.

Noch ein kurzer, spoiler-lastiger Kommentar zum Ende: Ungeachtet aller vorherige Ereignisse und Grausamkeiten, die während der Geschichte stattfinden und der generellen Aussage über die menschliche Natur zum Trotz (die zumindest ich in der Handlung zu erkennen glaubte), ist das Ende doch ziemlich kitschig geraten. Meiner Meinung nach kein guter Abschluss einer eigentlich recht unterhaltsamen Serie.

Ungeachtet dessen soll hier aber erwähnt werden, dass ich trotz der kleineren (und eventuell auch größeren) Mängel durchaus meine Freude an «Code Geass» hatte – ansonsten hätte ich mir den Anime sicherlich nicht bis zum Ende angesehen.

P.S. Ich habe es geschafft, einen ganzen Text über «Hangyaku no Lelouch» zu verfassen, ohne dabei ein einziges Mal über Nunnally abzulästern! YES!!1!

Laut BILD bin ich gaga

06. Juni 2009

Um mal aus deren Fakten zur Europawahl zu zitieren:

Der Stimmzettel ist 94 Zentimeter lang, denn: 31 Parteien treten an, darunter alle Bundestagsparteien – aber auch Gaga-Vereine wie die «Piraten-Partei».

Wer könnte da widersprechen? Die kennen sich schließlich damit aus.

(K)eine Wahlempfehlung

05. Juni 2009

Ganz nach dem Vorbild von Markus möchte ich an dieser Stelle einmal keine Wahlempfehlung für die anstehende Europawahl am Sonntag geben – jedoch mit der dringenden Empfehlung, wählen zu gehen!

Und zwar möchte ich von der Wahl der CDU/CSU sowie der SPD abraten. Warum? Nun, eigentlich braucht man dafür nur einmal diese hübsche Grafik betrachten, damit einem klar wird, warum die beide absolut unwählbar sind. Aber ich führe auch gerne noch ein wenig aus…

Zunächst einmal zur CDU und deren Anhängsel der CSU: Diese Leute haben nicht nur offensichtlich keine Ahnung, wovon sie redensie geben auch noch zu, dass sie aufgrund bürokratischer Hürden schon mal die Grundrechte mit Füßen treten (die SPD ist allerdings auch nicht besser, aber dazu gleich mehr). Bei der C[DS]U habe ich generell immer das Gefühl, das ist im Grunde nur ein gebündelter Haufen Inkompetenz – sorry, aber anders kann ich das gar nicht ausdrücken. Wann tun (oder zumindest sagen) die denn mal etwas, von dem sie auch zumindest halbwegs was verstehen? Und jetzt kommt mir nicht mit «Rechtsstaat abschaffen» oder so…

Dann zur SPD. Diese tut sich ja in letzter Zeit häufig dadurch hervor, dass sie sich überhaupt nicht hervortut dass sie die anderen Parteien schlecht macht. Nichts gegen das Schlechtmachen der anderen Parteien an sich – die haben das sicherlich alle verdient – aber «kuckt mal, die anderen sind doch noch viel döfer als wir!» war meines Erachtens noch nie ein wirklich gutes Argument, um damit gewählt zu werden. Abgesehen davon, dass das natürlich auch wieder ein diskutabler Punkt ist. In Sachen Bürgerrechte hat sich die SPD jedoch auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert und selbst wenn sie sich mal negativ zu irgendwas äußern, stimmen sie ja dann letztendlich doch im Einklang mit ihrem Koalitionspartner oder nach Fraktionszwang ab. Und überhaupt, der und der gehören ja auch zu dem Verein…

Nun… so viel von mir dazu. Ich könnte natürlich auch noch anfangen, Gründe aufzuzählen, warum die anderen Parteien mehr oder weniger unwählbar sind – nur würde dann wohl kaum noch eine übrig bleiben. Und nur schlechtmachen will ich hier ja auch nicht; vielmehr geht es darum, Schaden einzudämmen.

Warum man aber definitiv wählen gehen sollte (zumindest, sofern man ein Mindestmaß an Ahnung hat), steht nicht nur hier (bezieht sich allerdings auf die Bundestagswahl, ist meines Erachtens aber übertragbar)… und warum man an der Europawahl im speziellen teilnehmen sollte, auch wenn das Parlament eher wenig bis keine Kompetenzen hat, liegt mindestens shcon mal darin begründet, dass ein Großteil der Überwachungsgesetze der letzten Zeit durch das ‹Hintertürchen› EU bei uns eingeschleust wurden. Scheint ein beliebter Weg zu sein, unliebsame Gesetze, die auf nationaler Ebene aus unterschiedlichen Gründen scheitern, durchzudrücken. Und von den mangelhaften «demokratischen» Strukturen in der EU muss ich hoffentlich nicht anfangen, oder…?

Disclaimer: Ich bin selbst Mitglied der Piratenpartei und der Jungen Piraten; auch wenn das hier vorrangig natürlich kein Aufruf sein soll, die zu wählen.

Millionen Spieler werden mal wieder kriminalisiert

05. Juni 2009

Bei dieser Meldung (auch auf gulli) kann man sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen… dass Politiker absolut beratungsresistent sind, dürfte ja mittlerweile keinen mehr überraschen – dennoch traurig, dass in einer angeblich «aufgeklärten» Gesellschaft immer noch solche Zustände herrschen. Noch besteht ja die Hoffnung, dass das – wie das angedachte Paintball-Verbot – nicht durchkommt; wir werden also sehen…

Freiheit statt Angst – Demo in Mainz

05. Juni 2009

Diesen Samstag, den 06. Juni 2009, findet, nach Berlin und Hamburg, eine weitere Demonstration unter dem Motto «Freiheit statt Angst» gegen Überwachung und Zensur in Mainz statt. Beginn ist 10.00 Uhr, es sprechen unter anderem auch zwei Piraten und Mitglieder anderer Parteien/Organisationen (Linkspartei, Junge Liberale).

Und für alle, die noch unschlüssig sind, ob sie kommen sollen oder sich das überhaupt ‹lohnt›, hier ein paar Argumente für die Teilnahme an Demonstrationen und anderen politischen Aktionen.

Linux für Netbook: Linux Mint

03. Juni 2009

Nun habe ich ja seit einiger Zeit meinen EeePC 901 und bin grade dabei, einige Linux-Distributionen darauf auszutesten – denn das mitgeliefterte Windows XP muss ja nicht unbedingt sein. Da sich vom zur Installation verwendeten USB-Stick allerdings nicht booten ließ und ich an fremden Sachen ungerne herumspiele, musste ich vor jedem Test eine volle Installation durchführen, was dann auch entsprechend Zeit kostete. Aber davon soll dieser Post nicht handeln.

Kurze Anmerkung vorweg: Ich nutze Linux erst seit kurzer Zeit und bin entsprechend alles andere als darin bewandert. Wenn ich also schreibe, ich hätte eine bestimmte Option nicht gefunden, heißt das nicht, dass diese nicht existiert. Ansonsten schildere ich selbstverständlich nur meine persönlichen Eindrücke und erhebe keinerlei Anspruch auf irgendwas.

Als ersten Kandidaten hatte ich – auch aufgrund meiner auf dem Desktop PC sehr angenehm zu benutzenden Kubuntu-Installation – mal kurzzeitig Eeebuntu ausprobiert (mit XFCE als Desktop-Umgebung). Da ich es dort allerdings nicht einmal schaffte, überhaupt irgendein WLAN-Menü aufzurufen, flog es auch relativ schnell wieder runter (man merkt schon: zu dem Zeitpunkt hegte ich noch die Hoffnung, es gäbe eine Distribution, bei der das alles out of the Box funktionieren würde).

Direkt danach habe ich mir dann mal versuchsweise Linux Mint mit Fluxbox raufgezogen, obwohl das eigentlich gar keine netbook-spezifische Version ist. Entsprechend ist das ganze auch recht lahm – sogar langsamer als das immer noch vorhandene XP. Dummerweise habe ich es auch nicht geschafft, die Schriftgröße des Rechtsklickmenüs sowie der Fenstertitel in der Taskleiste/Toolbar zu erhöhen, obwohl dies für die Leiste an sich (Datumsanzeige, etc.) funktioniert hat. So passiert es leider oft, dass Teile von Fenstern zu groß für das Display geraten und während der Benutzung umständlich verschoben werden müssen.

Ansonsten komme ich mit Felicia ganz gut zurecht, allerdings habe ich es trotz tatkräftiger Unterstützung nicht geschafft, kabellos ins Netz zu kommen. Als das dann auch bei einem Feldversuch unter Windows nicht wollte, machte sich in mir schon die Befürchtung breit, irgendwas sei kaputt. Glücklicherwiese behob eine Treiber-Neuinstallation hier jedoch dieses Problem. Ich hätte ja nie gedacht, dass sowas tatsächlich mal funktioniert…

Linux Mint ist allerdings nach wie vor drahtlos offline. Ich habe auch keine Ahnung, was ich da noch probieren soll – habe alle Treiber durchprobiert, das ganze sowohl per Wicd-Manager als über’s Terminal zu starten versucht und alles war mehr oder weniger erfolglos. Aufgrund der Geschwindigkeitsprobleme scheint es mir aber sowieso vernünftiger, noch mal ein paar Alternativen durchzuprobieren. Ganz oben auf meiner Liste stehen dabei #! und Easy Peasy – falls die auch nichts nützen, muss ich wohl auf die Ubuntu-Version von MobLin warten.