Worum es sich bei Firefly handelt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Kurzfassung: Eine Sci-Fi-Serie mit Western-Elementen von Joss Whedon (Buffy, Angel).
Ich habe mir die recht kurze Serie (nur 14 Episoden, davon die erste in Spielfilmlänge, plus den Kinofilm Serenity) neulich angesehen. Da sie mir im Originalton vorlag, konnte ich einige Verständnisschwierigkeiten nicht vermeiden (mein Hörverstehen ist leider schlechter, als ich es gerne hätte).
Obwohl der Anfang keinen allzu fesselnden Eindruck machte, habe ich mich erstmal nicht abschrecken lassen - wenn man schon mal alles da hat… wie dem auch sei, wider Erwarten wurde das ganze mit zunehmender Episodenzahl jedoch interessanter. Während der Pilotfilm durchaus seine Längen hat, wurden mir in den späteren Folgen einige der Charaktere durchaus sympathisch (oder sagen wir besser: ihre Interaktionen wurden unterhaltsamer). Zwar handelt es sich nicht unbedingt gleich um eine Charakterstudie, interessant sind die handelnden Personen aber allemal. Und im Falle von Kaylee sogar auch noch niedlich.
Auch fand ich die Vermischung von Science-Fiction- mit Western-Elementen überraschend unaufdringlich (ich hatte da schon schlimme Befürchtungen, obwohl ich eigentlich weder mit dem einen noch mit dem anderen Genre ein generelles Problem habe). Zwar kann das ganze nicht gerade durch Plausibilität überzeugen (wir haben Laser-Waffen, benutzen aber Colts?), störend ins Gewicht fallen tat es für mich aber nicht. Auffallend war eher, dass die Serie dadurch nicht wie aus dem Standard-Sci-Fi-Baukasten wirkt, sondern mal eine etwas andere Atmosphäre bietet als die übliche Genre-Kost. Und das trotz Raumschiffen und anderen Planeten.
Zunächst überraschend ungewohnt war für mich auch der Verzicht auf Toneffekte im Weltraum, obwohl mir eben jenes bei fast allen anderen Produktionen immer sofort sauer aufstößt (ja, Star Wars, ich schaue in deine Richtung). Aber wenn man es dann tatsächlich mal erlebt, ist es plötzlich doch überraschend… lautlos. Auch dies trägt natürlich zum speziellen Ambiente von «Firefly» bei, auf dessen Weltraumreisen man sich ungleich einsamer vorkommt als bei anderen Vertretern des Genres.
Auch ist der Verzicht auf Aliens jeglicher Art (und insbesondere irgendwelcher kleinen grünen grauen Männchen) mehr als erfrischend. Nichts gegen Außerirdische an sich, aber deswegen muss es ja nicht gleich jeder machen.
Bereits aus Blade Runner bekannt kam mir hingegen die Vermischung asiatischer und westlicher (in diesem Falle chinesischer und US-amerikanischer) Kultur vor.
Wer sich die Serie in der Originalfassung ansehen möchte (aus welchen Gründen auch immer), sei vorgewarnt, dass das gesprochene Englisch nicht nur - im Gegensatz zu anderen mir bekannten englischen und US-amerikanischen Serien - recht unverständlich ist, sondern auch noch mit unterschiedlichen Dialekten, Spezialausdrücken und sogar Chinesisch (letzteres kommt vor allem bei Flüchen aller Art zum Einsatz, taucht aber auch manchmal aus heiterem Himmel in anscheinend ‹harmlosen› Gesprächen auf) gemischt wird.
Nachdem ich die Originalstimmen der Schauspieler kenne, kam mir die deutsche Synchronisation des dazugehörigen Films allerdings so seltsam vor, dass ich diese auch nicht wirklich empfehlen kann (obgleich sie ohne Kenntnis der englischen Fassung vermutlich so schlecht nicht ist).



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