Nachdem ich ja grade erst Galerians für PlayStation durchgespielt habe, musste ich mir im Anschluss natürlich auch noch den darauf basierenden CG-Film Galerians: Rion zu Gemüte führen.
Der Film hält sich dabei recht genau an die Vorlage, mit einigen Freiheiten im Detail. Diese bestehen zum großen Teil aus Aussparungen und leichten visuellen Veränderungen, neue oder veränderte Szenen gibt es nur ein oder zwei, auch die Dialoge sind meistens nah am Original (zumindest, soweit ich das beurteilen kann – habe von «Galerians» nur die deutsche Version gespielt).
Bei einigen Mono- und Dialogen ist mir jedoch aufgefallen, dass selbst winzigkleine Änderungen an der mir bekannten Formulierung die Aussage bereits völlig verändern, oder zumindest stark abwandeln können. Jetzt bin ich mir natürlich nicht sicher, ob das explizit so beabsichtigt war oder es sich lediglich um Unschärfen der Übersetzung (wie gesagt, ich spielte die deutsche version des Spiels und sah eine englisch untertitelte Fassung des Films) handelt… weiteres Eingehen auf diese Unterschiede würde im Übrigen in weitreichenden Spoilern enden, so dass ich an dieser Stelle darauf verzichte.
Qualitativ ist die Grafik hochwertiger als die des Spiels, dessen Render-Sequenzen doch recht steif und teilweise lieblos wirkten. An FMVs aktueller Spiele (oder gar Filme) kommen die Animationen zwar trotzdem nicht ran, aber sei’s drum. Was mir viel eher aufstößt, ist das Erzähltempo. Mag daran liegen, dass ich den Plot aus der Videospielvorlage bereits kenne, aber mir erschien die Erzählweise sehr straff und ohne viel Entwicklungsspielraum für die Charaktere. Selbst das Original hatte mehr davon, und da wurde immerhin ein großer Teil mit reiner Spielzeit ‹vergeudet›. Andererseits dauern dessen Filmsequenzen insgesamt vermutlich auch länger als eineinhalb Stunden…
Trotzdem hatte ich irgendwie den Eindruck, dass von den vorhandenen Szenen hauptsächlich die action-lastigen umgesetzt wurden anstatt mehr auf die Charakterentwicklung zu achten. Das finde ich in Anbetracht der Figuren – insbesondere natürlich Rion – etwas schade, da grade bei solchen Sachen doch eigentlich die Stärken einer filmischen Umsetzung hätten liegen können.
In der englischen Version wurden übrigens einige – oder auch alle – Musikstücke durch Lieder bekannter Bands ausgetauscht, was meistens allerdings nur leidlich passt. Vor allem hat das aber auch zur Folge, dass häufig Sound-Effekte einfach fehlen (vergessen?), was das ganze Geschehen noch künstlicher erscheinen lässt. Synchrontechnisch ist die Qualität gemischt; Rion’s Stimme klang mir persönlich etwas zu alt, während z.B. Rita meines Erachtens passend besetzt war.
Anders als in der PlayStation-Fassung heißt der Chefarzt hier allerdings «Dr. Rem» und nicht «Dr. Lem» (in Japan gibt es keinen Unterschied zwischen «L» und «R»), wodurch die Anspielung auf den gleichnamigen Autor verloren geht (ich nehme mal an, dass es sich um eine handelt).
Letztendlich kann ich nicht wirklich einschätzen, wie der Film auf mich gewirkt hätte, hätte ich die Geschichte nicht bereits aus dem Videospiel gekannt. Im direkten Vergleich würde ich vom jetzigen Standpunkt aus das Spiel jederzeit vorziehen – mag daran liegen, dass ein eher simpler Plot als Spiel nahezu immer besser ‹wirkt›. Es ist einfach schöner, wenn sich die Handlung langsamer entfaltet, man selbst etwas zur Aufdeckung der Rätsel und Mysterien beiträgt… und letztendlich fühlte ich mich auch dem Hauptcharakter verbundener und näher, als ich ihn noch selbst ‹kontrollierte› und nicht lediglich beim Handeln zusah.
Und das, obwohl der Löwenanteil der Story auch in der Vorlage durch Cutscenes und Render-Videos vermittelt wurde.






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