Inhalt

Schreibstil

Beim Verfassen von Beiträgen für diesen Blog (oder natürlich auch anderswo), schreibe ich in der Regel, wie ich auch spreche - natürlich nicht genau so, aber ich meine damit, ohne mir großartig Gedanken über die ‹beste› Formulierung zu machen, alles noch mal gegenzulesen (außer in Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik) und insbesondere ohne mich mit der Qualität des ‹Textflusses› zu beschäftigen oder mir die Frage zu stellen, ob ein angemessener Spannungsbogen vorhanden ist.

Und ich denke, das merkt man auch. Mit anderen Worten: Meine Einträge hier sind vermutlich allein von der Formulierung her furchtbar zu lesen; außer, wenn einen der Inhalt wirklich interessiert, würde man sie freiwillig nicht lesen. Da ich das hier nur hobby-mäßig betreibe, nehme ich das mal so in Kauf.

Meines Erachtens müsste sich der perfekte Blog wie ein Roman von Chuck Palahniuk lesen. Dieser hat nämlich - im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren übrigens - einen für meinen Geschmack fantastischen, sehr unterhaltsamen Schreibstil. Besonders im englischen Original sticht dessen Besonderheit und Wiedererkennungswert im Gegensatz zu den meisten ‹herkömmlicheren› deutlich hervor. Bei ihm macht das Lesen eines Textes sogar dann Freude, wenn einen der Inhalt eigentlich kaum bis gar nicht interessiert. Und wer kann das schon von sich behaupten?

(Übrigens ähnelt seine Art sich auszudrücken der meinigen überhaupt nicht; ihr könnt also gefahrlos etwas von ihm lesen, auch wenn euch mein Geschreibsel hier absolut nicht zusagt.)

Überhaupt bin ich ein Fan des Minimalismus. In diesem Sinne ähneln die Geschichten von Herrn Palahniuk vielleicht ein bisschen den Spielen von Team ICO - diese haben sich ja auch «Design by Substraction» auf die Fahnen geschrieben (oh nein - und ich dachte, ich müsste dieses seltsame Idiom nie benutzen!). Und so ähnlich verhält es sich bei Chuck auch: Nur die wichtigen Dinge werden erwähnt, und auch diese werden möglichst knapp zusammengefasst. So kann man auch das Ergebnis einer halben Ewigkeit an Nachgrübeleien, Argumentierung und Abwägung in dem Satz «erst, nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun» subsumieren.

Und genau das gefällt mir auch - dieses Fehlen des Überflüssigen. Denn weder ein Text noch ein Spiel (noch ein Film noch ein…) braucht Elaboriertheit, um zu beeindrucken. Manchmal ist es eben diese Konzentration auf das Wesentliche, die die Faszination von etwas ausmacht.

Fazit: Ich sollte an meinem Schreibstil arbeiten…

2 Kommentare

  1. Nun, das haben Blogs nun mal so an sich, dass da in der Regel nicht die perfekten Romanautoren am Werk sind. Wo du gerade darauf hinweist: Die Rechtschreibfehlerrate ist bei dir wirklich sehr gering. Es gibt ja auch Blogs (und sogar Online-Zeitungen) bei denen mitten in einem Artikel irgendwelche Halbsätze stehen, die gar keinen Sinn ergeben. Das ist bei dir ja nicht der Fall, weshalb sich deine Beiträge eigentlich flüssig und gut lesen lassen. Genug gelobt. ;)

    Geschrieben am 18.06.2009 um 21:25 Uhr | Permalink
  2. Oha… danke. Ich werd schon ganz eingebildet.

    Obwohl ich gestehen muss, dass ich, wenn ich manchmal alte Beitraege von mir ueberfliege [ob hier oder an anderer Stelle], ich mich mitunter doch schaeme, weil mir mal wieder so viele Fluechtigkeitsfehler unterlaufen und nicht aufgefallen sind.

    Und dass man von Blog-Schreibern nicht erwarten kann, wie Romanautoren zu schreiben, ist ja auch voellig logisch. Will ich auch gar nicht [viele Buecher lesen sich auch gar nicht so toll, finde ich]. Aber z.B. ein Felix von Leitner liest sich trotzdem locker flockig und mitunter ziemlich erheiternd… und das waere ja schon mal irgendwo erstrebenswert.

    Geschrieben am 18.06.2009 um 22:02 Uhr | Permalink

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