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Tag-Archiv: wtf

Ich bin Pascha des Monats

03. Dezember 2009

Es ist zwar schon etwas her und ich hatte mich ursprünglich nur im Stillen drüber amüsiert, dass die Piratenpartei von der Emma zum «Pascha des Monats» ernannt wurde. Aber da das dann doch noch ein paar mal irgendwo aufgegriffen wurde und man ja ohnehin nie weiß, welch unschuldige Seelen das verwehentlich lesen könnten, hier noch mal mein kommentar dazu, den ich schon irgendwo anders ebenfalls hinterlassen habe:

Um die Gleichberechtigung in Deutschland muss es außerordentlich gut bestellt sein, da man bei der Emma anscheinend keine anderen Probleme hat, als sich über das Geschlechterverhältnis in der Piratenpartei aufzuregen.

Der Grund für das beklagte Ungleichgewicht wird natürlich sofort verortet: Es muss sich hier mit absoluter Sicherheit um einen patriarchalischen Macho-Verein handeln, dessen einziges Ziel es ist, die Gleichberechtigung zu unterminieren (genauso wie mindestens jeder Kampfsportverein mit hohem Männeranteil)!

Denn schließlich wissen wir ja, dass, sofern sich das Geschlechterverhältnis nicht im exakten Verhältnis von 1:1 - oder gar 51% Frauenanteil, denn schließlich gibt es von ihnen geringfügig mehr auf dieser Welt - befindet, es sich mit absoluter Sicherheit um Diskriminierung selbiger handeln muss. Warum hat sich eigentlich noch niemand über den zumeist absolut nichtigen Männeranteil in Ballettkursen beschwert? Die armen müssen dort ja furchtbar unterdrückt werden, so wenige, wie daran teilnehmen.

Vielleicht sollte man sich in der Emma-Redaktion aber einfach noch mal überlegen, was denn der Begriff «Gleichberechtigung» überhaupt bedeutet. Damit ist nämlich, entgegen - anscheinend - landläufiger Meinung, nicht ein künstlich hergestelltes, absolut ausgeglichenes Verhältnis beider (oder aller?) Geschlechter gemeint, sondern die Tatsache, dass jeder die Möglichkeit hat, sich dort zu engagieren, wo er will - ob er diese nun wahrnimmt oder nicht, bleibt ihm jedoch immer noch selbst überlassen.

Vom generellen Unverständnis und daraus folgender Fehlinformation über die Ziele der Piratenpartei ganz zu schweigen, aber sowas ist ja ohnehin nicht mehr so richtig modern.

Ohne Bezug vielleicht trotzdem erwähnenswert: Wer den Link oben angeklickt hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass die Emma sich lediglich als «Magazin von Frauen» bezeichnet… von Frauen als Zielgruppe ist nicht die Rede. Jetzt frage ich mich allerdings noch, was davon sexistischer ist.

Peinlich, peinlich…

30. November 2009

…ist leider Herr Aaron Koenig. Das allein wäre okay, wäre er nicht gewähltes Vorstandsmitglied der Piraten. Vom Fremdschämen halte ich nichts, aber wenn man sowas zu einem Vorstandsposten verhilft, kann einem das wohl nur peinlich sein. Auch wenn die entsprechenden Aussagen natürlich erst hinterher getroffen wurden. Und ein bisschen Zeit bis zum nächsten Bundesparteitag ist leider noch.

Da die Kommentarfunktion zum Artikel entweder zwischenzeitlich deaktiviert wurde oder ich schlicht und ergreifend zu blöd bin, werde ich meine Meinung dazu einfach hier kundtun. Wozu hat man so ein Blog denn schließlich, nicht wahr? Funktioniert anscheinend nur mit Firefox nicht (warum auch immer); lass den Eintrag trotzdem mal stehen.

Ich bin zwar auch für direkte Demokratie, trotzdem finde ich das Ergebnis des letzten Volksentscheids in der Schweiz (Verbot von Minaretten) nicht gut.

Mit der im Artikel genutzten Argumentation müsste man allerdings auch schleunigst den Bau von Kirchen verbieten. Dass das Christentum (in Deutschland) in irgendeiner Weise die Trennung von Staat und Kirche (Kirchensteuer, Geistliche in unterschiedlichsten säkularen Positionen wie z.B. der BPjM), Religionsfreiheit (Kruzifixe in Schulen, anyone?) oder auch sonstige Menschenrechte («alle Menschen sind gleich» verträgt sich nicht unbedingt mit «Homosexualität ist eine Krankheit», siehe neuste Aussetzer eines CDU-Kreisverbands) achtet oder einhält, halte ich für ein Gerücht.

Und seit wann ist es übrigens gerechtfertigt, von einer kleinen fundamentalistischen Minderheit (die es vermutlich in jeder Religion gibt, auf jeden Fall jedoch im Christentum) auf die komplette Glaubensgemeinschaft an sich zu schließen? Geht das nicht ein bisschen zu weit?

Zum Punkt «hätten die Schweizer gegen Kirchtürme abgestimmt, hätten sich alle gefreut»: Selbstverständlich nicht. Ja, ich mag das Christentum nicht unbedingt - als Religion an sich habe ich sogar eine ziemliche Abneigung dagegen. Trotzdem werde ich anderen nicht ihren Glauben, die Ausübung desselbigen oder den Bau von entsprechenden Einrichtungen verbieten. Ich muss doch bei dem Schwachsinn nicht mitmachen.

Wie es auch schon ein anderer Kommentator formulierte: Entweder allen Religionen den Bau von Gebetseinrichtungen - und der damit einhergehenden ‹Ruhestörung› anderer Menschen zu bestimmten Tageszeiten durch Glockenläuten oder Gesang - verbieten oder keinen. Und da bin ich dann doch eher für keinen. Obwohl - bei der Ruhestörung… nun ja.

Ich hoffe, es gibt am nächsten Bundesparteitag genug Piraten, die meine Meinung teilen, um diese Person endlich abzuwählen… *seufz*

Rucksäcke unerwünscht

17. Juli 2009

Vorhin ist mir etwas doch leicht befremdlich passiert. Auf meinem Heimweg von der Schule liegt ein Edeka, bei dem ich seit ca. einem Jahr einen Teil meiner Einkäufe erledige - man kann also behaupten, ich war schon öfter dort. Nun bin ich heute mal wieder dorthin gegangen. Da ich, wie üblich, direkt von der Schule kam, hatte ich logischerweise noch meine Schulsachen dabei. Als ich grade dabei war, den laden zu betreten, macht eine Angestellte am «Info Point» (ich habe mich ja schon immer gefragt, wofür diese eigentlich da sein sollen…) auf sich aufmerksam.

Sie: Äh… den Rucksack dürfen Sie aber nicht mit reinnehmen!
Ich (verwirrt): Wie bitte?
Sie: Den Rucksack müssen Sie leider hier lassen.
Ich (schaue erst meinen Rucksack, dann die Frau verwirrt an): …was?
Sie: Tut mir Leid, aber Sie dürfen Ihren Rucksack nicht mit reinnehmen.

Ich: *ratter* *klick* *ratter*
Gehirn: Frag sie, ob das ein Scherz sein soll; frag sie, ob das ein Scherz sein soll; frag sie…
Ich: Sie haben ja’n Arsch offen!

(Gehirn: …)

Daraufhin ließ ihr Gesicht kurze Perplexität ob meiner vulgären Ausdrucksweise aufblitzen. Nachdem sie sich dann wieder gefasst und mit einem sachlichen «nein» geantwortet hatte, hab ich mich dann entschlossen, in Zukunft woanders einzukaufen.

Abgesehen davon, dass ich meine Sachen einfach nicht gerne irgendwelchen Fremden überlasse… seit wann gilt man mit Verstauungsmöglichkeiten in einem Laden automatisch als potentieller Dieb (ich nehme mal an, das ist der Grund für das Taschenverbot)? Nicht genug, dass man in jedem zweiten Supermarkt mittlerweile videoüberwacht wird, jetzt muss man auch noch seine Sachen am Eingang abgeben.

Also zumindest Kundenfreundlichkeit definiere ich irgendwie anders…

WTF des Tages: Anime-Loads.org

07. Juni 2009

Sucht man auf Anime-Loads.org nach digimon, so erhält man dort doch tatsächlich folgende Mitteilung (kein Scheiß!):

Du hast jetzt nicht nach Digimon gesucht?!

Sag mir, dass das nicht wahr ist…
Auf Anime-Loads.org nach Digimon und Konsorten zu suchen ist so als würde man jede Teletubbies Folge auf VHS aufnehmen!

DAS IST KRANK! Hör auf damit!

Es gibt genug Besseres auf der Welt als seine Lebenszeit damit zu verschwenden… Wurde sowieso von ner Frau gemacht…

‹Funktioniert› übrigens auch mit pokemon (danke an Mephilis für diesen überaus nützlichen Hinweis). Und nebenbei bemerkt, dies ist der 100. Post.

Laut BILD bin ich gaga

06. Juni 2009

Um mal aus deren Fakten zur Europawahl zu zitieren:

Der Stimmzettel ist 94 Zentimeter lang, denn: 31 Parteien treten an, darunter alle Bundestagsparteien – aber auch Gaga-Vereine wie die «Piraten-Partei».

Wer könnte da widersprechen? Die kennen sich schließlich damit aus.

Auch die Grünen verabschieden sich jetzt endgültig vom Gebrauch ihres Verstandes…

12. Mai 2009

Anders kann ich mir diese Meldung jedenfalls nicht erklären. Hauptsache, mal wieder irgendwelche Verbote fordern und auf Minderheiten rumhacken, oder was? Jugendliche können einen ja praktischerweise auch nicht abwählen… wenn ich bedenke, dass ich denen irgendwann sogar mal einen Teil meiner Stimmen habe zukommen lassen, muss ich mich wohl zumindest fragen, welche Verzweiflung mich da geritten hat.

(Wir haben dazu auch mal eine Mitteilung rausgegeben, die ich hier ganz schamlos bewerbe.)

P.S. Zwar nicht von den Grünen verbrochen, aber dennoch passend zum Thema «merkbefreit»: Geplante Waffengesetzänderung soll auch Paintball verbieten.

Piraten in der BILD

01. Mai 2009

Wow (danke Piraten-Mailing-Liste).

Ich glaub’s ja nicht

20. Januar 2009

Einfach unfassbar. Das ist auf so vielen Ebenen dreist und falsch… allein schon die Tatsache, dass die Unterhaltungsindustrie auf eine Ebene mit der Polizei und dem BKA gestellt wird. Ja, geht’s denn noch?

Ja scheiß die Wand an…

13. Januar 2009

War ja klar. Das ist jawohl mal wieder sowas von dreist… aber wir brauchen die Internetzensur ja wegen der Kinderpornografie. Nur. Dass die sich nicht schämen… (gefunden bei Fefe)

Gesetze

13. Januar 2009

Warum bekommen kleinere Parteien, obwohl eine Gleichbehandlung gesetzlich vorgeschrieben (Absatz 6&7) ist, in den öffentlich-rechtlichen Programmen Hessens eigentlich viel weniger Sendezeit als die großen, bereits bekannten Parteien?

Besonders interessant finde ich dazu diesen Abschnitt:

6. Während des Wahlkampfes ist lediglich den politischen Parteien, die in allen Wahlkreisen Wahlvorschläge eingereicht haben, Sendezeit zu gewähren. Die Sendezeit muß gleichlang und gleichwertig sein.

Heißt das, wenn es nicht überall Wahlkreiskandidaten gibt (und solche aufzustellen, ist nicht soo einfach, wie man vielleicht denkt, da eine kleinere Partei ja zusätzlich zu den ohnehin schon geforderten 1000 Unterschriften dann noch mal welche für die ganzen Wahlkreise von dort lebenden Personen braucht)? Auch, wenn das in bezug auf kleine Ein-Mann-Parteien vielleicht irgendwo verständlich ist, finde ich das nicht ganz koscher. Insbesondere, weil die Chancen für eine kleine Partei - oder überhaupt die meisten neben SPD und CDU - eine Kandidatenstimme zu bekommen, ja noch mal geringer sein dürften als für eine Zweitstimme, da bei den Direktmandaten letztendlich nur derjenige mit den meisten Stimmen weiterkommt.

Und warum bekommen Parteien, die einen höheren Mitgliedsbeitrag verlangen und mehr Spenden bekommen, auch eine höhere Wahlkostenerstattung (Absatz 1&5)? Müssten die nicht sowieso schon mehr Geld wegen des höheren Beitrags haben? Warum geht das überhaupt über den Beitrag und nicht, sagen wir mal, die Mitgliederanzahl an sich? Sollte es nicht eher möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, sich auf diese Weise politisch zu engagieren? Und wenn nicht - sollten dann nicht wenigstens alle Parteien immerhin gleich behandelt werden, also gleich viel Erstattung bekommen?

Und wenn wir schon dabei sind, wieso beträgt die Obergrenze für staatliche Zuwendungen die der sonstigen Einnahmen der Partei (Absatz 4)? Ist es nicht vollkommen widersinnig, dass die, die ohnehin wenig einnehmen, auch nur wenig refinanziert bekommen können, während die, die bereits hohe Einnahmen haben, auch mehr zurückfinanziert kriegen? Ich meine, wo ist denn da bitte die Logik? «Ihr bekommt schon so viel, da darf’s ruhig noch ein bisschen mehr sein!»?

Also gerecht finde ich das nicht.