Inhalt

Themenarchiv: Gedanken

«Ich beschäftige mich nicht damit, aber motzen tu ich trotzdem» (Update)

02. Dezember 2009

So oder so ähnlich scheint das Credo von Chris zu sein. Zumindest legt er den Piraten in seinem neusten Artikel mal wieder nahe, doch bitte nicht so viele Spinner in den Vorstand zu wählen (was ich selbstverständlich unterstütze und nach bestem Wissen und Gewissen zu befolgen versuche), aber sobald man ihn dann fragt, wie man die denn im Vorfeld erkennen soll (rechtsverbindliche Irrenmarkierung?), heißt es lapidar: «Hatte ich schon erwähnt, dass ich mich mit den Piraten-Deppen weitestgehend nicht mehr auseinandersetze?»

Es sei dir ja herzlich vergönnt, dich nicht mit der Piratenpartei auseinanderzusetzen - aber dann gib doch auch nicht irgendwelche wirren ‹Tips›, die jeder Realisierungsmöglichkeit entbehren… das nützt keinem.

Warum ich das jetzt hier auf meinem Blog schreibe und nicht direkt bei F!XMBR? Nun ja, die Kommentare zum Post sind anscheinend geschlossen und ohnehin weiß man da sowieso nie, was durchkommt und was in der persönlichen Abneigung der Autoren hängenbleibt (und nein, selbstverständlich habe ich weder gegen Chris noch Oliver irgendwelche persönlichen Abneigungen; ich kenne sie ja nichtmals).

(Nachtrag: Ich hatte in dem besagten Post ursprünglich auch einen Kommentar hinterlassen, dieser wurde mittlerweile entfernt.)

Ist die Piratenpartei eine Nazi-Partei?

07. Juli 2009

(Ja, ich muss mich jetzt auch noch mal zu diesem Thema äußern…)

Momentan hagelt es ja grad Vorwürfe, die Piratenpartei sei eine Nazi-Partei, «unwählbar» (weil sie Nazis dulde), von Rechten unterlaufen etc. Konkret geht es dabei um das Parteimitglied Bodo Thiesen, der auf dem Bundesparteitag in Hamburg zum stellvertretenden Schiedsrichter gewählt wurde. Hierzu will ich mich nun einmal kurz auslassen.

Im Vorfeld möchte ich allerdings klarstellen, dass mein Wissen zu dem Thema über die allgemeine Schulbildung nicht hinausgeht. Ich habe also keinerlei weiterführende Literatur dazu gelesen und bin daher mit den Sachverhältnissen nicht im Detail vertraut. Allen meinen Kenntnissen nach halte ich die Verbrechen der Nationalsozialisten allerdings für höchstwahrscheinlich (beweisen kann ich sie allerdings nicht, da nicht selbst miterlebt und auch keine Augenzeugen kennend). Weiter möchte ich mich speziell zu diesem Gebiet allerdings aufgrund vorgenannter Tatsachen auch nicht äußern.

Und, um auch das gleich vorweg zu klären - ich gehöre zu denjenigen, die Bodo bei der Wahl zu seinem Amt ihre Stimme gegeben haben. Auch dies soll im folgenden zumindest im mir bestmöglichen maß begründet werden (ob er meine Ansichten teilt, kann jeder selbst entscheiden).

Natürlich war auch ich zunächst geschockt, als ich damals bei Fefe las, in den Reihen der Piraten gäbe es Nazis. Sowas kann und sollte man selbstverständlich nicht ignorieren.

Da ich Bodo nicht persönlich kenne, sei hier erstmal klargestellt, dass ich zu seiner Person nur in dem Rahmen Aussagen treffen kann, wie ich seine Handlungen mitbekommen habe. Damit sind hauptsächlich seine Aussagen in den unterschiedlichen Parteimedien (hauptsächlich Mailing-Listen) gemeint; zudem habe ich natürlich seine Stellungnahme zu dem Thema gelesen. Dort hat er sich in meinen Augen eher durch sinnvolle, sachliche und meist themenbezogene Beiträge hervorgetan (man beachte bitte, dass das Mail-Aufkommen dort sehr hoch ist und ich mir daher auch nicht die inhaltliche Qualität jedes Posts und jedes Posters merken kann… ich spreche also nur von der insgesamt wahrgenommenen inhaltlichen Qualität).

Nun wird Bodo hauptsächlich als Holocaust-Leugner bezeichnet. Ehrlich gesagt kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Auch in der oben verlinkten Usenet-Diskussion finde ich keinerlei Aussage, die das Stattgefundenhaben desselbigen in irgendeiner Weise leugnet. In seiner (aktuelleren) Stellungnahme schreibt er sogar:

Ob nun die Juden (und die nicht-jüdischen Opfer, die ich in Folge nicht jedes mal separat aufzählen werde) in Auschwitz vergast wurden oder auf anderem Wege getötet wurden, spielt für die Entscheidung, jedes Menschenleben unabhängig von der Hautfarbe, Religion usw. schützen zu müssen, keine Rolle. Sie spielt auch keine Rolle in der Bewertung, ob die Judenverfolgung ein Verbrechen war, oder nicht. Die Verfolgung war ein Verbrechen und jeder einzelne Mensch, der verfolgt und getötet wurde, war einer zuviel.

Außerdem steht sein Name unter anderem auch unter dieser Erklärung. Ich zitiere:

Ein faschistisches Regime, das aufgrund einer mangelhaften Verfassung in Deutschland von 1933-1945 für 12 Jahre an die Macht kommen konnte, trägt die Verantwortung für den [Angriff] auf Polen, den daraus resultierenden 2. Weltkrieg und den systematischen Massenmord an unzähligen Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer ethnischen Herkunft oder politischen Überzeugung.

(Hervorherbung von mir)

Ehrlich gesagt kann ich dort keine Leugnung der Schoah erkennen. Im Gegenteil wird anerkannt, dass der Massenmord durch die Nazis stattgefunden hat. Oder interpretiere ich da etwas falsch? Wenn ja, bitte ich um Korrektur.

Viel wichtiger als geschichtliche Kleinkrämerei (ob es vor dem Angrif auf Polen nun eine formellen, informelle oder gar keine Kriegserklärung seitens Deutschland gegeben hat ist zwar mitunter durchaus klärenswert, spielt aber für die Diskussion an sich und insbesondere auch für die sonstige Gesinnung eines Menschen keine nennenswerte Rolle) finde ich allerdings seine darüber hinausgehenden - auch in der Erklärung geäußerten - politischen/gesellschaftlichen Ansichten. Und an diesen erkenne ich nichts verwerfliches.

Auf dem Parteitag selbst wurde das ganze dann noch einmal zur Sprache gebracht (soweit ich mich eirnnern kann, war das auch vor den entsprechenden Wahlen). Da ich die Stellungnahme bereits kannte und auch Diskussionen dazu mitbekommen hatte, empfand ich das zunächst als überflüssig; letztendlich schienen aber tatsächlich nicht viele Mitglieder ob ihrer Neuheit nicht darüber informiert gewesen zu sein.

Meine Stimme gab ich ihm trotzdem. Und zwar nicht nur, weil mir von den anderen Kandidaten keiner bekannt war - und jemanden, den ich nur durch seine Kandidaturrede ‹kenne›, wähle ich in aller Regel höchstens in Ausnahmefällen (das muss schon sehr überzeugend sein). Sondern eben auch aus folgenden Gründen:

  1. Weil ich denke, dass diese seine privaten Ansichten tatsächlich nichts mit der von ihm momentan bekleideten Position zu tun haben - immerhin handelt es letztendlich nicht einmal um ein politisches Amt.
  2. Weil er auf mich einen zum Großteil qualifizierten, rationalen und durchaus auch engagierten Eindruck gemacht hat.

Dies ist nun natürlich Ansichtssache und es steht selbstverständlich jedem frei, das anders zu sehen. Dennoch empfinde ich zumindest einige der nun hochkommenden Vorwürfe als ziemlich weit hergeholt.

Ich diskriminiere niemanden ob seiner Herkunft, Religion oder aus anderen Gründen und vertrete definitiv keine rechtsextremistischen Ideen. Ich halte die freiheitlich demokratische Grundordnung für das beste Regierungssystem, das derzeit bekannt ist. Ich bin davon überzeugt, daß Ausländer und «Deutsche mit Migrationshintergrund» grundsätzlich eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen.

Ich denke, Aussagen wie diese sowie seine Mitgliedschaft in der Piratenpartei Deutschland (deren Satzung erster Absatz lautet: «Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab.») sprechen für sich.

Hierzu möchte ich allerdings noch einmal anmerken, dass ich eine andere Äußerung von ihm mindestens fragwürdig finde. In einer Mail aus dem Jahr 2003 behauptete er immerhin, dass Hitler keinen Krieg gewollt habe. Und das erscheint mir in Anbetracht der (mir bekannten) Indizien und Dokumente dann doch - eher unwahrscheinlich, euphemistisch ausgedrückt. Aber: Was sagt das letztendlich über seine Meinung zu diesem Thema, dem unterliegenden Gedankengut und den darauf basierenden den Geschehnissen aus? Eigentlich nichts. Er sagt ja nicht «ich finde das gerechtfertig» oder «deshalb war es nicht so schlimm».

Letztendlich bleibt dann noch zu sagen, dass die ganze Partei ohnehin nicht anhand der Aussage eines einzelnen Mitglieds be-/verurteilt werden sollte. Natürlich machen die Mitglieder in Summe die Partei als solches aus - aber eben in Summe und nicht einzeln. Die Meinung von Bodo ist nicht Parteimeinung. Sie ist nicht meine Meinung. Sie ist seine Meinung und nichts weiter.

Die meines Erachtens lesenswertesten Beiträge (da weniger Reflexgebrüll) zu dem Thema gibt es hier, hier und auch hier.

P.S. Im Übrigen wurden die fraglichen Aussagen bereits im Vorfeld durch die Piratenpartei gerügt.

Wo gingen Schäuble und Schavan zur Schule?

25. Juni 2009

In Bezug auf das Spickmich-Urteil erklärten Wolfgang Schäuble und Annette Schavan heute, anonyme Bewertungsplattformen würden dem «besonderen Vertrauensverhältnis» zwischen Lehrern und Schülern nicht gerecht. Jetzt würde mich echt mal interessieren, auf welche Schule die gegangen sind. Ich zumindest kann mich nicht erinnern, zu irgendeinem Lehrer überhaupt irgendein Vertrauensverhältnis gehabt zu haben - ganz zu schweigen von einem besonderen.

Klar war mir durchaus auch mal ein Lehrer sympathisch - ob das umgekehrt ebenfalls vorkam, kann ich nicht beurteilen, wage es aber zu bezweifeln - dennoch ist in meinen Augen selbstverständlich, dass noch jeder Lehrer als subjektiv, eventuell auch voreingenommen oder parteiisch angesehen werden muss. Möglicherweise ja auch unbewusst oder unabsichtlich, das möchte ich hier gar nicht bestreiten. Lehrer sind ja auch nur Menschen und damit per definitionem alles andere als perfekt. Und so dürfte es sich in den meisten Fällen auch für die eigene Person als negativ erweisen, Kritik an den Lehrmethoden einer Autoritätsperson zu üben. Aber selbst wenn nicht (ich erinnere mich an Fälle, in denen Lehrer sogar nach Kritik an ihrem Unterricht fragten), ‹fürchten› viele Schüler sicherlich trotzdem Repressalien oder Benachteiligung.

Und dem kommt dann so ein Bewertungsportal durchaus entgegen (außerdem kann man sich dadurch auch klassenübergreifend viel einfacher über die Meinungen anderer informieren, aber das nur am Rand). Jedenfalls denke ich nicht, dass das Schüler-Lerhrer-Verhältnis (wie auch immer es im Einzelfall nun aussehen mag) durch eine anonyme Plattform in irgendeiner Weise gefährdet ist. Schließlich ist die ja anonym.

Schreibstil

18. Juni 2009

Beim Verfassen von Beiträgen für diesen Blog (oder natürlich auch anderswo), schreibe ich in der Regel, wie ich auch spreche - natürlich nicht genau so, aber ich meine damit, ohne mir großartig Gedanken über die ‹beste› Formulierung zu machen, alles noch mal gegenzulesen (außer in Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik) und insbesondere ohne mich mit der Qualität des ‹Textflusses› zu beschäftigen oder mir die Frage zu stellen, ob ein angemessener Spannungsbogen vorhanden ist.

Und ich denke, das merkt man auch. Mit anderen Worten: Meine Einträge hier sind vermutlich allein von der Formulierung her furchtbar zu lesen; außer, wenn einen der Inhalt wirklich interessiert, würde man sie freiwillig nicht lesen. Da ich das hier nur hobby-mäßig betreibe, nehme ich das mal so in Kauf.

Meines Erachtens müsste sich der perfekte Blog wie ein Roman von Chuck Palahniuk lesen. Dieser hat nämlich - im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren übrigens - einen für meinen Geschmack fantastischen, sehr unterhaltsamen Schreibstil. Besonders im englischen Original sticht dessen Besonderheit und Wiedererkennungswert im Gegensatz zu den meisten ‹herkömmlicheren› deutlich hervor. Bei ihm macht das Lesen eines Textes sogar dann Freude, wenn einen der Inhalt eigentlich kaum bis gar nicht interessiert. Und wer kann das schon von sich behaupten?

(Übrigens ähnelt seine Art sich auszudrücken der meinigen überhaupt nicht; ihr könnt also gefahrlos etwas von ihm lesen, auch wenn euch mein Geschreibsel hier absolut nicht zusagt.)

Überhaupt bin ich ein Fan des Minimalismus. In diesem Sinne ähneln die Geschichten von Herrn Palahniuk vielleicht ein bisschen den Spielen von Team ICO - diese haben sich ja auch «Design by Substraction» auf die Fahnen geschrieben (oh nein - und ich dachte, ich müsste dieses seltsame Idiom nie benutzen!). Und so ähnlich verhält es sich bei Chuck auch: Nur die wichtigen Dinge werden erwähnt, und auch diese werden möglichst knapp zusammengefasst. So kann man auch das Ergebnis einer halben Ewigkeit an Nachgrübeleien, Argumentierung und Abwägung in dem Satz «erst, nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun» subsumieren.

Und genau das gefällt mir auch - dieses Fehlen des Überflüssigen. Denn weder ein Text noch ein Spiel (noch ein Film noch ein…) braucht Elaboriertheit, um zu beeindrucken. Manchmal ist es eben diese Konzentration auf das Wesentliche, die die Faszination von etwas ausmacht.

Fazit: Ich sollte an meinem Schreibstil arbeiten…

Welches Linux für mein Netbook?

03. Mai 2009

Nach einigem Hin & Her und längerem Grübeln ist es nun endlich soweit - ich habe mir ein Netbook bestellt. Angekommen ist es noch nicht, aber umso länger kann ich mich noch auf meinen EeePC freuen. Und mir überlegen, mit welchem Betriebssystem ich es bestücken werde, denn das vorinstallierte Windows XP wollte ich nicht nehmen. Erstens steige ich ja sowieso grade um und zweitens scheint die Leistung auch nicht perfekt an die Ansprüche eines Netbooks angepasst zu sein.

Abgesehen davon… all die Möglichkeiten! Ich bin direkt mal wieder überfordert und weiß gar nicht, was ich nehmen soll. Da ich mich auch auf dem Desktop zunächst für Kubuntu entschieden hatte, wäre ja Eeebuntu naheliegend. Wie bereits dem Namen zu entnehmen ist, ist die Distribution explizit auf EeePCs ausgelegt (läuft allerdings auch auf dem Acer Aspire One).

In die gleiche Richtung geht dann auch Easy Peasy (ehemals «Ubuntu Eee»). Auf der Website wird sich in Bezug auf Netbooks allerdings nicht auf ein bestimmtes Gerät festgelegt. Leider wird auch sonst mit Informationen eher gegeizt (mich interessiert dabei ja vor allem die ungefähre Größe einer fertigen Installation, da 12GB nun wirklich nicht allzu viel Speicherplatz sind).

Und dann gibt es da ja noch Eeedora… zumindest so halb. Nach einer Unterhaltung von neulich interessiert mich Fedora ja schon etwas (nicht, dass ich jetzt viel darüber sagen könnte - oder es eine Linux-Distribution gäbe, die ich prinzipiell erstmal uninteressanter fände… es sei denn vielleicht, es wäre eine kommerzielle Variante). Da ich ja eher so zu den DAUs zähle, bin ich natürlich etwas skeptisch - aber zumindest werde ich das ganze bis zur Ankunft meines neuen Babys Spielzeugs mal im Auge behalten.

Zu guter Letzt gibt es auch noch einige Distributionen, die zwar nicht explizit auf Netbook-Gebrauch ausgelegt sind, aber trotzdem passend und kompatibel zu sein scheinen. So macht Linux Mint beispielsweise einen vernünftigen Eindruck auf mich - andererseits kenne ich mich ja auch wieder nicht wirklich umfassend aus. Der Fokus auf niedrige Hardware-Anforderungen scheint aber schonmal netbook-kompatibel zu sein; auch die umfassende Multimedia-Unterstützung ist sicherlich nicht verkehrt, wenn man nicht erstmal stundenlang basteln will (hierzu sei im Übrigen angemerkt, dass ich auch unter Kubuntu eigentlich keine Kompatibilitätsprobleme hatte… andererseits habe ich meinen Scanner auch gar nicht erst versucht, zum Laufen zu bringen).

Ebenfalls reizvoll ist natuerlich auch die Idee, einfach Xubuntu zu installieren (gibt auch schon eine angepasste Version für Netbooks). Neuere Releases von Mandriva scheinen auch eee-freundlich zu sein.

So viele Möglichkeiten… so wenig Ahnung!

P.S. Warum gibt es die 20GB-Linux-Version des EeePC 901 eigentlich nicht in Deutschland…? Sie wäre so perfekt gewesen, dass ich kaum noch hätte drüber nachdenken müssen!

Warum…

12. März 2009

…sind bei jedem Amoklauf eigentlich immer erstmal wieder die «Killerspiele» schuld? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr auf diese sinnlose Diskussion.

Filesharing per Mail?

31. Januar 2009

Wie ich so neulich auf gulli las, kam mir eine - zugegebenermaßen vermutlich nicht sehr originelle - Idee, die ich euch trotzdem nicht vorenthalten möchte.

Und zwar dachte ich mir, wie im obigen Beitrag schon angedeutet, dass man ja eigentlich einen Account bei einem Freemail-Anbieter für Filesharing-Zwecke nutzen könnte. Es müsste sich doch nur jemand einen Account bei einem beliebigen Freemail-Anbieter (aufgrund des ca. 7GB umfassenden Speicherplatzes drängt sich Googlemail dabei ja gradezu auf… aber ich schweife ab) erstellen, dessen Nutzername und Passwort keinerlei Verbindung zur eigenen Person aufweisenen - natürlich sollte man dabei entsprechende Anonymisierungsdienste zum Verschleiern der IP benutzen - und diese dann (mehr oder weniger) öffentlich zugänglich machen. Danach kann man dort dann so viele Dateien ‹parken›, wie man möchte. Und jeder, der sich einloggt, könnte sie runterladen…

Ist das nicht irgendwie verlockend? Man könnte sogar Wunschlisten und dergleichen anlegen, wie in einem klitzekleinen Forum… selbstverständlich könnte man kein riesengroßes Dateiarchiv anlegen - nicht mit ein paar Gigabyte (wenn überhaupt). Andererseits kann man sich ja auch einfach mehrere Benutzerkonten anlegen.

Indizierung von Weblogs - Zensur ja oder nein? (Update)

23. Januar 2009

Wie ja gestern auf unterschiedlichen Seiten zu lesen war, hat die BPjM den Blog einer Pro-Ana indiziert. Die Meinungen, ob es sich dabei tatsächlich um handfeste Zensur handelt, gehen durchaus auseinander.

Formell handelt es sich bei einer Indizierung natürlich nicht um «Zensur» im eigentlichen Wortsinn, da nur Minderjährigen der Zugang verwehrt wird (oder werden soll). De facto ist es aber trotzdem oft so, dass betroffene Inhalte dadurch letztendlich komplett verschwinden, z.B. durch entsprechende Veröffentlichungspolitik bei kommerziellen Angeboten (Spiele, Filme etc.), da sich indizierte Medien ohne Werbung eben einfach nicht mehr vermarkten lassen, was dann letztendlich natürlich auch Auswirkungen auf die Zugänglichkeit für Erwachsene hat. Hinzu kommt, dass viele Ladenketten gar keine indizierten Medien mehr führen.

Bei Internetseiten (die ja auch schon länger auf dem Index landen können, nicht erst seit gestern) ist das noch mal eine etwas andere Sache, da diese ja in der Regel nicht verkauft werden. Hier eine Altersverifizierung einzubauen (soweit ich mich informieren konnte, ist in Deutschland dafür nur das PostIdent-Verfahren zulässig) kostet natürlich nicht nur Zeit sondern eventuell auch Geld. Da es sich bei der Inhaberin des Weblogs selbst auch noch um eine Miderjährige handelt, frage ich mich, ob sowas für sie rechtlich gesehen überhaupt möglich wäre (und ist ihr der Besuch ihrer eigenen Webseite dann nicht eigentlich auch verboten?).

Wie dem auch sei. Dass ich generell nicht viel vom Index oder der BPjM halte, dürfte bekannt sein (falls nicht - jetzt wisst ihr’s). Unabhängig davon kommt man sich aber schon arg zensiert vor, wenn man in zig Berichten über die Indizierung liest, einem durch Nichtverlinkung aber die Möglichkeit genommen wird, sich eine eigene Meinung zu bilden. Egal, welches Alter. Und es ist nun einmal alles andere als praktibale, im Internet irgendwelche Altersverifizierungen einzuführen - das widerspricht meines Erachtens dem Konzept des Internets an sich.

Viel skandalöser finde ich allerdings, dass Suchmaschinen wie Google Seiten entsprechend diesen Jugendschutzbestimmungen filtern (wobei das auch nichts wirklich neues ist). Zu erkennen sind diese Filterungen in der Regel an folgender Mitteilung:

Aus Rechtsgründen hat Google x Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.

Und warum sind die Listen C&D mit den indizierten Medien auch für Volljährige nicht zugänglich? Sowas würde ich schon mal als de facto Zensur ansehen (und es ist mir dabei vollkommen egal, ob ich entsprechende Websites theoetisch noch aufrufen kann). Überhaupt nützt es im Grunde keinem, wenn eine Website indiziert wird. Zumal ich es für Schwachsinn halte, Kinder/Jugendliche im Gegensatz fur Erwachsenen wie unmündige Deppen zu behandeln, die durch das Ansehen einer Internetseite mehr oder weniger automatisch indoktriniert werden. Psychische Krankheiten sind ohnehin weniger ‹ansteckend›, auch wenn ich natürlich nicht leugnen will, dass entsprechende Angebote ohnehin gefährdeten/betroffenen Individuen zusätzlichen Anreiz bieten können.

Dennoch - letztendlich muss man die Seiten dafür selbst lesen (meist sogar erstmal suchen, da die ja auch nicht wie Pilze aus dem Boden wachsen und an jeder Ecke angeboten werden) und ja, ich traue auch Minderjährigen zu, solche Entscheidungen für sich selbst zu treffen und Inhalte entsprechend einzuordnen und zu verstehen. Solange ein Kind über derlei Dinge informiert und aufgeklärt ist, dürfte sich sowieso keinerlei Verständnisproblem ergeben.

Und bloß, weil ein bestehendes Gesetz solcherlei Eingriffe erlaubt, ist es deswegen noch lange kein gutes Gesetz.

Zu guter Letzt: Der Blog war wohl auf Blogspot (unter ana-hanna.blogspot.com - mittlerweile leider nicht mehr verfügbar, teilweise aber noch im Google-Cache vorhanden) gehostet. Ist das nicht ein amerikanischer Anbieter mit Servern in den USA? Was hat die BPjM da zu melden? Mir war entfallen, dass die ja seit einiger Zeit Google gehören und dementrepchend der BPjM nach der Pfeife tanzen.

(Nachtrag: Hier noch ein interessanter Kommentar zum Thema.)

Sind Stimmen für kleine Parteien verschenkte Stimmen?

14. Januar 2009

Ralph meint: nein. Und ich auch. Denn auch, wenn eine Partei die 5%-Hürde letztendlich nicht überschreitet, so gibt es trotzdem ab 1% (bzw. 0,5%) Wahlkampfkostenerstattung für diese Partei, so dass es aus Sicht der Partei schon mal definitiv einen Unterschied machen kann. Außerdem unterstützt man, indem man nicht oder ungültig wählt, schon mal automatisch die etablierten Parteien; in der Regel die mit den meisten Prozentpunkten. Auch bekommen sie dadurch letztendlich mehr Geld durch Kostenerstattung.

Man sollte auch bedenken, dass eine kleine Partei überhaupt nur wachsen kann, wenn sie erstmal Leute wählen, auch wenn sie noch keine Aussicht auf 5% der Stimmen haben. Denn kaum eine Partei fängt wohl mit so großen Anteilen an.

Und zu guter Letzt… wer gar nicht wählt, hat am Ende zumindest weniger Legitimation, sich über die herrschenden Verhältnisse zu beschweren, da er sich ja aus der Willensbildung heraushält und damit effektiv zu verstehen gibt, dass er mit der Meinung der Mehrheit einverstanden ist. Wenn man zur Politik an sich keine Meinung hat, kann man das vielleicht tun, ansonsten sollte man es - meines Erachtens - nicht.

Ausführliches dazu und einen Parteienvergleich gibt es auch noch.

Gesetze

13. Januar 2009

Warum bekommen kleinere Parteien, obwohl eine Gleichbehandlung gesetzlich vorgeschrieben (Absatz 6&7) ist, in den öffentlich-rechtlichen Programmen Hessens eigentlich viel weniger Sendezeit als die großen, bereits bekannten Parteien?

Besonders interessant finde ich dazu diesen Abschnitt:

6. Während des Wahlkampfes ist lediglich den politischen Parteien, die in allen Wahlkreisen Wahlvorschläge eingereicht haben, Sendezeit zu gewähren. Die Sendezeit muß gleichlang und gleichwertig sein.

Heißt das, wenn es nicht überall Wahlkreiskandidaten gibt (und solche aufzustellen, ist nicht soo einfach, wie man vielleicht denkt, da eine kleinere Partei ja zusätzlich zu den ohnehin schon geforderten 1000 Unterschriften dann noch mal welche für die ganzen Wahlkreise von dort lebenden Personen braucht)? Auch, wenn das in bezug auf kleine Ein-Mann-Parteien vielleicht irgendwo verständlich ist, finde ich das nicht ganz koscher. Insbesondere, weil die Chancen für eine kleine Partei - oder überhaupt die meisten neben SPD und CDU - eine Kandidatenstimme zu bekommen, ja noch mal geringer sein dürften als für eine Zweitstimme, da bei den Direktmandaten letztendlich nur derjenige mit den meisten Stimmen weiterkommt.

Und warum bekommen Parteien, die einen höheren Mitgliedsbeitrag verlangen und mehr Spenden bekommen, auch eine höhere Wahlkostenerstattung (Absatz 1&5)? Müssten die nicht sowieso schon mehr Geld wegen des höheren Beitrags haben? Warum geht das überhaupt über den Beitrag und nicht, sagen wir mal, die Mitgliederanzahl an sich? Sollte es nicht eher möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, sich auf diese Weise politisch zu engagieren? Und wenn nicht - sollten dann nicht wenigstens alle Parteien immerhin gleich behandelt werden, also gleich viel Erstattung bekommen?

Und wenn wir schon dabei sind, wieso beträgt die Obergrenze für staatliche Zuwendungen die der sonstigen Einnahmen der Partei (Absatz 4)? Ist es nicht vollkommen widersinnig, dass die, die ohnehin wenig einnehmen, auch nur wenig refinanziert bekommen können, während die, die bereits hohe Einnahmen haben, auch mehr zurückfinanziert kriegen? Ich meine, wo ist denn da bitte die Logik? «Ihr bekommt schon so viel, da darf’s ruhig noch ein bisschen mehr sein!»?

Also gerecht finde ich das nicht.