…sind bei jedem Amoklauf eigentlich immer erstmal wieder die «Killerspiele» schuld? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr auf diese sinnlose Diskussion.
Themenarchiv: Gedanken
Warum…
12. März 2009Filesharing per Mail?
31. Januar 2009Wie ich so neulich auf gulli las, kam mir eine – zugegebenermaßen vermutlich nicht sehr originelle – Idee, die ich euch trotzdem nicht vorenthalten möchte.
Und zwar dachte ich mir, wie im obigen Beitrag schon angedeutet, dass man ja eigentlich einen Account bei einem Freemail-Anbieter für Filesharing-Zwecke nutzen könnte. Es müsste sich doch nur jemand einen Account bei einem beliebigen Freemail-Anbieter (aufgrund des ca. 7GB umfassenden Speicherplatzes drängt sich Googlemail dabei ja gradezu auf… aber ich schweife ab) erstellen, dessen Nutzername und Passwort keinerlei Verbindung zur eigenen Person aufweisenen – natürlich sollte man dabei entsprechende Anonymisierungsdienste zum Verschleiern der IP benutzen – und diese dann (mehr oder weniger) öffentlich zugänglich machen. Danach kann man dort dann so viele Dateien ‹parken›, wie man möchte. Und jeder, der sich einloggt, könnte sie runterladen…
Ist das nicht irgendwie verlockend? Man könnte sogar Wunschlisten und dergleichen anlegen, wie in einem klitzekleinen Forum… selbstverständlich könnte man kein riesengroßes Dateiarchiv anlegen – nicht mit ein paar Gigabyte (wenn überhaupt). Andererseits kann man sich ja auch einfach mehrere Benutzerkonten anlegen.
Indizierung von Weblogs – Zensur ja oder nein? (Update)
23. Januar 2009Wie ja gestern auf unterschiedlichen Seiten zu lesen war, hat die BPjM den Blog einer Pro-Ana indiziert. Die Meinungen, ob es sich dabei tatsächlich um handfeste Zensur handelt, gehen durchaus auseinander.
Formell handelt es sich bei einer Indizierung natürlich nicht um «Zensur» im eigentlichen Wortsinn, da nur Minderjährigen der Zugang verwehrt wird (oder werden soll). De facto ist es aber trotzdem oft so, dass betroffene Inhalte dadurch letztendlich komplett verschwinden, z.B. durch entsprechende Veröffentlichungspolitik bei kommerziellen Angeboten (Spiele, Filme etc.), da sich indizierte Medien ohne Werbung eben einfach nicht mehr vermarkten lassen, was dann letztendlich natürlich auch Auswirkungen auf die Zugänglichkeit für Erwachsene hat. Hinzu kommt, dass viele Ladenketten gar keine indizierten Medien mehr führen.
Bei Internetseiten (die ja auch schon länger auf dem Index landen können, nicht erst seit gestern) ist das noch mal eine etwas andere Sache, da diese ja in der Regel nicht verkauft werden. Hier eine Altersverifizierung einzubauen (soweit ich mich informieren konnte, ist in Deutschland dafür nur das PostIdent-Verfahren zulässig) kostet natürlich nicht nur Zeit sondern eventuell auch Geld. Da es sich bei der Inhaberin des Weblogs selbst auch noch um eine Miderjährige handelt, frage ich mich, ob sowas für sie rechtlich gesehen überhaupt möglich wäre (und ist ihr der Besuch ihrer eigenen Webseite dann nicht eigentlich auch verboten?).
Wie dem auch sei. Dass ich generell nicht viel vom Index oder der BPjM halte, dürfte bekannt sein (falls nicht – jetzt wisst ihr’s). Unabhängig davon kommt man sich aber schon arg zensiert vor, wenn man in zig Berichten über die Indizierung liest, einem durch Nichtverlinkung aber die Möglichkeit genommen wird, sich eine eigene Meinung zu bilden. Egal, welches Alter. Und es ist nun einmal alles andere als praktibale, im Internet irgendwelche Altersverifizierungen einzuführen – das widerspricht meines Erachtens dem Konzept des Internets an sich.
Viel skandalöser finde ich allerdings, dass Suchmaschinen wie Google Seiten entsprechend diesen Jugendschutzbestimmungen filtern (wobei das auch nichts wirklich neues ist). Zu erkennen sind diese Filterungen in der Regel an folgender Mitteilung:
Aus Rechtsgründen hat Google
xErgebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.
Und warum sind die Listen C&D mit den indizierten Medien auch für Volljährige nicht zugänglich? Sowas würde ich schon mal als de facto Zensur ansehen (und es ist mir dabei vollkommen egal, ob ich entsprechende Websites theoetisch noch aufrufen kann). Überhaupt nützt es im Grunde keinem, wenn eine Website indiziert wird. Zumal ich es für Schwachsinn halte, Kinder/Jugendliche im Gegensatz fur Erwachsenen wie unmündige Deppen zu behandeln, die durch das Ansehen einer Internetseite mehr oder weniger automatisch indoktriniert werden. Psychische Krankheiten sind ohnehin weniger ‹ansteckend›, auch wenn ich natürlich nicht leugnen will, dass entsprechende Angebote ohnehin gefährdeten/betroffenen Individuen zusätzlichen Anreiz bieten können.
Dennoch – letztendlich muss man die Seiten dafür selbst lesen (meist sogar erstmal suchen, da die ja auch nicht wie Pilze aus dem Boden wachsen und an jeder Ecke angeboten werden) und ja, ich traue auch Minderjährigen zu, solche Entscheidungen für sich selbst zu treffen und Inhalte entsprechend einzuordnen und zu verstehen. Solange ein Kind über derlei Dinge informiert und aufgeklärt ist, dürfte sich sowieso keinerlei Verständnisproblem ergeben.
Und bloß, weil ein bestehendes Gesetz solcherlei Eingriffe erlaubt, ist es deswegen noch lange kein gutes Gesetz.
Zu guter Letzt: Der Blog war wohl auf Blogspot (unter ana-hanna.blogspot.com – mittlerweile leider nicht mehr verfügbar, teilweise aber noch im Google-Cache vorhanden) gehostet. Ist das nicht ein amerikanischer Anbieter mit Servern in den USA? Was hat die BPjM da zu melden? Mir war entfallen, dass die ja seit einiger Zeit Google gehören und dementrepchend der BPjM nach der Pfeife tanzen.
(Nachtrag: Hier noch ein interessanter Kommentar zum Thema.)
Sind Stimmen für kleine Parteien verschenkte Stimmen?
14. Januar 2009Ralph meint: nein. Und ich auch. Denn auch, wenn eine Partei die 5%-Hürde letztendlich nicht überschreitet, so gibt es trotzdem ab 1% (bzw. 0,5%) Wahlkampfkostenerstattung für diese Partei, so dass es aus Sicht der Partei schon mal definitiv einen Unterschied machen kann. Außerdem unterstützt man, indem man nicht oder ungültig wählt, schon mal automatisch die etablierten Parteien; in der Regel die mit den meisten Prozentpunkten. Auch bekommen sie dadurch letztendlich mehr Geld durch Kostenerstattung.
Man sollte auch bedenken, dass eine kleine Partei überhaupt nur wachsen kann, wenn sie erstmal Leute wählen, auch wenn sie noch keine Aussicht auf 5% der Stimmen haben. Denn kaum eine Partei fängt wohl mit so großen Anteilen an.
Und zu guter Letzt… wer gar nicht wählt, hat am Ende zumindest weniger Legitimation, sich über die herrschenden Verhältnisse zu beschweren, da er sich ja aus der Willensbildung heraushält und damit effektiv zu verstehen gibt, dass er mit der Meinung der Mehrheit einverstanden ist. Wenn man zur Politik an sich keine Meinung hat, kann man das vielleicht tun, ansonsten sollte man es – meines Erachtens – nicht.
Ausführliches dazu und einen Parteienvergleich gibt es auch noch.
Gesetze
13. Januar 2009Warum bekommen kleinere Parteien, obwohl eine Gleichbehandlung gesetzlich vorgeschrieben (Absatz 6&7) ist, in den öffentlich-rechtlichen Programmen Hessens eigentlich viel weniger Sendezeit als die großen, bereits bekannten Parteien?
Besonders interessant finde ich dazu diesen Abschnitt:
6. Während des Wahlkampfes ist lediglich den politischen Parteien, die in allen Wahlkreisen Wahlvorschläge eingereicht haben, Sendezeit zu gewähren. Die Sendezeit muß gleichlang und gleichwertig sein.
Heißt das, wenn es nicht überall Wahlkreiskandidaten gibt (und solche aufzustellen, ist nicht soo einfach, wie man vielleicht denkt, da eine kleinere Partei ja zusätzlich zu den ohnehin schon geforderten 1000 Unterschriften dann noch mal welche für die ganzen Wahlkreise von dort lebenden Personen braucht)? Auch, wenn das in bezug auf kleine Ein-Mann-Parteien vielleicht irgendwo verständlich ist, finde ich das nicht ganz koscher. Insbesondere, weil die Chancen für eine kleine Partei – oder überhaupt die meisten neben SPD und CDU – eine Kandidatenstimme zu bekommen, ja noch mal geringer sein dürften als für eine Zweitstimme, da bei den Direktmandaten letztendlich nur derjenige mit den meisten Stimmen weiterkommt.
Und warum bekommen Parteien, die einen höheren Mitgliedsbeitrag verlangen und mehr Spenden bekommen, auch eine höhere Wahlkostenerstattung (Absatz 1&5)? Müssten die nicht sowieso schon mehr Geld wegen des höheren Beitrags haben? Warum geht das überhaupt über den Beitrag und nicht, sagen wir mal, die Mitgliederanzahl an sich? Sollte es nicht eher möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, sich auf diese Weise politisch zu engagieren? Und wenn nicht – sollten dann nicht wenigstens alle Parteien immerhin gleich behandelt werden, also gleich viel Erstattung bekommen?
Und wenn wir schon dabei sind, wieso beträgt die Obergrenze für staatliche Zuwendungen die der sonstigen Einnahmen der Partei (Absatz 4)? Ist es nicht vollkommen widersinnig, dass die, die ohnehin wenig einnehmen, auch nur wenig refinanziert bekommen können, während die, die bereits hohe Einnahmen haben, auch mehr zurückfinanziert kriegen? Ich meine, wo ist denn da bitte die Logik? «Ihr bekommt schon so viel, da darf’s ruhig noch ein bisschen mehr sein!»?
Also gerecht finde ich das nicht.
Warum ich die Piratenpartei wähl(t)e
11. Januar 2009Bald sind ja nicht nur Landtagswahlen in Hessen, sondern auch Bundestags- und Europawahl. Da ich meine Stimme bei der letzten Landtagswahl der Piratenpartei gegeben hab und dies bisher auch für die nächsten Wahlen vorhab, wollte ich hier einfach mal die – für mich ausschlaggebenden – Argumente anführen.
Bevor man das erste Mal wählen darf (und natürlich nicht nur dann), fragt man sich natürlich, für wen man denn nun stimmen soll. Zunächstmal sind da natürlich die großen, die sogenannten «etablierten» Parteien. Als ich mir zum allerersten Mal Gedanken über das Thema machte, das ist schon recht lange her, waren mir spontan die Grünen am sympathischsten… wie gesagt, es ist lange her. Die CDU war nie mein Fall. Wer vertraut schon allen Ernstes einer Partei, deren Name das Wort «christlich» enthält? Auch die SPD ist durch ihre Politik mit den Jahren immer mehr in meinem Ansehen gesunken; die jüngsten Überwachungsgesetze sind da nur der Gipfel. Auch beim Thema Jugendschutz verhielten sich diese Hampelmänner immer furchtbar übertrieben und engstirnig. Nein, eindeutig nicht meins.
Nun, die FDP. Teilweise stimme ich dem Grundgedanken der Freiheit ja durchaus zu… dennoch kann ich mich nicht wirklich für Neoliberalismus erwärmen. Alles privatisieren? Ich denke nicht, dass das letztendlich im Sinne aller ist. Zudem war und ist mir die FDP als Partei suspekt. Noch mehr als den anderen scheint es hier hauptsächlich ums Regieren zu gehen – egal mit wem, egal, zu welchen Konditionen, egal, ob es überhaupt Schnittmengen gibt. «Machthure» fällt mir spontan dazu ein.
Zu ‹guter› Letzt, die Grünen (damals gab es die Linkspartei in der Form noch nicht, daher dazu später mehr). Kennen gelernt habe ich die noch, als sie tatsächlich für ihre Ziele standen. Aber irgendwie haben die sich mittlerweile so viel geleistet und damit ihre Inhalte verwässert, dass ich wirklich kaum noch Übereinstimmungen mit der ursprünglichen Zielsetzung erkennen kann. Überhaupt kann ich ja nicht anders, als einer Partei, die mit der CDU koaliert, skeptisch gegenüber zu stehen.
Dann kam plötzlich die Linkspartei dazu und pries sich selbst mehr oder weniger als ‹neue SPD› an (nun, so wortwörtlich hätte das vermutlich nie jemand zugegeben). Teilweise kann ich ihren Ideen sogar zustimmen, wenn auch – theoretisch – noch mehr Überschneidungspunkte mit den Grünen gewesen wären. Die Linkspartei ist zur Abwechslung sogar gegen Überwachung.
Letztendlich läuft es aber darauf hinaus – jede dieser Möglichkeiten entspräche für mich nur dem geringstmöglichen Übel. Denn generell haben alle großen politische Parteien bei mir ein immenses Vertrauensproblem. Sie könnten da sagen und versprechen, was sie wollten, ich würde es ihnen doch nicht glauben (können). Und, wie gesagt, es ginge immer bloß darum, denjenigen herauszufinden, den ich als am wenigsten scheiße einschätzen würde.
Und dann gab es da plötzlich diese Piratenpartei, deren Hauptanliegen es war, gegen die zunehmenden Überwachungsmaßnahmen vorzugehen. Außerdem sind sie für die Privatkopie und halten das momentane Jugenschutzgesetz für absolut ausreichend (immerhin – ich halte es für zu restriktiv). Alles Punkte, die ich unterstütze. Ja, es ist eine Themenpartei. Ja, sie ist klein. Ja, sie ist nicht «professionell». Aber grade deshalb ist sie für mich glaubwürdiger.
Diese Leute tun das nicht für Geld – denn sie bekommen gar keins – und es lohnt sich als Kleinpartei mit unter einem Prozent der Stimmen vermutlich kaum, sich für den Mainstream der Wähler zu prostituieren. Wenn man das will, könnte man ja sowieso einfach einer der größeren Parteien beitreten. Nein, hier sagt man ganz entschieden, man will nur dort etwas fordern, wo man sich auch auskennt (nichts von wegen «Ich weiß zwar nicht, wie man einen Computer bedient, aber dieses Internet muss unbedingt verboten werden!» – sorry, extrem überspitzte Darstellung). Zudem hat sie für mich diesen Charme, das etwas zwar nahezu ohne jegliche Mittel, aber mit sehr viel Herzblut und Überzeugung gemacht wird. Weil sie dahinterstehen. Nicht, weil das Stimmen bringt oder irgendwo gut ankommt.
Aber auch davon abgesehen war es das erste Mal, dass die Aussagen einer Partei auf mich nicht nur einen (relativ) vernünftigen Eindruck machten anstatt den eines mehr oder weniger Marketing-Textes aus dem Baukasten, mit dem man bei möglichst wenig Leuten aneckt, sondern auch das erste Mal, dass mich eine Alternative wirklich überzeugt hat und nicht nur die am wenigsten beschissenste aller möglichen Optionen darstellte.
Und ihre Aktionen sind lustig. Natürlich sagt das nichts über ihre Politik aus, aber immerhin sind sie nicht um jeden Preis ‹seriös› wie die anderen. Gefällt mir.
Als kleine und vor allem junge Nischenpartei wird sie so schnell vermutlich nicht allzu viel Einfluss gewinnen. Aber das macht mir nichts. Solange ich etwas aus tatsächlicher, echter Überzeugung wählen kann, kann ich damit leben, dass die Einflussmöglichkeiten nicht so groß sind wie bei einer sehr großen Kompromisslösung, von der mir 50% ohnehin nicht zusagen. Meine Stimme zählt sowieso immer gleich viel, ganz egal, wem ich sie gebe.
Bevor das jetzt jemand falsch versteht: Ich will die Piratenpartei hier keinesfalls als den Messias oder ähnliches darstellen. Sicherlich sind das auch nur Menschen, die niemals alles perfekt machen werden. Das kann man wohl leider nicht erwarten. Aber zumindest der Ansatz ist gut und vielversprechend, und vielleicht kann darauf aufbauend wirklich etwas nützliches geschaffen werden. Zumindest ist der generelle Ansatz schon mal anders, was ich persönlich sehr begrüße. Denn wenn man nicht mal was anderes ausprobiert, kann sich ja nichts ändern.
Hmm?
05. Januar 2009(Ja, ich gestehe, ich schaue Criminal Minds.)
Ist es nicht ein klitzekleines bisschen unlogisch oder zumindest unglaubwürdig, dass sich ausgerechnet Reid mit dem «fotografischen Gedächtnis» nicht mehr richtig an den Nachnamen von Penelope Garcia erinnert? Nur so ein Gedanke…
Oder vielleicht hat er ihn ja einfach bloß nie gelesen *hust*
Nachgefragt
11. Dezember 2008Was genau ist eigentlich «Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.» (angeblich das erste der Zehn Gebote) gemeint? Heißt das, es gibt noch welche (gesetzt dem Fall, es gäbe denn auch den dort sprechenden Gott), man darf sie bloß nicht anbeten? Oder kann man sich die irgendwie selbst machen/aussuchen? Und wie genau «hat» man eigentlich einen Gott?
Wär doch mal ne Überlegung wert… für mich klingt das jedenfalls so, als stellte sich der Sprecher/Verfasser mit den anderen auf eine Stufe.
Kinderpornografie
30. November 2008Ich bitte schon mal im Voraus um Verzeihung für diesen doch etwas reißerischen Titel. Aber ich muss da jetzt einfach mal drüber schreiben.
Wir hatten da mal so eine Diskussion in unserer Rechtsdozentur (bei einem -anwalt) zum Thema Jugendschutz (was auch sonst?), wo als Totschlagargument für die BPjM und Medienverboten (Beschlagnahmung) mal wieder alte Hut der Kinderpronografie rausgekramt wurde. Lautete dann in etwa so: «Und Spiele mit Kinderpornografie wollen wir ja schließlich alle nicht.»
Mein Einwurf, dass ich damit keine Probleme hätte, hat mir natürlich nicht grade Sympathien eingebracht. Aber sei’s drum. Ich finde nun mal, dass eine mediale Darstellung von etwas keiner reellen Handlung gleichkommt. Egal ob nun bei Mord oder Missbrauch. Pornografie ist ja auch nicht gleich Vergewaltigung, bloß weil in Pornos (oder anderesn Filmen) auch vergewaltigt wird (ich weiß, Gewaltpornografie ist in Deutschland ebenfalls verboten – und ich kenne bisher auch keinen, der öffentlich zugegeben hat, sowas gerne zu sehen – dennoch habe ich bisher nicht den Eindruck, dass viele Leute prinzipiell etwas gegen die Existenz solcher Medien haben). Dementsprechend: Kinderpornografie ≠ Sexueller Missbrauch (von Kindern).
Wohlgemerkt bezieht sich das nur auf kinderpornografische Darstellungen in Medien wie Videospielen, Comics oder Trickfilmen. Ich fände es schon etwas bedenklich, Realfilme mit derlei Inhalten zu drehen. Schließlich kämen da ja auch wieder echte Kinder drin vor.
Aber warum genau ist denn die Darstellung von etwas, das dabei nicht tatsächlich passiert, so schlimm? Eklig vielleicht, das will ich ja gar nicht bestreiten. Aber sowas ist immerhin Geschmackssache. Solange kein Kind zu Schaden kommt, verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Für Hostel ist ja auch keiner gestorben. Oder gefoltert worden.
Ist es nicht also naheliegend, dass – ähnlich wie nicht jeder Spieler von Manhunt 2 auch in der Realität ein folternder Serienmörder ist – auch nicht jeder, der ein Spiel mit kinderpornografischem Inhalt spielen würde, in Wirklichkeit Kinder vergewaltigen will?
Auch denke ich nicht, dass derlei Medien die letztendliche Gewaltverbrechensrate an Kindern erhöhen wurde. Warum? Leute, die sowas tun, tun es sowieso und bekommen sowieso Kinderpornos, falls sie die ‹nebenbei› auch noch konsumieren. Im Zweifelsfall auch welche mit echten Kindern (wobei ich das nicht als Argument nutzen würde, um irgendwas an sich zu legalisieren – denn auf «das passiert sowieso» kann man sich letztendlich auch bei Mord berufen). Zumal Pädophilie an sich, solange man deshalb nicht gleich Kinder sexuell belästigt, auch nicht per se schadet (ich will damit aber natürlich keine Aussage über die tatsächlichen Quoten machen). Wenn ich mir Folterpornos anschau, hab ich damit ja auch nicht gleich drei Frauen auf dem Gewissen. Würd ich auch nicht machen. Ich denke eher, dass wenn man sowas legalisiert, man es als ‹Kanal› für Triebe benutzen könnte… ähnlich wie Sport und dergleichen auch als Katalysator für echte Aggressionen und andere ‹niedere Triebe› dienen kann.
Ich sehe das hauptsächlich deshalb so, weil ich die Schlussfolgerung für logisch halte, dass man sich seine sexuellen Vorlieben nicht aussuchen kann. Sie sind einfach da. Man muss dann zwangsläufig irgendwie versuchen, damit umzugehen. Und je leichter es einem dabei gemacht wird, dies zu tun, ohne jemand anderem zu schaden – umso besser. Ganz einfach weil man sowas eben nicht ‹einfach› wegtherapieren kann.
Mir fällt also wirklich kein gutes Argument ein, warum die Darstellung von etwas verbotenem dadurch ebenfalls (automatisch) verboten sein sollte.
Motion Capturing
15. November 2008Wir hatten letzte Woche Character-Design-Dozentur bei Harald Siepermann und ENDLICH ist auch mal jemand anderes der Ansicht, Motion Capturing sei nicht der Weisheit letzter Schluss in Sachen Animationen von Computer-Grafiken! Allein dafür könnte ich ihn ja knuddeln, wenn das nicht so vollkommen abwegig wär.
Laut seiner Aussage können Motion-Capturing-Aufnahmen zwar menschliche (oder auch andere) Bewegungen an sich ‹realistischer› darstellen, allerdings wirkt es dadurch eben letztendlich doch nicht echter… sondern, im Gegenteil – leblos. Und da stimme ich vollkommen zu. Ich meine, wenn man nur mal die Animationen von Heavenly Sword und Shadow of the Colossus vergleicht, haben letztere viel mehr Leben, Charakter und Tiefe (manche mögen es vielleicht auch «Seele» nennen). Was nützen mir diese ganzen talentierten Schauspieler in ihren schwarzen Noppenanzügen, wenn von ihrem Geist in der späteren Umsetzung letztendlich nichts mehr übrig bleibt?
Ich habe mal die Aufnahmen zu erwähntem Spiel gesehen – die waren wirklich nicht schlecht, diese Schauspieler. Trotz Fehlen jeglicher Kostüme oder Hintergrunddekoration kamen die Szenen gut rüber, weil sie voller Leben waren. Wenn man sich dagegen die fertigen CG-Sequenzen anschaut, wirken sie steif und leblos; egal, wie hübsch die Grafiken sind.
Warum ist es eigentlich erstrebenswert, dass Spiele (oder auch sonstige computer-generierte Grafiken) aussehen wie die Realität? Abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass das jemals zu 100% funktionieren wird. Im Stillstand vielleicht, aber nicht in der Bewegung. Wie dem auch sei, so toll ist die Realität doch gar nicht. Perfekt schon gar nicht. Ich persönlich finde es viel schöner und entspannter, wenn man sich ein wenig (oder auch ein wenig mehr) Freiheit nehmen und die Sachen so darstellen kann, wie sie der eigenen Meinung nach grad am besten passen oder das, was man ausdrücken möchte, am besten transportieren.
Der gleiche Grund greift für mich übrigens auch beim Vergleich von Zeichentrick- und CG-Animationsfilmen. Zumindest konnte mich bisher noch keine Produktion davon überzeugen, dass gezeichnetes nicht immer hübscher ist als computer-animiertes. Oder handgezeichnete Frames besser aussehen als am Computer erstellte (zumal Computer-Grafik und Handzeichnungen meines Erachtens allein von der Optik und vom Stil überhaupt nicht zusammen passen).
Und deshalb finde ich es auch überhaupt nicht abwegig, auch in aktuellen Spielen Cutscenes durch z.B. Anime-Sequenzen darzustellen. Denn im direkten Vergleich sind CG-Animationen (immer noch) einfach nur steif und unrealistisch; auch oder gerade wenn sie durch Motion Capturing erstellt wurden. Harald formulierte das so, dass Polygon-Charaktere alle das gleiche Gewicht hätten. Was auch irgendwie stimmt, wenn man mal drauf achtet, find ich.
Nennt mich von mir aus konservativ, aber das ist einfach meine Ansicht dazu. Ich finde, selbst wenn man die einfachen, fast schon kritzeligen Zeichnungen eines Edna bricht aus mit den sterilen Polygon-Figuren aus Crysis vergleicht, versprüht letzteres lange nicht so viel Charme. Egal, wie toll und realitätsnah die Grafik auch sein mag. Und «Edna» ist noch nicht mal besonders toll oder aufwendig animiert.
Ich zumindest würde handgemachte Key Frames jederzeit teuer produzierten Motion Captures vorziehen. Genauso wie ich gezeichnete Szenen immer lieber ansehen werde als am Computer erstellte.





