Ja, ich schreib jetzt was zu dem Thema. Pech gehabt!
Zunächst mal möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich - vor allem anfangs - immer eine starke Ablehnung gegenüber diesem Thema hatte, die sogar stärker wurde, desto mehr Leute versucht haben, es in den Vordergrund zu rücken. Mittlerweile kann ich dieses reflexartige Ablehnungsbedürfnis etwas besser zügeln und möchte daher versuchen, herauszufinden, wie es dazu kommt. Auch, aber nicht nur, weil ich dieses Verhalten auch bei anderen bemerkt zu haben glaube und dem Eindruck erliege, es könnte dem allgemeinen gegenseitigen Verständnis eventuell entgegen kommen.
Meine Probleme mit der sogenannten Gender-Debatte sind zahlreich. Da sind zum einen die Debatte an sich sowie die Art, wie sie geführt wird, und dann noch die Leute, die sie führen. Alles soll hier Platz finden und ich hoffe, ich schaffe es, diesen einigermaßen strukturiert zu verteilen.
Vorweg: Ich beziehe mich hier hauptsächlich auf den Teil der Debatte, der meinem Eindruck nach auch das Gros der Diskussion ausmacht und sich mit Sexismus - d.h. Diskriminierung, also Unterscheidung, aufgrund des Geschlechts, von Geschlechtsmerkmalen oder traditionellen Rollenbildern - befasst.
Mir persönlich sind dabei hauptsächlich zwei Arten (oder Ausprägungen) von Diskriminierungen bekannt, zwischen denen ich zu unterscheiden ich hier für sinnvoll halte. Zum einen ist da die durch Regeln gestützte Bevorzugung eines Geschlechts (und damit die Benachteilgigung der übrigen). Damit meine ich hauptsächlich solche, die auf gesetzlichen oder auch anderen Bestimmungen beruhen; ein Beispiel hierfür wäre, wenn nur Männer (oder nur Frauen) das Wahlrecht hätten. Diese soll hier als politische oder rechtliche Diskriminierung oder Gleichberechtigung bezeichnet werden.
Die andere wäre eine gesellschaftliche, die sich nicht in expliziten ‹Regeln› oder offiziellen Gesetzen äußert, aber beispielsweise bestimmte Erwartungshaltungen oder Rollenbilder festigt oder aber schlichtweg sexistisches Gedankengut bezeichnet. Obigem Beispiel folgend wären das die Ablehnung des Wahlrechts für eine bestimmte Geschlechtergruppe, Ansichten wie «Frauen sollten nicht wählen», «Wählen ist was für Mädchen», «als Mann/Frau/… sollte ich mich nicht mit Politik beschäftigen» oder «es gehört sich für mich als X/Y, das zu wählen, was mein Partner/Elter/irgendwas sagt» (es gibt noch tausend andere Beispiele, aber ich schätze, es ist klar, was gemeint ist).
Wie man vielleicht sieht, unterscheidet sich diese Art wiederum in bewusste Diskriminierung und un(ter)bewusste Erfüllung/Auslebung eines Rollenbilds. Ich werde versuchen, auch darauf an den gegebenen Stellen einzugehen. Die beiden Varianten werde ich ansonsten unter gesellschaftliche Diskriminierung/Gleichberechtigung zusammenfassen.
Kommen wir wieder zurück zu mimimi meiner Kritik, wenn man es so nennen möchte.
Als Anfangsbetrachtung möchte ich hier einmal erwähnen, dass ich mich als der Gleichberechtigung aufgeschlossene, zugetane und sogar von ihr als ethisch richtig überzeugte Person betrachte (andere Leute mögen das mitunter anders sehen, aber darauf kommt es an dieser Stelle noch nicht an). Trotzdem habe ich es sehr lange abgelehnt, mich mit diesem Thema überhaupt zu befassen - es ging sogar soweit, dass ich schon fast aggressiv wurde, wenn es überhaupt erwähnt wurde. Die Frage ist nicht nur, wie es dazu kommt, dass jemand, der den Gleichberechtigungsgedanken keineswegs abzulehnen meint, diese Abneigung gegenüber der Befassung damit entwickeln konnte, sondern auch, ob es anderen, die sich ähnlich verhalten (und die Tatsache, welche Reaktionen Äußerungen in Richtung «Gender» für gewöhnlich nach sich ziehen, scheint mir recht offensichtlich nahezulegen, dass ich nicht die einzige Person bin, der es so geht).
Selbstverständlich kann ich nur für mich selbst sprechen. Dennoch will ich nicht ausschließen und halte es im Gegenteil sogar für sehr wahrscheinlich, dass der Großteil der anderen Reflexablehner sich, ebenso wie ich, als Befürworter der Gleichberechtigung versteht. Und grade unter diesem Aspekt ist es vielleicht interessant, sich zu fragen, warum das Thema dennoch so emotional diskutiert und teilweise sogar direkt im Ansatz abzuwürgen versucht wird.
Nun ist es bei mir durchaus nicht so, dass ich im Internet oder gar bei den Piraten das allererste mal mit - mangels besserer Begrifflichkeit schreibe ich es jetzt einfach mal so - feministischem Gedankengut in Berührung gekommen bin. Im Gegenteil: Aus moralischer Sicht schienen mir gleiche Rechte für alle eine Selbstverständlichkeit. Natürlich hatte ich auch von der Benachteiligung von Frauen (und Anderen nicht-männlichen Geschlechts) in der jüngeren und älteren Geschichte gehört. Nachwirkungen davon waren für mich aber selten zu spüren; es wurde vielmehr eher theoretisch darüber geredet.
Zugleich wurden aber auch immer noch bestehende rechtliche Diskrepanzen auf diesem Gebiet offenbar (als Beispiel sei hier die Wehrpflicht genannt). Das schien zumindest erstmal ungerecht. Hinzu kamen dann die ersten Kontakte mit dem, was sich zu diesem Zeitpunkt (selbst) unter dem Begriff Feminismus* zusammenfasste und -fand: Hier bei ging es nicht selten um die Unterstellung (anders kann ich es nicht nennen, da ich zumindest nie etwas solches im eigenen Umfeld kennen gelernt hatte), weibliche Personen bedürften anderer, gesonderter oder gar bevorzugter Behandlung.
Dies war gleich in doppelter Ausführung negativ. Zum einen führte es unbewusst wie auch bewusst zu (gewollter und ungewollter) Übervorteilung einer Geschlechtergruppe aufgrund gewisser Vorurteile oder sonstiger gutmeinender Bestrebungen. Zum anderen wurde einem genau diese Sonderbehandlung implizit und auch explizit häufig vorgworfen - insbesondere, wenn man sich in Bezug auf Gleichberechtigung o.ä. äußerte. Als Beispiel sei hier genannt, dass, wenn sich eine Frau z.B. zu irgendeiner wie auch immer gearteten Benachteilgung äußerte, es quasi sofort hieß, dass sie Ungleichbehandlung in bezug auf die Wehrpflicht anscheinend nicht störe. Unabhängig davon, dass, bloß, weil irgendwelche anderen (weiblichen) Menschen so dachten, es diese Frau nicht zwangsläufig auch tat; sie es höchstwahrscheinlich genauso wenig ändern konnte und es üblicherweise überhaupt nichts mit dem ursprünglich diskutierten Thema zu tun hatte (zumal die Tatsache, dass ein problem noch nicht gelöst ist, wohl kaum rechtfertigt, die Lösung eines anderen Problems gar nicht erst zu diskutieren).
Was ich sagen will: Die Ungleichbehandlung führt, egal, wen sie bevor- oder benachteiligt dazu, dass die Position des einzelnen geschwächt wird.
Dieser förderische Behandlung von Mädchen fand 8und findet) sich in vielen Bereichen wieder. Sei es nun, dass im Sportunterricht nach Geschlecht und nicht nach Interesse getrennte Spiele gespielt werden; man in nach Geschlechtern getrennten Unterricht in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern gesteckt wird, weil Mädchen angeblich schlechter lernen, wenn sie mit Jungs zusammen unterrichtet werden; man für Dinge explizit deshalb rekrutiert wird, weil man weiblich ist (Credo «wir brauchen noch mehr Weibchen auf Position X»); man zu speziellen, traditionell eher dem männlichen Geschlecht zugeschriebenen Interessen und Aktivitäten nach einer «weiblichen» Sichtweise (wtf?) befragt wird.
All das impliziert nicht nur, Mädchen bräuchten spezielle Förderung, weil sie es von sich aus nicht ‹schaffen›, sich gegen Jungs zu behaupten oder gleich gute Leistungen zu erbringen oder… gleichzeitig festigt es auch dir Vorstellung, Mädchen seien nun mal anders als Jungs, müssten anders behandelt werden, hätten pauschal eine andere Sicht als diese (aber dann bitte alle die gleiche, oder was?) usw. usf.
Gleichzeitig werden Mädchen dadurch noch dazu genötigt, sich an jeder Stelle beweisen zu müssen, denn es herrscht ja automatisch die implizite Unterstellung, sie könnten nichts, könnten es schlechter als Jungs oder wären überhaupt nur dort, wo sie sind, weil sie bevorzugt werden. Das heißt man wird als Mädchen nicht nur unaufgefordert gesondert behandelt und mitunter bevorzugt, man muss sich auch noch gegen Vorwürfe dafür verteidigen. Es ist, als würde jemand beleidigt und derjenige müsste dann auch noch rechtfertigen, wie es dazu kommen konnte und warum er das nicht verhindert habe (etwas seltsame Analogie; ich hoffe, ihr könnt mir folgen).
Und genau DAS sind die hauptsächlichen, hervorstechendsten und mich am meisten aufregendsten Ereignisse und Gelegenheiten, die mir in den Sinn komme, wenn ich «Sexismus» oder ähnliches höre oder darüber nachdenke. In SOLCHEN Momenten fühle ich mich diskriminiert und auf mein Geschlecht reduziert. Und genau dieses Gefühl triggert auch die Frage nach «mehr Frauen in…», Geschlechterquoten, etwaigen Problemen, dem Binnen-I, «Wie interessiert man Frauen für…?»-Fragen und was nicht sonst noch alles. Einiges davon betont ‹nur› das Geschlecht der beteiligten (und unbeteiligten) Personen, anderes stellt eine plumpe Verallgemeinerung der halben (teilweise ganzen) Bevölkerung dar und unterstützt primitives Schubladendenken und ungerechtfertigte Kategorisierungen, welche letztendlich Vorurteile begründen.
Und sollte es bei Gleichberechtigung nicht auch darum gehen, Leute unabhängig ihres (biologischen) Geschlechts zu betrachten? Sollte das Geschlecht nicht eben genau keine Rolle mehr spielen?
Ich glaube, oben von mir zu verbalisieren versuchte Problematik ist es, wenn Leute auf Bemühungen anderer Menschen mit «man kann sich Probleme auch herbeireden (wahlweise: welche machen, wo keine sind)» reagieren. Denn genauso empfinde ich es selbst oft. Es handelt sich also um eine Art Trotzreaktion darauf, die hauptsächlich darauf begründet ist, dass ich das Hervorheben des Geschlechts an sich ablehne und es als Ursprung vieler Probleme sehe.
Damit will ich nicht andeuten, dass die Gleichberechtigung innerhalt der Gesellschaft erreicht ist. Teilweise gibt es immer noch diskriminierende Gesetze, aber vor allem sozial sind wir noch weit davon entfernt. Neben Menschen, die sich für sexistische Witze begeistern und Mario Barth toll finden, gibt es (natürlich auf beiden Seiten) eine erschreckende Anzahl von Leuten, die ganz ernsthaft von traditionellen Rollenbildern überzeugt sind und diese wie selbstverständlich auszufüllen suchen. Dies kann sich so ausprägen, dass sie das andere Geschlecht für in irgendeiner Weise minderwertig halten oder aber schlichtweg meinen, eine oder beide Seiten seien genetisch in gewisser Weise zu bestimmten Handlungsweisen oder auch Begabungen vorgeprägt. Und es gibt Leute wie mich, die sich für von solchen Gedankengängen nicht betroffen gehalten haben.
Aber bin ich das wirklich? Spoiler: Nein, bin ich nicht. Auch ich habe mich - vor allem in letzter Zeit - oft dabei erwischt, in die alte Rollenfalle zu tappen. Damit meine ich nicht unbedingt mein eigenes Verhalten oder die Beurteilung anderer Menschen, aber zum Beispiel die schlichte Einordnung gewisser Handlungsweisen.
Das ist übrigens auch wieder eins der Probleme die ich u.a. mit dem sog. Feminismus, aber auch mit sexistisch geprägten Weltbildern habe. Dort gibt es ja bekanntlich Vorstellungen à la «Frauen tun X» und «Männer sollten Y» und ähnliches mehr. Dadurch, dass man nun nahezu zwangsläufig einem der beiden Geschlechter angehört, wird man in seinem Leben immer mal wieder in eine dieser beiden Rollen gedrängt.
Natürlich kann ich das ganze nur aus meiner Perspektive beurteilen, aber ich habe in Bezug auf geschlechtsspezifische Dinge häufig folgende Erfahrung gemacht: Wenn ich etwas nicht kann, das für mein Geschlecht als un- bzw. für das andere als typisch gilt, liegt mein Unvermögen an meinem Geschlecht. Gleichzeitig repräsentiere ich plötzlich alle anderen Vertreter dieses Geschlechts und untermauer somit auch noch das Vorurteil, das ich gerade beschrieben habe und bringe den ‹Rest› durch mein Unvermögen sozusagen auch noch in eine prekäre Lage.
Gut in etwas zu sein, dass nicht meinem Rollenbild entspricht, ist dagegen fast selbstverständlich eine Auszeichnung.
Kann ich hingegen etwas, das für mein Geschlecht typisch ist, ist das irgendwie auch wieder nicht gut, weil es natürlich wieder das Klischee zementiert. Ich neige sogar häufig dazu, es (bei mir selbst!) alleind eshalb als minderwertig anzusehen, weil es eben nun mal als typische Eigenschaft dieses Geschlechts gilt. Sprich: Eigenschaften meines Geschlechts = minderwertig. Dazu sollte erwähnt werden, dass ich niemals bewusst eine andere Person aufgrund solcher Fähigkeiten oder Eigenschaften abgewertet habe und mir auch nicht einfiele, warum ich das tun sollte. Warum also bei mir selbst? Warum fühle ich mich genötigt, einem Klischee zu widersprechen? Und warum führt dieser Widerspruchswunsch dann auch noch dazu, dass ich gewisse Eigenschaften (an mir) als minderwertig empfinde?
Kommen wir nach diesem kurzen Exkurs nun dazu, was mich daran stört, wie die Debatte geführt wird. Da ist zunächst mal die Art, wie das Thema überhaupt an andere herangetragen wird.
Das wird meistens in der oder einer ähnlichen Art getan, wie ich oben die Erstkontakte zu Gleichberechtigungsbestrebungen innerhalb der Gesellschaft beschrieben habe. Sprich: Es wird erstmal ein Unterschied zwischen Jungs und Mädchen herbeigeredet, im schlimmsten Fall sogar pauschalisiert und betont. Da ich genau dieses Gebaren als Sexismus und diskriminierend empfinde, setzt es bei mir dann leider häufig schon aus, so dass es extrem schwierig ist, noch inhaltlich an mich heranzukommen. Das mag unreif sein und nicht unbedingt für mich als Mensch sprechen, aber so ist es vorerst einmal und mit emotionalen Reaktionen muss man immer rechnen; insbesondere, wenn man anderen ein kontroverses Thema nahebringen will (zur Verteidigung der Gegenseite: konnte die ja nicht wissen, dass das ganze so kontrovers ist).
Dann kommen noch Randerscheinungen wie das sogenannte «Gendering» von Texten, die Forderung von Quoten oder auch die Begründung von irgendwas außer Kinderkriegen und dergleichen (im besten Fall noch Qualifikation - wtf?!²) mit «weil ich eine Frau bin» hinzu, die mich extrem schnell und leicht unsachlich werden lassen. An dieser Stelle könnte eine längliche Darlegung stehen, warum ich beides für (polemisch ausgedrückt) mehr oder minder groben Unfug halte, aber der Post ist, glaube ich, bereits lang genug. Aber vielleicht werde ich das bei Interesse mal nachreichen.
Schlussendlich seien noch die involvierten Personen erwähnt. Nun kenne ich die meisten nicht näher und kann daher nur oberflächlich, wenn überhaupt, beurteilen, um was für Menschen es sich handelt. Aber ich kann zumindest beschreiben, welchen Eindruck sie auf mich machen.
Da fällt einerseits auf, dass der Großteil biologisch weiblich ist. Nun, das ist an sich nicht schlimm - es kann ja auch niemand etwas für sein Geschlecht - uns es gab auch männliche und weitere Vertreter; nur leider ist es eben schwierig, das Thema Gleichberechtigung, bei dem es mir besonders wichtig erscheint, so viele Menschen wie möglich einzubeziehen, vernünftig zu diskutieren, wenn so viele nicht mit einbezogen sind (wobei ich nicht unterstellen will, dass dabei absichtlich jemand ausgeschlossen wird - vielmehr denke ich, ein Großteil der Personen wird aus oben aufgeführten und noch zu nennenden Gründen von der Teilnahme abgeschreckt).
Ich meine aber zumindest, beobachtet zu haben, dass sich diese Menschen auch auf eine gewisse Art verhalten, sei es nun durch Ausdrücke, Diskussionskultur oder anderes, mit der ich mich persönlich so wenig identifizieren kann, dass ich nicht mit ihnen zusammenarbeiten möchte. Ja, richtig, ich fühle mich unter diesen Menschen nicht wohl, nicht zugehörig und ich habe den Eindruck, dass meine Sicht der Dinge nicht relevant ist, da sie ohnehin als Blödsinn abgetan würde.
Nun ist mir letzteres nicht unbedingt unbekannt; im Gegenteil. Für gewöhnlich juckt es nicht, wenn jemand meine Meinung nicht teilt (das ist üblich) oder der Großteil einer Gruppe anderer Ansicht ist. Das allein hält mich nicht unbedingt von der Teilnahme an einer Diskussion ab. Es ist mehr das vage Gefühl (!), diese Leute interessierte meine Ansicht nur marginal und es ginge primär darum, mich zu überzeugen, dass ich falsch läge. Ich sehe, meine Formulierung lässt hier zu wünschen übrig, denn genau das ist (leider) nicht unüblich und stört mich bei sonstigen Debatten höchstens oberflächlich. Vielleicht ist es auch die Vermutung, meine Denkweise könne nicht nachvollzogen - oder von mir sogar gar nicht richtig erklärt? - werden, die mich stört. Oder aber die Aussicht, die sinnlose Anstrengung zu unternehmen, ein extrem komplexes Thema aus meiner Perspektive zu beleuchten, ohne, dass es interessiert oder verstanden wird oder jemanden zum Nachdenken anregt, wenn diese ganze Fragestellung meines Erachtens hochgradig fruchtlos zu werden verspricht. Und die Tatsache, dass ich meine Zeit im Zweifelsfall lieber mit Leuten verbringe, deren Ansichten oder Denkweisen den meinen ähneln (nicht notwendigerweise gleichen) und mit denen ich andere, womöglich erbaulichere Themenfelder beackern kann.
Aber wie kann man das ändern, sofern es denn gewollt ist? Gute Frage, offene Antwort. Denn abgesehen von «mehr Personen einbinden» fällt mir dazu nichts konstruktives ein. Dennoch sollte man die Fragestellung meines Erachtens nicht einfach unter den Tisch fallen lassen - insbesondere, da das ganze leider eben doch immer noch aktuell ist, vor allem sozial, und auch innerhalb der Piratenpartei zumindest solange nicht überwunden scheint, wie einige es als solches ansehen und es zudem nicht möglich ist, ein sachliches Gespräch darüber zu führen, welches die Problemlage näher erörtert.
Was schließe ich also daraus? Hauptsächlich, dass das Thema noch verzweigter und diffiziler ist, als ich vermutet habe; ich höchstwahrscheinlich die Hälfte oder mehr vergessen und ungezählte Male den faden verloren hab, so dass ich mich jetzt ernsthaft frage, ob dieser Text auch nur im entferntesten nachvollziehbar ist oder überhaupt für irgendwas anderes als die Tonne taugt. Und: Es gibt zu diesem Thema noch so unglaublich viel mehr zu sagen, dass ich angesichts dieses Bergs unwillkürlich kapitulieren möchte.
Aber am allerneugierigsten bin ich auf andere Meinungen, die mir im Idealfall noch dabei helfen, mir selbst darüber klarer zu werden, was ich hier eigentlich zu sagen versuche.
* Allein den Begriff an sich finde ich bereits unglücklich gewählt, da er quasi automatisch impliziert, es drehte sich dabei nur um Frauen - es ist aber natürlich unlogisch, nur Frauen ‹gleiche› Rechte zuzusprechen, denn der Natur des Wortes nach müssen gleiche Rechte nun mal für alle gleich sein, und das schließt eben Menschen aller Geschlechter ein, weswegen der Begriff, unter den die Bewegung(en) und deren Bemühungen zusammengefasst wird, dies meines Erachtens auch reflektieren und nicht eine oder mehrere Gruppen ausschließen sollte.





