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Themenarchiv: Überwachung

Neuigkeiten des Grauens

30. November 2008

Der Nacktscanner kommt nun wohl doch (zumindest soll er ab Dezember getestet werden - und wer testet etwas, wenn er nicht auch vorhat, es zu benutzen?).

Vorratsdatenspeicherung gilt nicht für nichtkommerzielle Zwecke

25. November 2008

Zumindest laut Patrick Breyer. Dort steht nämlich nicht nur, dass Leute, die privat Dienste - zu denen unter anderem ein offenes W-LAN oder aber auch ein TOR-Server zählen dürften - betreiben, nicht zur Datenspeicherung verpflichtet sind, sondern auch, dass diese nicht mal freiwillig auf Vorrat speichern dürf(t)en, wenn sie wollten (was hoffentlich niemand tut!).

Kommerzielle Dienste sind übrigens ebenfalls ausgenommen, wenn sie nicht «öffentlich» sind, also nur einer begrenzten Anzahl an Personen zur Verfügung stehen. Das Netz eines - öffentlich zugänglichen - Vereins beispielsweise zählt aber wiederum nicht dazu.

Ubuntu Privacy Remix

23. November 2008

Für Leute, die schon immer mal Linux austesten wollten oder eine einfache Lösung für die Erhöhung der Sicherheit & Privatsphäre am PC benötigen, für den könnte Ubuntu Privacy Remix interessant sein (natürlich auch für alle anderen).

Dabei handelt es sich um ein Projekt, dessen Ziel es ist, eine auf Ubuntu Linux basierende Live-CD zu erstellen, die eine abgeschottete Arbeitsumgebung darstellt. Erreicht werden soll dies einerseits durch die enthaltenen Programme (Verschlüsselungs-Software etc.) als auch durch ihre CD-Natur, die verhindern soll, dass unbemerkt schädliche Dateien oder Programme gespeichert werden. Zudem kann sie auch nicht mit dem Internet agieren, was den Zugriff von außen (z.B. durch Schad-Software) generell einschränken soll.

Ich persönlich finde die Idee ziemlich cool und praktisch (besonders für die etwas fauleren unter uns) und auch eine gute Gelegenheit, um mal ein wenig in Linux hineinzuschnuppern, ohne gleich irgendwelche Verpflichtungen einzugehen. Werde das ganze demnächst auf jeden Fall mal testen.

Übrigens gibt es auch einen neuen Pirate Stick, der in eine ähnliche Richtung geht (umfassendes «Sicherheitspaket» auf einem Trägermedium, das zur sofortigen und mobilen Nutzung verwendbar ist - allerdings handelt es sich dabei natürlich nicht um ein gleichermaßen abgeschottetes System, da der USB-Stick unter dem normalen Betriebssystem verwendet werden kann).

Zunehmender Überwachungswahn

12. November 2008

Nicht nur in Deutschland nimmt der Überwachungswahn in zunehmendem Maße seltsame, wenn nicht gar erschreckende Dimensionen an. Zur Vorratsdatenspeicherung und der bevorstehenden Änderung des BKA-Gesetzes brauch ich wohl nicht mehr viel zu schreiben, das dürfte mittlerweile bekannt sein (was es nicht besser macht).

Etwas ähnliches wie die Datenspeicherung wollen sie jetzt anscheinend auch in Großbritannien einführen. Dazu soll mittels «Black Boxes» nicht nur der Internet-Traffic, sondern auch dessen Inhalt gespeichert werden. Im relativ überwachungsverliebten Vereinigten Königreich überrascht mich das zwar zugegebenermaßen nicht sonderlich, Sorgen bereitet es mir dennoch - insbesondere die Gelassenheit, mit der das ganze anscheinend mal wieder vom Durchschnittsbürger hingenommen wird. Ich erinnere mich noch, wie sich bei einem Schottlandbesuch meinerseits grade über die geplante Einführung von Personalausweisen aufgeregt wurde… natürlich mit dem Überwachungsargument. Und das bei den ganzen Kameras, die dort an jeder Ecke hängen. Verkehrte Welt?

In Australien soll dafür jetzt der erste Internetfilter in einen westlichen Staat kommen (oder gibt es schon woanders einen? Ich zumindest kenne bisher nur die China-Firewall, aber das ist ja auch kein Rechtsstaat da drüben). Anscheinend soll es da wohl eine Art Kindersicherung geben, die man optional zuschalten kann sowie einen nicht abschaltbaren Generalfilter. Na wenn das mal nicht aus freiheitlichen Idealen geboren wurde.

Während man also in Australien versucht, die Leute vor dem bösen Internet zu «beschützen», muss in Südkorea anscheinend das Internet vor wildernden Menschenmassen geschützt werden. Jedenfalls darf man sich dort nur noch mit Klarnamen in Webforen anmelden. Scheint übrigens auch gar keine so neue Idee zu sein.

Österreich erhöht zwar nicht die Netzüberwachung, dafür werden Drogendelikte ab sofort in einer Datenbank gespeichert, zu der auch nur die Polizei, das Gesundheitsministerium, Bezirksverwaltungsbehörden, Staatsanwaltschaften, Gerichte, das Verteidigungsministerium, das Bundesheer, das Innenministerium, Gewerbebehörden und das Wirtschaftsministerium Zugriff haben sollen. Na also, sind doch gar nicht so viele.

Wenn das so weitergeht, kann man Netzneutralität wohl auch hierzulande bald vergessen… besonders bei dem regen Interesse an freiheitlichen Werten auf der Welt (oder habe nur ich den Eindruck, dass Zensur und sonstige Einschränkung von Rechten kaum jemanden interessiert?). Freiheit ist aber auch was gefährliches, wovor man die armen kleinen unmündigen Bürgerlein schützen muss. Wo kämen wir denn sonst auch hin?

Zum Abschluss noch was lustiges (leider auch nur durch Ironie): Premiere des neuen Bond-Films durch DRM verhindert.

«Vieleinlader» werden gespeichert

08. Oktober 2008

Laut heise haben sich CDU und SPD darauf geeinigt, sowohl eine Datei mit Leuten, die für Visa bürgen, als auch eine mit einmal durch Schleusen aufgefallene zu führen.