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Themenarchiv: Wahlen

Meine Empfehlung: Wählen gehen!

26. September 2009

Wie Oliver es auch schon hat anklingen lassen, sind sogenannte Wahlempfehlungen im Allgemeinen doch eher befremdlich. Warum? Nun ja; entweder, ich bin halbwegs informiert und weiß daher, wen ich wählen werde oder wer zumindest in Frage kommt und dann können mir einzelne Empfehlungen relativ egal sein - oder ich weiß es nicht, dann sollte ich mich aber vielleicht auch lieber nicht auf einzelne Empfehlungen verlassen. Selbst denken sollte hier meines Erachtens das Stichwort lauten.

Natürlich schadet es auch nicht, seine eigene Wahlentscheidung begründet darzulegen, wie ich es selbst auch schon mal getan habe (ich betrachte dies allerdings nicht als Empfehlung an sich). Letztendlich kann ich dazu nur sagen, dass jeder doch das wählen sollte, was er für richtig hält - aber bitte vorher informieren. Sonst lieber gleich sein lassen.

(Zu meiner Anti-Empfehlung der CDU/CSU und SPD von neulich: Ich halte es natürlich immer noch für ‹verkehrt›, auch nur eine einzige Stimme an diese Demokratiefeinde zu verschwenden. Trotzdem glaube ich nicht, dass es letztendlich jemanden groß juckt, wenn ich das hier so postuliere. Entweder, er hätte sie sowieso nie gewählt - oder ihm sind verutlich auch die zahlreichen Gegenargumente relativ schnuppe.)

In diesem Sinne hoffe ich, dass möglichst viele am Sonntag die ihnen zustehende Macht ausüben und ihrem Wählerwillen Ausdruck verleihen; und wenn’s nur durch Ungültigmachen ist. Letztendlich kann man aber auch niemanden zwingen, für seine eigene Zukunft Interesse aufzubringen…

0,9%

08. Juni 2009

Quelle: Bundeswahlleiter.de

Die Schweden haben es mit 7,1% der Stimmen sogar geschafft, einen Abgeordneten ins Parlament zu bringen (auf gulli gibt es dazu auch noch ein paar hübsche Grafiken). Glückwunsch!

Laut BILD bin ich gaga

06. Juni 2009

Um mal aus deren Fakten zur Europawahl zu zitieren:

Der Stimmzettel ist 94 Zentimeter lang, denn: 31 Parteien treten an, darunter alle Bundestagsparteien – aber auch Gaga-Vereine wie die «Piraten-Partei».

Wer könnte da widersprechen? Die kennen sich schließlich damit aus.

(K)eine Wahlempfehlung

05. Juni 2009

Ganz nach dem Vorbild von Markus möchte ich an dieser Stelle einmal keine Wahlempfehlung für die anstehende Europawahl am Sonntag geben - jedoch mit der dringenden Empfehlung, wählen zu gehen!

Und zwar möchte ich von der Wahl der CDU/CSU sowie der SPD abraten. Warum? Nun, eigentlich braucht man dafür nur einmal diese hübsche Grafik betrachten, damit einem klar wird, warum die beide absolut unwählbar sind. Aber ich führe auch gerne noch ein wenig aus…

Zunächst einmal zur CDU und deren Anhängsel der CSU: Diese Leute haben nicht nur offensichtlich keine Ahnung, wovon sie reden - sie geben auch noch zu, dass sie aufgrund bürokratischer Hürden schon mal die Grundrechte mit Füßen treten (die SPD ist allerdings auch nicht besser, aber dazu gleich mehr). Bei der C[DS]U habe ich generell immer das Gefühl, das ist im Grunde nur ein gebündelter Haufen Inkompetenz - sorry, aber anders kann ich das gar nicht ausdrücken. Wann tun (oder zumindest sagen) die denn mal etwas, von dem sie auch zumindest halbwegs was verstehen? Und jetzt kommt mir nicht mit «Rechtsstaat abschaffen» oder so…

Dann zur SPD. Diese tut sich ja in letzter Zeit häufig dadurch hervor, dass sie sich überhaupt nicht hervortut dass sie die anderen Parteien schlecht macht. Nichts gegen das Schlechtmachen der anderen Parteien an sich - die haben das sicherlich alle verdient - aber «kuckt mal, die anderen sind doch noch viel döfer als wir!» war meines Erachtens noch nie ein wirklich gutes Argument, um damit gewählt zu werden. Abgesehen davon, dass das natürlich auch wieder ein diskutabler Punkt ist. In Sachen Bürgerrechte hat sich die SPD jedoch auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert und selbst wenn sie sich mal negativ zu irgendwas äußern, stimmen sie ja dann letztendlich doch im Einklang mit ihrem Koalitionspartner oder nach Fraktionszwang ab. Und überhaupt, der und der gehören ja auch zu dem Verein…

Nun… so viel von mir dazu. Ich könnte natürlich auch noch anfangen, Gründe aufzuzählen, warum die anderen Parteien mehr oder weniger unwählbar sind - nur würde dann wohl kaum noch eine übrig bleiben. Und nur schlechtmachen will ich hier ja auch nicht; vielmehr geht es darum, Schaden einzudämmen.

Warum man aber definitiv wählen gehen sollte (zumindest, sofern man ein Mindestmaß an Ahnung hat), steht nicht nur hier (bezieht sich allerdings auf die Bundestagswahl, ist meines Erachtens aber übertragbar)… und warum man an der Europawahl im speziellen teilnehmen sollte, auch wenn das Parlament eher wenig bis keine Kompetenzen hat, liegt mindestens shcon mal darin begründet, dass ein Großteil der Überwachungsgesetze der letzten Zeit durch das ‹Hintertürchen› EU bei uns eingeschleust wurden. Scheint ein beliebter Weg zu sein, unliebsame Gesetze, die auf nationaler Ebene aus unterschiedlichen Gründen scheitern, durchzudrücken. Und von den mangelhaften «demokratischen» Strukturen in der EU muss ich hoffentlich nicht anfangen, oder…?

Disclaimer: Ich bin selbst Mitglied der Piratenpartei und der Jungen Piraten; auch wenn das hier vorrangig natürlich kein Aufruf sein soll, die zu wählen.

Piraten in der BILD

01. Mai 2009

Wow (danke Piraten-Mailing-Liste).

Kommt mir irgendwie bekannt vor…

25. Januar 2009

Das Europawahlprogramm der Grünen bzw. zumindest die entsprechende Meldung auf heise (man möge mir verzeihen, dass ich mir nicht gleich das komplette Programm durchgelesen hab) liest sich eigentlich fast wie das Programm der Piratenpartei (auch wenn die bisher keine Kultur-Flatrate fordern). Nicht, dass ich das schlecht fände - je mehr sich mit diesen Themen auseinandersetzen und sie auch noch unterstützen, umso besser!

Allerdings hab ich bei den Grünen mittlerweile so meine Zweifel, ob die das auch ernst meinen… oder eher: ob sie das später auch einlösen würden (unabhängig davon, was die sich jetzt denken). Die Erfahrung spricht leider eher dagegen. Schade eigentlich.

Was im Übrigen nicht heißen soll, dass ich diese Forderungen und Ideen so pauschal unterstützen würde. An so manchem Punkt habe ich dann doch noch meine Zweifel (namentlich diese Kultur-Flatrate… das riecht mir irgendwie zu sehr nach GEZ, ob mit oder ohne 2.0).

0,5%

19. Januar 2009

Quelle: Statistik Hessen

Sind Stimmen für kleine Parteien verschenkte Stimmen?

14. Januar 2009

Ralph meint: nein. Und ich auch. Denn auch, wenn eine Partei die 5%-Hürde letztendlich nicht überschreitet, so gibt es trotzdem ab 1% (bzw. 0,5%) Wahlkampfkostenerstattung für diese Partei, so dass es aus Sicht der Partei schon mal definitiv einen Unterschied machen kann. Außerdem unterstützt man, indem man nicht oder ungültig wählt, schon mal automatisch die etablierten Parteien; in der Regel die mit den meisten Prozentpunkten. Auch bekommen sie dadurch letztendlich mehr Geld durch Kostenerstattung.

Man sollte auch bedenken, dass eine kleine Partei überhaupt nur wachsen kann, wenn sie erstmal Leute wählen, auch wenn sie noch keine Aussicht auf 5% der Stimmen haben. Denn kaum eine Partei fängt wohl mit so großen Anteilen an.

Und zu guter Letzt… wer gar nicht wählt, hat am Ende zumindest weniger Legitimation, sich über die herrschenden Verhältnisse zu beschweren, da er sich ja aus der Willensbildung heraushält und damit effektiv zu verstehen gibt, dass er mit der Meinung der Mehrheit einverstanden ist. Wenn man zur Politik an sich keine Meinung hat, kann man das vielleicht tun, ansonsten sollte man es - meines Erachtens - nicht.

Ausführliches dazu und einen Parteienvergleich gibt es auch noch.

Warum ich die Piratenpartei wähl(t)e

11. Januar 2009

Bald sind ja nicht nur Landtagswahlen in Hessen, sondern auch Bundestags- und Europawahl. Da ich meine Stimme bei der letzten Landtagswahl der Piratenpartei gegeben hab und dies bisher auch für die nächsten Wahlen vorhab, wollte ich hier einfach mal die - für mich ausschlaggebenden - Argumente anführen.

Bevor man das erste Mal wählen darf (und natürlich nicht nur dann), fragt man sich natürlich, für wen man denn nun stimmen soll. Zunächstmal sind da natürlich die großen, die sogenannten «etablierten» Parteien. Als ich mir zum allerersten Mal Gedanken über das Thema machte, das ist schon recht lange her, waren mir spontan die Grünen am sympathischsten… wie gesagt, es ist lange her. Die CDU war nie mein Fall. Wer vertraut schon allen Ernstes einer Partei, deren Name das Wort «christlich» enthält? Auch die SPD ist durch ihre Politik mit den Jahren immer mehr in meinem Ansehen gesunken; die jüngsten Überwachungsgesetze sind da nur der Gipfel. Auch beim Thema Jugendschutz verhielten sich diese Hampelmänner immer furchtbar übertrieben und engstirnig. Nein, eindeutig nicht meins.

Nun, die FDP. Teilweise stimme ich dem Grundgedanken der Freiheit ja durchaus zu… dennoch kann ich mich nicht wirklich für Neoliberalismus erwärmen. Alles privatisieren? Ich denke nicht, dass das letztendlich im Sinne aller ist. Zudem war und ist mir die FDP als Partei suspekt. Noch mehr als den anderen scheint es hier hauptsächlich ums Regieren zu gehen - egal mit wem, egal, zu welchen Konditionen, egal, ob es überhaupt Schnittmengen gibt. «Machthure» fällt mir spontan dazu ein.

Zu ‹guter› Letzt, die Grünen (damals gab es die Linkspartei in der Form noch nicht, daher dazu später mehr). Kennen gelernt habe ich die noch, als sie tatsächlich für ihre Ziele standen. Aber irgendwie haben die sich mittlerweile so viel geleistet und damit ihre Inhalte verwässert, dass ich wirklich kaum noch Übereinstimmungen mit der ursprünglichen Zielsetzung erkennen kann. Überhaupt kann ich ja nicht anders, als einer Partei, die mit der CDU koaliert, skeptisch gegenüber zu stehen.

Dann kam plötzlich die Linkspartei dazu und pries sich selbst mehr oder weniger als ‹neue SPD› an (nun, so wortwörtlich hätte das vermutlich nie jemand zugegeben). Teilweise kann ich ihren Ideen sogar zustimmen, wenn auch - theoretisch - noch mehr Überschneidungspunkte mit den Grünen gewesen wären. Die Linkspartei ist zur Abwechslung sogar gegen Überwachung.

Letztendlich läuft es aber darauf hinaus - jede dieser Möglichkeiten entspräche für mich nur dem geringstmöglichen Übel. Denn generell haben alle großen politische Parteien bei mir ein immenses Vertrauensproblem. Sie könnten da sagen und versprechen, was sie wollten, ich würde es ihnen doch nicht glauben (können). Und, wie gesagt, es ginge immer bloß darum, denjenigen herauszufinden, den ich als am wenigsten scheiße einschätzen würde.

Und dann gab es da plötzlich diese Piratenpartei, deren Hauptanliegen es war, gegen die zunehmenden Überwachungsmaßnahmen vorzugehen. Außerdem sind sie für die Privatkopie und halten das momentane Jugenschutzgesetz für absolut ausreichend (immerhin - ich halte es für zu restriktiv). Alles Punkte, die ich unterstütze. Ja, es ist eine Themenpartei. Ja, sie ist klein. Ja, sie ist nicht «professionell». Aber grade deshalb ist sie für mich glaubwürdiger.

Diese Leute tun das nicht für Geld - denn sie bekommen gar keins - und es lohnt sich als Kleinpartei mit unter einem Prozent der Stimmen vermutlich kaum, sich für den Mainstream der Wähler zu prostituieren. Wenn man das will, könnte man ja sowieso einfach einer der größeren Parteien beitreten. Nein, hier sagt man ganz entschieden, man will nur dort etwas fordern, wo man sich auch auskennt (nichts von wegen «Ich weiß zwar nicht, wie man einen Computer bedient, aber dieses Internet muss unbedingt verboten werden!» - sorry, extrem überspitzte Darstellung). Zudem hat sie für mich diesen Charme, das etwas zwar nahezu ohne jegliche Mittel, aber mit sehr viel Herzblut und Überzeugung gemacht wird. Weil sie dahinterstehen. Nicht, weil das Stimmen bringt oder irgendwo gut ankommt.

Aber auch davon abgesehen war es das erste Mal, dass die Aussagen einer Partei auf mich nicht nur einen (relativ) vernünftigen Eindruck machten anstatt den eines mehr oder weniger Marketing-Textes aus dem Baukasten, mit dem man bei möglichst wenig Leuten aneckt, sondern auch das erste Mal, dass mich eine Alternative wirklich überzeugt hat und nicht nur die am wenigsten beschissenste aller möglichen Optionen darstellte.

Und ihre Aktionen sind lustig. Natürlich sagt das nichts über ihre Politik aus, aber immerhin sind sie nicht um jeden Preis ‹seriös› wie die anderen. Gefällt mir.

Als kleine und vor allem junge Nischenpartei wird sie so schnell vermutlich nicht allzu viel Einfluss gewinnen. Aber das macht mir nichts. Solange ich etwas aus tatsächlicher, echter Überzeugung wählen kann, kann ich damit leben, dass die Einflussmöglichkeiten nicht so groß sind wie bei einer sehr großen Kompromisslösung, von der mir 50% ohnehin nicht zusagen. Meine Stimme zählt sowieso immer gleich viel, ganz egal, wem ich sie gebe.

Bevor das jetzt jemand falsch versteht: Ich will die Piratenpartei hier keinesfalls als den Messias oder ähnliches darstellen. Sicherlich sind das auch nur Menschen, die niemals alles perfekt machen werden. Das kann man wohl leider nicht erwarten. Aber zumindest der Ansatz ist gut und vielversprechend, und vielleicht kann darauf aufbauend wirklich etwas nützliches geschaffen werden. Zumindest ist der generelle Ansatz schon mal anders, was ich persönlich sehr begrüße. Denn wenn man nicht mal was anderes ausprobiert, kann sich ja nichts ändern.

Geht wählen!

04. Januar 2009

Am 18. Januar ist Landtagswahl in Hessen und ich kann nur allen Wahlberechtigten, die eine Meinung zur aktuellen politischen Lage haben, ans Herz legen, wählen zu gehen. Wer nicht oder ungültig wählt, unterstützt damit den Status quo! Gibt man seine Stimme jedoch einer kleinen Partei - deren Inhalte und Programm man natürlich unterstützenswert finden sollte - kostet dies die großen Parteien selbst unter der 5%-Hürde womöglich Wahlfinanzierung und bringt genannten Kleinparteien etwas mehr Geld ein, mit dem diese mehr Leute erreichen und somit wachsen können.

Weitere Argumente und Gedanken zur Wahl gibt es übrigens hier (danke Walter).

Jeder fängt einmal klein an, auch die Grünen, und anders als mit wirklich anderen Parteien kann man meines Erachtens letztendlich auch nicht viel verändern (so man es denn will). Was nicht heißen soll, dass man nur Kleinparteien wählen soll; wenn man die großen für eine wirklich sinnvolle Alternative hält… bitte. Jede Gegenstimme zur CDU kann nicht vollkommen verkehrt sein, auch wenn ich von der SPD nahezu eben so wenig halte. Aber das ist ja Geschmackssache. Hauptsache, es macht sich überhaupt mal jemand die Mühe, politisch ein wenig aktiv zu werden.