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Themenarchiv: Zensur

Telecomix

28. Mai 2011

Heute hatte ich die Ehre, einem Vortrag des Herrn Urbach über Telecomix im Attraktor beiwohnen zu dürfen. Er fing aufgrund Pizzamangels zwar etwas verspätet an, war dafür aber umso interessanter. Es ging im wesentlichen darum, was Telecomix macht und wie dort gearbeitet wird – aber wieso schreib ich das überhaupt, er ist schließlich auch online verfügbar.

Nun, was macht Telecomix eigentlich? In erster Linie helfen sie bei der Kommunikation. Dafür stellen sie zum Beispiel Infrastruktur zur Verfügung oder helfen ganz einfach dadurch, dass sie Kommunikationsmittel (z.B. für sichere Kommunikation, also bspw. Verschlüsselung oder Darknets) erklären. Gar nicht so einfach, wenn man es mit DAUs Nicht-Techies zu tun hat oder die primären Kommunikationskanäle bereits nicht mehr zur Verfügung stehen, wie Anfang des Jahres in Ägypten.

An dieser Stelle darauf hinweisen tue ich vor allem deshalb, weil ich die Arbeit von Telecomix wichtig und cool finde. Eigentlich kann ich mir zwar nicht vorstellen, dass hier irgendwer liest, der sie noch nicht kennt (eigentlich kann ich mir nicht mal vorstellen, dass hier überhaupt jemand liest) – aber so kann man mir wenigstens nicht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht.

P.S. Ich hoffe, ich habe alles soweit richtig dargestellt und – nein, das ist keine Eigenwerbung *g*

«Ich beschäftige mich nicht damit, aber motzen tu ich trotzdem» (Update)

02. Dezember 2009

So oder so ähnlich scheint das Credo von Chris zu sein. Zumindest legt er den Piraten in seinem neusten Artikel mal wieder nahe, doch bitte nicht so viele Spinner in den Vorstand zu wählen (was ich selbstverständlich unterstütze und nach bestem Wissen und Gewissen zu befolgen versuche), aber sobald man ihn dann fragt, wie man die denn im Vorfeld erkennen soll (rechtsverbindliche Irrenmarkierung?), heißt es lapidar: «Hatte ich schon erwähnt, dass ich mich mit den Piraten-Deppen weitestgehend nicht mehr auseinandersetze?»

Es sei dir ja herzlich vergönnt, dich nicht mit der Piratenpartei auseinanderzusetzen – aber dann gib doch auch nicht irgendwelche wirren ‹Tips›, die jeder Realisierungsmöglichkeit entbehren… das nützt keinem.

Warum ich das jetzt hier auf meinem Blog schreibe und nicht direkt bei F!XMBR? Nun ja, die Kommentare zum Post sind anscheinend geschlossen und ohnehin weiß man da sowieso nie, was durchkommt und was in der persönlichen Abneigung der Autoren hängenbleibt (und nein, selbstverständlich habe ich weder gegen Chris noch Oliver irgendwelche persönlichen Abneigungen; ich kenne sie ja nichtmals).

(Nachtrag: Ich hatte in dem besagten Post ursprünglich auch einen Kommentar hinterlassen, dieser wurde mittlerweile entfernt.)

Wo gingen Schäuble und Schavan zur Schule?

25. Juni 2009

In Bezug auf das Spickmich-Urteil erklärten Wolfgang Schäuble und Annette Schavan heute, anonyme Bewertungsplattformen würden dem «besonderen Vertrauensverhältnis» zwischen Lehrern und Schülern nicht gerecht. Jetzt würde mich echt mal interessieren, auf welche Schule die gegangen sind. Ich zumindest kann mich nicht erinnern, zu irgendeinem Lehrer überhaupt irgendein Vertrauensverhältnis gehabt zu haben – ganz zu schweigen von einem besonderen.

Klar war mir durchaus auch mal ein Lehrer sympathisch – ob das umgekehrt ebenfalls vorkam, kann ich nicht beurteilen, wage es aber zu bezweifeln – dennoch ist in meinen Augen selbstverständlich, dass noch jeder Lehrer als subjektiv, eventuell auch voreingenommen oder parteiisch angesehen werden muss. Möglicherweise ja auch unbewusst oder unabsichtlich, das möchte ich hier gar nicht bestreiten. Lehrer sind ja auch nur Menschen und damit per definitionem alles andere als perfekt. Und so dürfte es sich in den meisten Fällen auch für die eigene Person als negativ erweisen, Kritik an den Lehrmethoden einer Autoritätsperson zu üben. Aber selbst wenn nicht (ich erinnere mich an Fälle, in denen Lehrer sogar nach Kritik an ihrem Unterricht fragten), ‹fürchten› viele Schüler sicherlich trotzdem Repressalien oder Benachteiligung.

Und dem kommt dann so ein Bewertungsportal durchaus entgegen (außerdem kann man sich dadurch auch klassenübergreifend viel einfacher über die Meinungen anderer informieren, aber das nur am Rand). Jedenfalls denke ich nicht, dass das Schüler-Lerhrer-Verhältnis (wie auch immer es im Einzelfall nun aussehen mag) durch eine anonyme Plattform in irgendeiner Weise gefährdet ist. Schließlich ist die ja anonym.

Die Sperrliste «identifiziert» kinderpornografische Seiten?

25. Juni 2009

In einem Interview mit Franziska Heine und Ursula von der Leyen in der ZEIT (und in gekürzter und irreführender Fassung auch in deren Print-Ausgabe) macht Frau von der Leyen unter anderem diese Aussage:

Die Technik der Zugangssperren führt dazu, dass wir jetzt erstmals systematisch kinderpornografische Websites identifizieren.

Jetzt frage ich mich: Wie soll man das verstehen? Webseiten werden erst dann als illegal bzw. Seiten mit dokumentiertem Kindesmissbrauch identifiziert, wenn sie bereits auf der Sperrliste sind? Wie kommen sie dann auf die Sperrliste? Oder kommen in entsprechendem Verdacht stehende Seiten etwa automatisch drauf? Und inwiefern hilft eine Sperre dabei, Internetseiten zu «identifizieren», die man, um sie auf genannte Liste zu bekommen, sowieso erstmal finden muss? Und nach welchem «System» wird da überhaupt vorgegangen?

Mit anderen Worten: Was will uns Ursula von der Leyen damit sagen?

Auch Jörg-Olaf Schäfers von Netzpolitik.org und Torsten vom Notizblog machen sich Gedanken dazu.

Anti-Zensur: Liste österreichischer Spiele-Shops

19. Juni 2009

Da ja momentan anscheinend alle österreichischen Online Shops einer Prüfung durch die BPjM unterzogen werden, um sie möglicherweise zu indizieren, hier noch mal schnell eine Liste mit Links, bevor das ganze illegal wird (leider kenne ich nicht so viele, da ich hauptsächlich aus UK und den USA importiere – Additionen in den Kommentaren ausdrücklich erwünscht!):

P.S. Mir ist bewusst, dass das hier im Grunde genommen Werbung ist – aber von mir aus soll’s so sein. Lieber füer einen österreichischen Shop geworben als dass die auf dem Index landen, bevor es jemand merkt.

P.P.S. Die entsprechende Petition gibt es leider nur auf Facebook, wo ich mir ehrlich gesagt keinen Account anlegen will.

Millionen Spieler werden mal wieder kriminalisiert

05. Juni 2009

Bei dieser Meldung (auch auf gulli) kann man sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen… dass Politiker absolut beratungsresistent sind, dürfte ja mittlerweile keinen mehr überraschen – dennoch traurig, dass in einer angeblich «aufgeklärten» Gesellschaft immer noch solche Zustände herrschen. Noch besteht ja die Hoffnung, dass das – wie das angedachte Paintball-Verbot – nicht durchkommt; wir werden also sehen…

Freiheit statt Angst – Demo in Mainz

05. Juni 2009

Diesen Samstag, den 06. Juni 2009, findet, nach Berlin und Hamburg, eine weitere Demonstration unter dem Motto «Freiheit statt Angst» gegen Überwachung und Zensur in Mainz statt. Beginn ist 10.00 Uhr, es sprechen unter anderem auch zwei Piraten und Mitglieder anderer Parteien/Organisationen (Linkspartei, Junge Liberale).

Und für alle, die noch unschlüssig sind, ob sie kommen sollen oder sich das überhaupt ‹lohnt›, hier ein paar Argumente für die Teilnahme an Demonstrationen und anderen politischen Aktionen.

Petition gegen Netzzensur

04. Mai 2009

Hier gibt es eine Petition gegen das geplante Netzsperrengesetz. Bitte unterschreiben und weitersagen!

(Danke René.)

Andere Provider – aber welche?

22. April 2009

Nun, da die freiwillige Zensur offiziell durch ist, ist es ja im Grunde mehr als höchste Zeit für mich, endlich den Provider zu wechseln. Das Problem dabei: wohin? Anhand dieser Liste kann man sich zwar einen kleinen Überblick verschaffen, wer zensiert und wer nicht, und wie die nicht zensierenden Anbieter zum geplanten Zensurgesetz stehen.

Nun fällt dabei sofort auf, dass nicht sehr viele Provider der geplanten Zensur überhaupt kritisch gegenüberstehen. Und die, die es tun, sind entweder regional beschränkt (M-net), bedienen seit neustem keine Privatkunden mehr (QSC) oder haben eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten (EWE Tel). Damit fallen drei von vieren für mich schon mal pauschal aus. Einzig und allein Manitu – übrigens auch mein heimlicher Favorit aus der Liste – hat keine Konditionen, die mich daran hindern, dorthin zu wechseln.

Allerdings braucht man einen T-DSL-Anschluss. Über den ich natürlich nicht verfüge. Also erstmal bei der Telekom angerufen und mich informiert (0800 330 1 000). Um so einen zu bekommen, ist wohl zwangsweise auch ein dortiger Telefonanschluss von Nöten. Grundgebühr: ca. 19€ pro Monat. Sofern man, wie ich, noch nicht über einen bestehenden Anschluss bei der Telekom verfügt, kommen dann noch mal Einrichtungsgebühren von 99€ für DSL sowie 60€ für die Telefonleitung hinzu (an dieser Stelle habe ich nciht ganz verstanden, ob die Gebühren für die Telefonleitung wegfallen, sollte man auch noch DSL dazu buchen – ich bitte hierfür um Verzeihung). Letztendlich kommen dann noch die Gebühren für den eigentlichen DSL-Anschluss dazu, welche sich nach der gebuchten Geschwindigkeit berechnen.

Verfügbar sind folgende Tarife:

DSL 1000: 17,43€/Monat
DSL 2000: 20,51€/Monat
DSL 6000: 25,64€/Monat
DSL 16000: 30,77€/Monat

Alles in allem also mindestens ~46€ im Monat (inklusive der 10€ Gebühren an Manitu, die ebenfalls noch anfallen) plus die Einrichtungsgebühr. Ich muss gestehen… das ist dann doch etwas teuer. Immerhin gibt es nur eine Mindestvertragslaufzeit von vier Wochen.

Und nun? Zu einem Anbieter wechseln, der zwar noch nicht vertraglich zensiert, aber eigentlich nur noch auf eine entsprechende gesetzliche Regelung wartet…?

Mehr alternative DNS-Server

21. April 2009

Aufgrund jüngster Ereignisse dürfte es mittlerweile für eine ziemlich große handvoll Leute interessant geworden sein, auf alternative DNS-Rootserver umzusteigen. Ich hatte mich ja vorher schon mal damit beschäftigt und dabei einen Bericht über meine Erfahrungen damit angekündigt.

Meine erste Wahl war damals OpenNIC gewesen – mehr aus Zufall denn aus Überzeugung am Konzept. Zwar schien mir die Idee dahinter ganz vernünftig, auch die zusätzlichen Namensräume haben mich gereizt, aber zur Qualität kann man im Vorfeld ja selten etwas sagen. Also war ausprobieren angesagt. Mittlerweile benutze ich andere DNS-Server, da ich bei OpenNIC zumindest gefühlsmäßig öfter mit Unerreichbarkeit (insbesondere bei Deep Links) zu kämpfen hatte. Die alternativen Namensräume schienen zwar zu funktionieren, allerdings gab es keine Domain, unter der wirklich eine existente Seite zu finden war (oder ich habe doch irgendwas falsch gemacht – für diesen Fall bitte ich um Aufklärung).

Daher habe ich mich dann – wiederum recht spontan, da grade im Netz drüber gestolpert – für einen Server der German Privacy Foundation entschieden. Als Alternative habe ich den kürzlich gestarteten DNS-Server des FoeBuD hinzugefügt.

Zwar bieten weder GPF noch FoeBuD alternative Namensräume (wie z.B. u.a. auch Cesidian Root) an, dafür hatte ich mit der sonstigen Benutzung bisher absolut keine Erreichbarkeits- oder Geschwindigkeitsprobleme.

Eine gute Anleitung zur Nutzung alternativer Rootserver gibt es übrigens (nicht nur) hier.