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Themenarchiv: Unterhaltung

Kunst/Kulter/Medien

Perfect Blue

22. Juli 2009

Dass Perfect Blue schon einige Jahre alt ist, merkt man eigentlich nur daran, dass der Hauptcharakter in einer Szene fragt, worum es sich bei «diesem Internet» eigentlich handele. Mit anderen Worten ist er, wie einige andere Vertreter ebenfalls, exzellent gealtert. Selbst die Animations- und Zeichenqualität kann durchaus noch mit heutigen Standards mithalten. Dadurch, dass auf ausufernde Nutzung von CG-Effekten verzichtet wurde, wirkt das ganze meines Erachtens sogar noch um einiges besser und in sich stimmiger.

Kurz zusammengefasst geht es in dem Film um ein Ex-Idol (sog. «Idols» sind japanische Popstars, ähnlich westlicher Casting-Gruppen oder «Promis»), die sich nun als Schauspielerin in einer Fernsehserie versucht. Ob dies aufgrund ihrer eigenen Initiative oder vielmehr durch Entscheidungen ihres Managements geschieht, wird dabei nicht abschließend geklärt; vielmehr scheint es so, als sei sich Mima selbst nicht so ganz im Klaren darüber, was sie eigentlich will. Die Ereignisse spitzen sich zu, als sie nicht nur mit ihrer eigenen Zielsetzung zu kämpfen hat, sondern sich zusätzlich durch einen anscheinend verrückten Fan bedroht fühlt und ihre Wahrnehmung zunehmend zwischen Traum und Realität alterniert, bis die Grenzen nicht nur für den Zuschauer nahezu verschwimmen.

Nebenbei gibt es natürlich auch ein paar Seitenhiebe auf die Idol-Kultur und deren, in den 90ern anscheinend besonders rigiden, ‹Richtlinien› und Erwartungen an die Popstars. So werden alle Entscheidungen bezüglich Mima’s Karriere, ihrem Image sowie öffentlichem Auftreten von ihrer Agentur bestimmt. Ihre eigenen Wünsche oder Ansichten spielen in der Regel nur eine untergeordnete Rolle.

Gefallen hat mir - neben der hochwertigen Präsentation - der Aufbau der Handlung als solches. Die Szenen wechseln ständig zwischen Erinnerungen, Gegenwart sowie Mima’s Traumwelt und es bleibt bis kurz vor Schluss unklar, was sich denn nun tatsächlich zugetragen hat. Auch sind einige Ansätze in Bezug auf die Definition der Persönlichkeit interessant und hätten von mir aus gerne weiter verfolgt und ausgearbeitet werden können. Schade ist hingegen die (nahezu) vollständige Aufklärung der Geschichte am Ende. Hier hätte durchaus noch einiges offen bleiben können.

In diesem Punkt erinnert mich der Film übrigens an The Machinist, der meines Erachtens ein ähnliches Problem hatte, obwohl einige sehr überzeugende Ansätze in Bezug auf Atmosphäre und Erzählung vorhanden waren.

Anti-Zensur: Liste österreichischer Spiele-Shops

19. Juni 2009

Da ja momentan anscheinend alle österreichischen Online Shops einer Prüfung durch die BPjM unterzogen werden, um sie möglicherweise zu indizieren, hier noch mal schnell eine Liste mit Links, bevor das ganze illegal wird (leider kenne ich nicht so viele, da ich hauptsächlich aus UK und den USA importiere - Additionen in den Kommentaren ausdrücklich erwünscht!):

P.S. Mir ist bewusst, dass das hier im Grunde genommen Werbung ist - aber von mir aus soll’s so sein. Lieber füer einen österreichischen Shop geworben als dass die auf dem Index landen, bevor es jemand merkt.

P.P.S. Die entsprechende Petition gibt es leider nur auf Facebook, wo ich mir ehrlich gesagt keinen Account anlegen will.

Code Geass

07. Juni 2009

Vor ein paar Tagen habe ich die zweite Staffel des Anime Code Geass beendet. Ich hatte keine großen Erwartungen an die Serie, bin auch eher zufällig daran geraten.

Auf den Inhalt will ich an dieser Stelle auch nur ganz kurz eingehen: Die Serie spielt in einer nahen Alternativzukunft, in der sich die Welt größtenteils auf das Heilige Britische Reich, die Chinesische Föderation sowie das Euro Universe aufteilt. Japan ist dabei als sogenannte «Area 11» eine Kolonie von Britannien und die Einwohner werden nur als «Eleven» oder «Numbers» bezeichnet. Die Story verfolgt dabei den ehemaligen britischen Prinzen Lelouch Lamperouge, der mit seiner Schwester Nunnally inkognito in Japan lebt. Nachdem er von der mysterösen C.C. ein sogenanntes «Geass» erhält, das ihm die Macht verleiht, anderen durch Blickkontakt Befehle zu erteilen, wird er unter dem Pseudonym «Zero» (inklusive peinlichem Kostüm und Maske) Anführer des terroristischen Ordens der Schwarzen Ritter.

Das Szenario ist natürlich relativ weit hergeholt, soll mich an dieser Stelle aber nicht weiter stören. Viel auffälliger war für mich, dass es im Verlauf der Serie irgendwie kein Charakter so richtig schaffte, meine Sympathien auf sich zu ziehen. Der Hauptcharakter fällt durch seine generelle Unehrlichkeit und Neigung, alle Menschen außer seiner Schwester lediglich als Schachfiguren anzusehen sowie seiner Handlungsmaxime, der Zweck heilige die Mittel, schon mal prinzipiell raus. Auch Suzaku Kururugi, sein ehemaliger Kindheitsfreund, konnte bei mir zwar im späteren Verlauf durchaus Interesse wecken, mögen tu ich ihn jedoch ebenfalls nicht.

Natürlich sind Charaktersympathien nicht das wichtigste. Und so hatte ich trotz dessen durchaus Spaß mit «Code Geass» - vor allem, da grade diese Abneigung gegen nahezu alle Figuren ihrerseits wiederum einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt hat. Denn so egoistisch und verdreht Lelouch und die anderen auch scheinen mögen, so ist es doch eine reizvolle Herausforderung, zu versuchen, sich ein wenig in sie hineinzuversetzen und ihre Beweggründe zu verstehen. Grade weil das alles so abwegig und ‹falsch› scheint - man braucht ja schließlich auch mal neue Perspektiven.

Was ich hingegen schade fand, war, dass zwar durchaus einige sehr vielversprechende Themengebiete angesprochen und gestreift wurden, hier allerdings nicht das volle Potential ausgeschöpft wurde und meines Erachtens vieles auf der Strecke blieb (allein die Szene, in der Euphemia von Zero versehentlich befohlen wird, alle Japaner auszulöschen, hätte so viel mehr bieten können, wäre man in irgendeiner Weise darauf eingegangen, dass ihr Ritter Suzaku ursprünglich ebenfalls Japaner ist). Sei es nun dadurch, dass viele Protagonisten, bevor sich die Erzählung ‹ihrer› Konflikte annahm, das Zeitliche segneten oder die Angelegenheiten durch anderweitige Gründe versandeten. Teilweise wurden diese sogar mehr oder weniger einfach unverfolgt stehengelassen! Meiner Ansicht nach hätte man sich hier ruhig mehr Zeit für die einzelnden Charaktere nehmen können; der generellen Dramatik hätte es sicher gutgetan.

In späteren Episoden von «R2» leidet dann teilweise auch noch der Plot und ich bekam leicht das Gefühl, die Autoren wussten selbst nicht so genau, was sie dem Zuschauer eigentlich vermitteln wollten. So ist der eigentliche Höhepunkt der zweiten Staffel schon irgendwo zwischen Episode 16 und 20 (nachträgliche Schätzung) erreicht; danach gibt es nur noch ein wenig Geplänkel sowie relativ vorhersehbare Handlungen.

Noch ein kurzer, spoiler-lastiger Kommentar zum Ende: Ungeachtet aller vorherige Ereignisse und Grausamkeiten, die während der Geschichte stattfinden und der generellen Aussage über die menschliche Natur zum Trotz (die zumindest ich in der Handlung zu erkennen glaubte), ist das Ende doch ziemlich kitschig geraten. Meiner Meinung nach kein guter Abschluss einer eigentlich recht unterhaltsamen Serie.

Ungeachtet dessen soll hier aber erwähnt werden, dass ich trotz der kleineren (und eventuell auch größeren) Mängel durchaus meine Freude an «Code Geass» hatte - ansonsten hätte ich mir den Anime sicherlich nicht bis zum Ende angesehen.

P.S. Ich habe es geschafft, einen ganzen Text über «Hangyaku no Lelouch» zu verfassen, ohne dabei ein einziges Mal über Nunnally abzulästern! YES!!1!

Millionen Spieler werden mal wieder kriminalisiert

05. Juni 2009

Bei dieser Meldung (auch auf gulli) kann man sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen… dass Politiker absolut beratungsresistent sind, dürfte ja mittlerweile keinen mehr überraschen - dennoch traurig, dass in einer angeblich «aufgeklärten» Gesellschaft immer noch solche Zustände herrschen. Noch besteht ja die Hoffnung, dass das - wie das angedachte Paintball-Verbot - nicht durchkommt; wir werden also sehen…

Auch die Grünen verabschieden sich jetzt endgültig vom Gebrauch ihres Verstandes…

12. Mai 2009

Anders kann ich mir diese Meldung jedenfalls nicht erklären. Hauptsache, mal wieder irgendwelche Verbote fordern und auf Minderheiten rumhacken, oder was? Jugendliche können einen ja praktischerweise auch nicht abwählen… wenn ich bedenke, dass ich denen irgendwann sogar mal einen Teil meiner Stimmen habe zukommen lassen, muss ich mich wohl zumindest fragen, welche Verzweiflung mich da geritten hat.

(Wir haben dazu auch mal eine Mitteilung rausgegeben, die ich hier ganz schamlos bewerbe.)

P.S. Zwar nicht von den Grünen verbrochen, aber dennoch passend zum Thema «merkbefreit»: Geplante Waffengesetzänderung soll auch Paintball verbieten.

Today I die

09. Mai 2009

…ist der Name eines kleinen Flash-Spielchens von Daniel Benmergui mit sehr hübscher Musik (hier gibt es das ganze auch zum Runterladen; Spende ist nicht erforderlich). Ich mag es.

(Danke an Mike für den Link.)

Watchmen

13. März 2009

Habe mir gestern (bzw. vorgestern) recht spontan Watchmen im Kino angeschaut. Die entsprechenden Comics kenne ich nicht, auch gelesen hatte ich darüber bisher nichts, ging also dementsprechend erwartungsarm ran, obwohl ich - zumindest über die Vorlage - schon gutes gelesen hatte.

Normalerweise bin ich kein allzu großer Fan von Comic-Verfilmungen (wobei die ja meistens immerhin noch besser sind als Videospielverfilmungen) - egal, ob ich die Originale nun kenne oder nicht. Die meisten gefielen mir letztendlich nicht oder nicht genug, als dass es mir den Kinopreis wert gewesen wäre. Die einzige Ausnahme stellt in diesem Fall Sin City dar, mit dem ich doch durchaus meinen Spaß hatte - allerdings hauptsächlich aufgrund visueller Gegebenheiten; die Story haut ja letztendlich auch nicht unbedingt vom Hocker. Aber darum soll’s hier ja gar nicht gehen.

Besonders am Anfang wusste ich nicht wirklich, was ich von dem Film halten soll. Er bewegt sich konsequent auf einem schmalen Grat zwischen Selbstironie und Ernsthaftigkeit, und driftet dabei auch bei mehreren Gelegenheiten in Albernheit ab. Eigentlich sind nämlich alle Charaktere irgendwo lächerlich, fast schon Witzfiguren - und dabei völlig unsympathisch. Außer Rorschach natürlich.

Filmfiguren haben ja leider öfter das Problem, dass sie sich in der (relativ) kurzen Laufzeit eines Films nicht so detailliert charakterisieren lassen wie in einem Buch, Comic oder einer Fernsehserie… diesen Eindruck hatte ich teils auch hier, insbesondere bei den eigentlich ‹Haupt›charakteren (?). Vielleicht lag’s aber auch ganz einfach daran, dass mich die meisten ohnehin nicht sehr interessiert haben. Dennoch denke ich, dass da diesbezüglich irgendwo noch Potential vorhanden sein muss.

Der Film ist recht lang und ich muss sagen, zu Anfang zieht er sich auch etwas. Nicht unbedingt durch Langatmigkeit; vielmehr scheint in der kompletten ersten Häflte kein wirklich eindeutiger roter Faden vorhanden, so dass er mehr wie eine Aneinanderreihung aus kleinen, (noch) nicht vekrnüpften Erzählungen wirkt, deren großes Ganzes sich dem Zuschauer - wenn überhaupt - erst später offenbart.

Nun, dagegen ist im Grunde ja auch überhaupt nichts einzuwenden. Im Gegenteil - ich mag Filme, in denen nicht alles sofort offensichtlich ist und es noch Wendungen und Überraschungen, idealerweise sogar interpretationsfähige Stellen und offene Fragen gibt. Das Ende ‹rettet› (an dieser Stelle bitte ich diesen doch etwas harten begriff zu entschuldigen; ich benutze ihn lediglich in Ermangelung einer besseren Formulierung - Schande auf mein unfähiges Nichtschreiberhaupt) in diesem Zusammenhang auch wieder so einiges. Ich zumindest fand es nicht schlecht.

Am meisten aufgewertet wird der Film meines Erachtens aber, wie bereits erwähnt, durch Rorschach. Tollster Charakter ever! Bin bei der Gelegenheit grade mal spontan zum Rorschach-Fan mutiert (zumindest soweit das bei meiner begrenzten Kenntnis des Charakters durchgeht). Zuerst fand ich es ja etwas doof und geradezu desillusionierend, als man ihn ohne Maske gesehen hat, aber dann gefiel er mir letztendlich umso besser (und das, obwohl mir politisch rechts eingestellte Charaktere in der Regel alles andere als sympathisch sind - vermutlich lag’s aber bloß daran, dass das im Film nicht so prominent präsentiert wurde).

Mich wundert übrigens, dass der Film in den USA überhaupt erschienen ist - bei den ganzen Nacktszenen.

P.S. Jetzt mal im Ernst: Pausen in Kinofilmen nerven doch, oder?

Warum…

12. März 2009

…sind bei jedem Amoklauf eigentlich immer erstmal wieder die «Killerspiele» schuld? Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr auf diese sinnlose Diskussion.

Klassischer Fall von Self-Pwnage

31. Januar 2009

Muhahahaha… das beste Argument gegen Kopierschutzvorrichtungen jeglicher Art hat die Content-Industrie mal wieder selbst geliefert: Gears of War läuft aufgrund des Kopierschutzes seit dem 29. nicht mehr.

*prust*

Bezahlen per Fingerabdruck?

18. Januar 2009

Lief grad was bei Planetopia, Fortsetzung folgt aber erst in der nächsten Sendung. Fand’s ganz interessant, war auch jemand vom CCC da.