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Themenarchiv: Veganismus

Ethik & Empathie

18. Januar 2011

Seit ich mich mit dem Thema befasse – und im Grunde auch vorher schon – ist mir aufgefallen, dass viele das Nichttöten (und Nichtquälen) von (nichtmenschlichen) Tieren mit Empathie begründen. So passend sie für diese Individuen auch sein mag – sie will mir nicht gefallen. Meines Erachtens ist Mitgefühl weder eine Notwendigkeit noch ein Garant für Moral.

Vielleicht bin ich damit alleine, aber meines Erachtens sollten ethische Fragestellung in gewissem Sinne rational und nicht emotional beantwortet werden können. Denn Gefühle sind letztendlich immer willkürlich – und auf Willkür sollte man Werte, die ja oft auch einen gewissen Anspruch auf Allgemeingültigkeit (wenn dieser auch nie absolut sein kann) haben, nicht begründen. Vielmehr sollten sie sich logisch aus gewissen Grundannahmen schlussfolgern lassen. Natürlich kann eine Ethik niemals allen Personen gerecht werden… irgendwer wird es immer anders sehen. Aber mit einem einfachen «ich empfinde das eben so» möchte ich mich auch nicht zufrieden geben.

Ich nehme an der Stelle einfach mal mich selbst als Beispiel, werde aber später auch noch mal allgemein auf die Fragestellung eingehen. Das erste Mal mit Vegetarismus in Kontakt kam ich im Kindergarten. Als Begründung wurde hier, wie so oft, angeführt, die Tiere täten der entsprechenden Person eben Leid. Was an sich natürlich alles andere als verwerflich und sicherlich auch ein guter (persönlicher) Grund ist, sie nicht zu verzehren oder anderweitig an ihrer Tötung mitzuwirken. Es ist aber aus meiner Sicht kein Argument für Vegetarismus (oder Veganismus oder irgendwas anderes). Mir taten sie nämlich nicht Leid. Und das tun sie auch heute nicht. Genauso wenig, wie mir die oft herangezogenen (ver)hungernden Kinder in Drittweltländern leidtun. Aber müssen sie das, damit ich ihre Situation verurteile(n kann)? Damit ich ihr Leid anerkennen kann? Damit ich Verbesserungen für notwendig halten kann? Ich denke nicht.

Nur, damit mich keiner falsch versteht: Stünde ich einem solchen Kind gegenüber, täte es mir womöglich tatsächlich Leid. Ich weiß es nicht. Aber das spielt keine Rolle. Wenn ich jetzt daran denke, dass tagtäglich unzählige Kinder verhungern, empfinde ich dabei keine Trauer und auch kein Mitgefühl. Ich sehe es als schlecht an, ja. Aber Mitgefühl? Nein.

Außerdem könnte man sicher leicht Praktiken wie zum Beispiel die Todesstrafe rechtfertigen, wenn man als Gegenargument lediglich Mitgefühl ins Feld führt. Zumindest kann ich mir vorstellen, dass viele Leute kein Mitleid mit Mördern oder Kinderschändern hätten. Ich allerdings muss für mich sagen, dass ich die Todesstrafe ablehne.

Worauf kann man dann die Rücksichtnahme auf andere Lebewesen (und seien es auch ‹nur› Menschen) begründen? Ich möchte es mit Logik probieren.

Meine Grundannahme dafür ist, dass jedes Lebewesen erstmal frei und gleichwertig ist. Das heißt, es ist niemandem gegenüber verpflichtet und kann – sofern niemand anders dadurch beeinflusst wird – tun und lassen, was es will. Und zwar schlicht aus dem Grund, dass es selbst auch das einzige ist, das die Konsequenzen aus dieser Handlung zu tragen hat. Sobald jemand anderes diese ebenfalls zu tragen hat, muss er mindestens in die Entscheidung mit einbezogen werden.

Weiterhin zählt es auch nicht mehr oder weniger als irgendein anderes, denn wer könnte letztendlich beurteilen, was mehr und was weniger wert wäre und auf welcher Grundlage? Absolute Objektivität existiert ja bekanntermaßen sowieso nicht, also ist es auch nutzlos, sich der Illusion hinzugeben, sie täte es.

Wenn man dies beides akzeptiert, stellt sich die Frage, unter welchen Umständen man das ‹Recht› hätte, eine andere Kreatur zu töten. Da beide gleich viel wert sind, drängt sich eine Situation auf, in der es um Leben und Tod geht – und in der einer von beiden sterben muss, damit der andere überleben kann. Nun kann man einerseits argumentieren, dass es in diesem Fall am gerechtesten wäre, derjenige stürbe, der nur durch das aktive Töten des anderen überleben könne, da dieser, der ja ohne jegliche Veränderung der Situation sein Leben behielte, dadurch vielleicht eher ein Recht darauf hätte (gesetzt dem Fall, es müsste überhaupt nur einer von beiden töten).

Andererseits könnte man diese Art des Egoismus auch gewissermaßen verzeihen (unter der Prämisse, in so einer Situation handelte jeder so oder einfach dadurch, dass das Interesse am eigenen Überleben dies rechtfertige). Oder auch nicht. Damit will ich mich momentan gar nicht näher befassen, da diese Situation im Grunde nichts mit der Fragestellung zu tun hat – sie trifft jedoch in Bezug auf Pflanzen zu (ohne deren Konsum der Mensch ja letztendlich nicht überleben kann), da kann sich an dieser Stelle jeder seine eigene Meinung zu bilden.

Ist aber diese Voraussetzung, dass es um das eigene Überleben geht, nicht mehr gegeben, stellt sich die gleiche Frage erneut: Warum töten? Vor allem: Warum töten, wenn es nicht nötig ist? Es gibt keinen überlebenswichtigen Grund dazu – dementsprechend keinen für einen selbst wirklich essentiellen. Für die Gegenseite allerdings ist diese Frage allesentscheidend. Sie hat dort also einen sehr hohen Stellenwert, während der ‹Nachteil› auf unserer Seite letztendlich zu vernachlässigen wäre, stellt er doch lediglich den Verlust der Befriedigung oberflächlicher Gelüste dar.

Sind die Interessen desjenigen, um dessen Leben es dabei immerhin geht, in dem Fall nicht höher zu bewerten? Egal, ob man ihn mag oder nicht?

Rote Bete & Gnocchi von REWE vegan

06. Dezember 2010

Habe in letzter Zeit mal wieder ein paar Antworten auf Produktanfragen erhalten, die sogar beide positiv ausgefallen sind. Allerdings muss man dazu natürlich immer bedenken, dass sich diese bei Eigenmarken nur auf spezifische Händler bezieht, welche sich durchaus auch ändern können, ohne, dass sich sonst etwas am Produkt oder der Verpackung ändert.

Hier trotzdem die beiden Antworten (bei der ersten bin ich mir allerdings nicht gaz sicher, ob das jetzt auch wirklich heißt, dass das Aroma keinen tierischen Ursprung hat, da ja dort «laut Zutatenliste» steht… und die ist diesbezüglich uneindeutig):

Zurzeit beziehen wir den angefragten REWE Gnocchi von einem Hersteller, der auf der Verpackung mit der Buchstaben- u. Zahlencodierung S7255 zu erkennen ist.

Laut Zutatenliste werden keine tierischen Zutaten verwendet.

Zutatenverzeichnis: Kartoffelpüree 78% (Wasser, Kartoffelflocken 23%), Weizenmehl, Kartoffelmehl 6%, Kartoffelstärke, Speisesalz, Aroma, Reismehl.

Der Artikel ist somit rezeptorisch für eine vegane Ernährung geeignet.

Bitte beachten Sie deshalb, dass die Aussage nur für die Lieferantencodierung S7255 gilt.

Und hier zur roten Bete:

1. Wird der Branntweinessig mit Hilfe von Gelatine oder anderen Tierprodukten geklärt?
- Der Essig wird nicht mit Gelatine oder anderen Tierprodukten geklärt.

2. Ist das natürliche Aroma tierischen oder pflanzlichen Ursprungs?
- Das Aroma enthält keinerlei tierischen Bestandteile.

3. Werden sonstige tierische Hilfs- oder Zusatzstoffe verwendet, die nicht deklarationspflichtig sind?
- Es werden keine tierischen Hilfs- oder Zusatzstoffe verwendet.

Um bundesweit unsere Kunden mit unseren Handelsmarken zu versorgen, ist ein Lieferantenwechsel bzw. ein Hinzukommen eines anderen Lieferanten nie ganz auszuschließen.

Bitte beachten Sie deshalb, dass die Aussagen nur für die Lieferantencodierung E0245 gelten.

Türkisch Pfeffer von Trimex vegan

30. September 2010

Etwas, bei dem mir bisher relativ wenige (schmackhafte) vegane Sorten untergekommen sind, sind Lakritz(bonbons). Umso mehr freut es mich, dass laut einer heute abgeschickten und direkt beantworteten Produktanfrage an Trimex deren Süßigkeit Türkisch Pfeffer vegan ist. Meine Anfrage bezog sich auf den eingesetzten Farbstoff (E153) sowie das Aroma.

1. I the coloring (E153) derived of animals or plants (as far as my information goes, both is possible)?
2. Is any of the added flavour of animal origin?

Und hier die Antwort:

The main additives of Turkisch Pfeffer and esp. E153 derived from burnt vegetable matter, nothing is used from animal origin.

Finde ich wirklich sehr erfreulich!

Yamato Soyaghurt nicht vegan

10. Juni 2010

Da ich zu dem Thema bisher nur widersprüchliche Informationen finden konnte, habe ich einfach mal selbst bei Heirler angefragt, ob der von ihnen produzierte Sojayoghurt vegan ist (ging speziell um die dafür verwendeten Yoghurtkulturen). Positiv hervorheben möchte ich hierbei übrigens, dass die Antwort bereits am nächsten Tag eintrudelte, was ja alles andere als selbstverständlich ist (auf eine reine Zutatenanfrage von Penny warte ich schon seit mehreren Monaten…)!

Hier die (leider negative) Antwort:

Wir bedanken uns für Ihre Anfrage und möchten Ihnen gerne mitteilen, dass die Kulturen auf Milchbasis gezogen werden.

Das finde ich besonders schade, da dies immer mein liebster Sojayoghurt war. Alpro, Provamel und Sojade schmecken mir allesamt nicht ‹yoghurtig› genug – viel zu wenig säuerlich. Außerdem eignete er sich hervorragend für Sour Cream… *seufz*

Naja, man kann wohl nicht alles haben.

Zusatzstoffe von Kellogg’s-Produkten vegan

26. Februar 2010

Zumindest laut Antwort auf meine Produktanfrage von vor wenigen Tagen sind Produkte von Kellogg’s, die keine sonstigen unveganen oder unvegetarischen Zutaten enthalten, sondern nur fragwürdige/undeklarierte Aromen oder Vitamine/Mineralstoffe, vegan bzw. vegetarisch. Ich zitiere hier die Antwort auf meine Anfrage:

Über Bezugsquellen unserer verwendeten Zutaten und Rohstoffe können wir Ihnen leider keine Auskunft geben.
Allerdings können wir Ihnen gerne mitteilen, dass wir Aromen pflanzlichen Ursprungs oder synthetisch hergestellte Aromen verwenden und das die von uns verwendeten Vitamine synthetisch hergestellt werden.

Ich habe mich dabei auf die Zusatzstoffe im Allgemeinen sowie explizit auf Calciumcarbonat (was, zumindest laut Wikipedia, auch bei der Herstellung von Gelatine anfällt) bezogen.

In einer anderen Antwort (die die ursprüngliche Frage leider nicht beantwortete, aber sei’s drum) stand zusätzlich folgendes:

Für unsere Verpackungen werden keine Kleber tierischen Ursprungs eingesetzt.

Von der Firma selbst kann man jetzt ja halten, was man will, und es gibt sicherlich noch andere Argumente gegen den Konsum (bspw. dass die Schokoladenprodukte nicht fair gehandelt sind), aber zumindest ihre als vegan deklarierten Produkte scheinen wirklich vegan zu sein.

Ja!-Schokolade nicht vegetarisch

13. Dezember 2009

Auf meine Anfrage bezüglich des verwendeten Labs in der Zutat Süßmolkenpulver bei Vollmilchschokolade von Ja! (Eigenmarke von ReWe) erhielt ich folgende Antwort:

Zurzeit beziehen wir die ja! Alpenvollmilch-Schokolade von einem Hersteller, der auf der Verpackung an der Buchstaben – und Zahlencodierung C0281 zu erkennen ist.

Der Hersteller hat uns mitgeteilt, dass die Molkeprodukte sowohl mit mikrobiellem als auch tierischem Lab hergestellt werden.
Bei der Herstellung der Aromen werden keine tierischen Bestandteile verwendet.
Der verwendete Kleber ist nicht kaseinhaltig.

Bin mittlerweile allerdings eh auf andere Schokoladensorten ohne Süßmolke umgestiegen, von daher kann ich damit ganz gut leben.

Thüringer Landgarten: Rote Bete & Gewürzgurken sind vegetarisch

13. Dezember 2009

Vor einiger Zeit habe ich mal eine Produktanfrage bei dem Hersteller Thüringer Landgarten (gehören zu Demeter) gemacht, um herauszufinden, ob deren Sauerkonserven (in Branntweinessig eingelegtes) vegetarisch sind. Dazu habe ich folgende (positive) Antwort bekommen:

Bei der Herstellung des Branntweinessigs erfolgt keine Klärung.
Der Branntweinessig wird nur filtriert. Dabei wird ein Mikrofilter aus Kunststoff eingesetzt.
Die Herstellung erfolgt ohne den Einsatz tierischer Stoffe.
Alle Produkte aus unserem Haus die Branntweinessig enthalten, wurden mit dieser Technologie hergestellt.

Leider habe ich nicht dran gedacht, auch nach dem Etikettenkleber zu fragen, so dass ich nicht sagen kann, ob die Produkte auch vegan sind.