In Bezug auf das Spickmich-Urteil erklärten Wolfgang Schäuble und Annette Schavan heute, anonyme Bewertungsplattformen würden dem «besonderen Vertrauensverhältnis» zwischen Lehrern und Schülern nicht gerecht. Jetzt würde mich echt mal interessieren, auf welche Schule die gegangen sind. Ich zumindest kann mich nicht erinnern, zu irgendeinem Lehrer überhaupt irgendein Vertrauensverhältnis gehabt zu haben - ganz zu schweigen von einem besonderen.
Klar war mir durchaus auch mal ein Lehrer sympathisch - ob das umgekehrt ebenfalls vorkam, kann ich nicht beurteilen, wage es aber zu bezweifeln - dennoch ist in meinen Augen selbstverständlich, dass noch jeder Lehrer als subjektiv, eventuell auch voreingenommen oder parteiisch angesehen werden muss. Möglicherweise ja auch unbewusst oder unabsichtlich, das möchte ich hier gar nicht bestreiten. Lehrer sind ja auch nur Menschen und damit per definitionem alles andere als perfekt. Und so dürfte es sich in den meisten Fällen auch für die eigene Person als negativ erweisen, Kritik an den Lehrmethoden einer Autoritätsperson zu üben. Aber selbst wenn nicht (ich erinnere mich an Fälle, in denen Lehrer sogar nach Kritik an ihrem Unterricht fragten), ‹fürchten› viele Schüler sicherlich trotzdem Repressalien oder Benachteiligung.
Und dem kommt dann so ein Bewertungsportal durchaus entgegen (außerdem kann man sich dadurch auch klassenübergreifend viel einfacher über die Meinungen anderer informieren, aber das nur am Rand). Jedenfalls denke ich nicht, dass das Schüler-Lerhrer-Verhältnis (wie auch immer es im Einzelfall nun aussehen mag) durch eine anonyme Plattform in irgendeiner Weise gefährdet ist. Schließlich ist die ja anonym.





3 Kommentare
Positiver scheint mir trotzdem die Idee von schule.net
Dort kann man anonym mit dem Lehrer in Kontakt treten und ihm eine private Bewertung sowie Textnachricht zukommen lassen. Dann kann man auf anonymer Basis über die Probleme im Unterricht sprechen.
Ich finde es sowieso immer sinnvoller, wenn Kritik auch begruendet wird. Andernfalls kann man sie sich im Grunde meistens auch schenken, da dann ja auch niemand weiss, wo das Problem liegt oder wie man es besser machen koennte.
Ich denke halt bloss nicht, dass ein irgendwo im Netz stehendes “Qualitaet der Lehrer: 4,5″ irgendein Vertrauensverhaeltnis verletzt [zumal ich dort nicht mal Einzelbewertungen habe finden koennen... oder gibt es die nur, wenn man sich anmeldet?].
Ja, hier gibt es Einzelbewertungen. Beispielhaft mal die von einem guten Lehrer:
guter Unterricht
2,0 -
cool und witzig
1,5 -
fachlich kompetent
2,1 -
motiviert
1,7 -
faire Noten
1,9 -
faire Prüfungen
1,8 -
menschlich
1,4 -
gut vorbereitet
2,2 -
vorbildliches Auftreten
2,2 -
beliebt
1,4 -
Kenne den Lehrer selbst nicht…
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