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Zensurbestrebungen

Was bringt es eigentlich, den Zugang zu etwas illegalem im Internet zu ‹sperren›, wenn die Website trotzdem (weiterhin) existiert? Abgesehen davon, dass es dann mittels Proxys nicht allzu schwierig sein dürfte, sie trotzdem zu besuchen, besteht das ‹Problem› dann doch weiterhin.

Kurz der Zusammenhang: Unsere lieben Politiker wollen mal wieder etwas provider-seitig sperren lassen. Diesmal aber nicht Kinderpornos, sondern Seiten mit illegalen Glücksspielen.

Abgesehen davon, dass ich es - wie bei Drogen übrigens auch - ziemlich scheinheilig finde, die einen Glücksspiele zu erlauben, die anderen wiederum jedoch zu verbieten (andererseits ist das immerhin mal was halbwegs originelles… sonst müssen ja doch immer wieder bloß die Kinderpornos oder der Terrorismus für sowas herhalten), sehe ich in dieser Forderung mal wieder einen ziemlich großen Angriff auf die Netzneutralität. Ich finde ja sowieso, Zensur geht überhaupt gar nicht. Wenn Glücksspiel verboten ist, dann sollen sie doch, wenn’s denn schon sein muss, die Seiten runternehmen. Und wenn die im Ausland sind, ist’s eben Pech. Die Vorstellung, Menschen im ‹eigenen› Land von allem aus dem ‹bösen› Ausland abschirmen zu können, ist doch ohnehin fern von jeglicher Realität.

Okay, in China haben sie damit vielleicht einen gewissen Erfolg. Andererseits… wollen wir uns wirklich ein Beispiel an der «Volksrepublik» China nehmen?

1 Trackback/Pingback

  1. Koloradokäfer am 08.12.2008 um 19:40 Uhr

    Unsinn von Sperrverfügungen gegen ISPs…

    …In so manchem Blog wird auch bereits darauf hingewiesen, dass die Zensurbestrebungen dann möglicherweise bald nicht mehr nur schwerkriminelle Inhalte erfassen könnten……

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